Dick, dicker, deutsch – wer macht uns so fett?

Sehe gerade die Sendung Hart aber Fair in der ARD. Sarah Wiener, Horst Seehofer, Thilo Bode, Rainer Hunholdt, Werner Wolf diskutieren kontrovers über ungesunde und gesunde Lebensmittel. Und insbesondere über die Verbraucherinformationen auf den Verpackungen. Was und wie sollte auf den Produkten leicht verständlich anzugeben …

Hier noch der nachgelieferte Link zur Internetseite zur Sendung (Nachtrag v. 17.2.08, 10:23 Uhr):
… na wo isser denn??? bei mir ist er im Eingabefeld zu sehen???

Link zu mehr Infos
ah – das Kind brauchte noch einen Namen …

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Jens Bartusch (Produktentwicklung)

Jens Bartusch (Produktentwicklung)

Bei FRoSTA seit 1. Oktober 1996.
1996-2001 Produktentwicklung (Bremerhaven) - dort habe ich Rezepte und z.B. die eigene Nudelherstellung bei FRoSTA entwickelt
2001-2011 verantwortlich für das Produktmanagement der Marke FRoSTA (Bremerhaven, ab 2004 Hamburg) - also alles was mit den Produkten zu tun hat, wie Produkt- und Verpackungsentwicklung (damit es auch immer wieder neue leckere und attraktive FRoSTA Gerichte gibt), Vermarktung oder wie es neudeutsch heißt Marketing (um die Produkte auch bekannt zu machen - denn was nützt das schönste Produkt, wenn es keiner kennt - hier haben wir noch eine Menge zu tun),...
Jan-Mai 2012 Produktentwicklung-Administration (Bremerhaven) - hier werden z.B. die Rezepte in unser Warenwirtschaftssystem (eine große Datenbank, mit der viele wichtige Abläufe bei uns gesteuert werden) gebracht und Produktbeschreibungen (im Fachchinesisch: Spezifikationen) für Handelskunden erstellt
seit Mai 2012 Senior Produktmanager Handelsmarken (Bremerhaven) - verantwortlich für Produkte und Verpackungen von Handelspartnern

15 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Was bringen die „Kundeninformationen“? Kein Hersteller schreibt freiwillig auf 50% der Verpackungsfläche „dieses Produkt bringt dich langsam aber sicher um“. Und bei den Produkten, bei denen es mittlerweile gesetzlich vorgeschrieben ist (Tabakwaren), ignorieren die Kunden die Warnung zu wahrgenommenen 100%.

    Gegen Frustfressen, falsche Ernährungsweise und Bewegungsmangel helfen keine Warnhinweise oder frommen Sprüche. Ich wiege deswegen mittlerweile doppelt so viel wie der DIN-Durchschnittsmensch (bin aber auch höher), und so langsam wird das Gewicht zu einem echten Problem, weil Möbel, Sitzplätze im ÖPNV und Fahrrad nur noch knapp mit meinen Maßen und meinem Gewicht klarkommen. Dazu kommen körperliche Beschwerden, insbesondere Knie und Rücken leiden unter dem Gewicht. Von der Suche nach passender Bekleidung fange ich jetzt gar nicht erst an.

    Was würde z.B. ein „Chips führen zu Fettleibigkeit und einem hohen Herzinfakt-Risiko“-Aufkleber auf der Chipstüte für mich bringen? GAR NICHTS! Wenn ich Chips, Schokolade, Kekse oder Burger essen will, dann tue ich das. Das die nicht gesund sind, ist mir bewußt, aber in dem Moment völlig egal. Fett bin ich ohnehin, Herzinfakt ist noch weit weg, so what? Klassisches Suchtverhalten, verdrängen und ignorieren, trotz überdurchschnittlicher Intelligenz.

    Ich merke langsam, dass ich ohne professionelle Hilfe wohl nicht von dem Gewicht runter kommen werde.

    Heute mal ohne Namen

  • @anonym
    … das kennen wohl die meisten, dass es verdammt schwer ist den eigenen Schweinehund zu überwinden. Aber wenn man es mal geschafft hat, dann fühlt man sich meistens super gut – geht mir jedenfalls so. Und wenn man dieses Gefühl mal erlebt hat, kann man sich in trägeren Tagen damit motivieren.

    Dass Informationen und Verbote auch mal bewußt ignoriert werden ist sicher etwas was jeder von uns kennt – nicht nur die Raucher. Wer ist nicht schon einmal über eine rote Ampel gegangen oder gefahren oder hat in der Schule einen Schummelzettel benutzt …
    Allerdings sind das alles bewußte Entscheidungen und darin sehe ich einen großen Unterschied. Denn wenn man aufgrund von Fakten für sich selber entscheiden kann was man macht, dann ich das Selbstbestimmung – und das möchten doch die meisten Menschen.
    Wenn man aber nicht alle Informationen hat bzw. auf Sachverhalte hingewiesen wurde oder sogar welche verschwiegen werden, dann entscheiden andere für einen was richtig und was falsch ist.
    Und das wollen doch die wenigsten – oder?

  • Ja, ich denke auch – die „bewußte“ Ignorierung ist es nicht, die durch solche Ampeln / oder andere Hinweise beseitigt werden soll. Sondern – dass angeblich gesunde Lebensmittel (Extraportion Milch etc.) als das enttarnt werden, was sie sind. Und genau darum hat die Lebensmittelindustrie ja auch solche panische Angst vor der „Ampel“, bzw. operiert mit falschen Zahlen, um sich Tagesbedärfe „hinzubiegen“…

    Gruß, Manuel

  • Ich bin der Ansicht, dass wir ganz woanders ansetzen müssen: Wir brauchen endlich das Fach „Ernährungskunde“ in der Schule! Dann weiß bald jedes Kind auch ohne Ampel, dass Chips fettige Kalorienbomben sind, Schokolade auch mit der „Extraportion Milch“ immer noch Schokolade ist (mit einem, im Vergleich zu normaler Schokolade, tatsächlich höheren Milchanteil, aber auch 1 to Zucker) und ein Blick auf die Zutatenliste oft eben doch weiterhilft (Stichwort Zusatzstoffe). Das ist wichtiger als ein irreführendes Ampelsystem!

  • …na, die müssen dann zwangsweise zur Volkshochschule 😉

    An der Ampel ist so einiges irreführend: zum Beispiel macht sie es schwer, Lebensmittel einer Kategorie zu vergleichen: Milchschokolade und Zartbitterschokolade wären sicher beide tiefrot, trotzdem ist aus ernährungsphysiologischer Sicht hier Zartbitter vorzuziehen, wenn es denn Schokolade sein soll und ohne Schokolade kann doch keiner ernsthaft leben ;-). Ähnliches gilt bei Ölen: Olivenöl ist besser als Rapsöl, beides rot.

    Hinzu kommt, das es sehr schwierig, wenn nicht unmöglich ist, einzelne Lebensmittel pauschal als „gut“ oder „schlecht“ zu beurteilen, denn bei der Ernährung kommt es entscheidend auf die richtige Mischung an. Eine Ernährung, die nur aus „grünen“ Ampelpunkten besteht, ist deshalb noch lange nicht ausgewogen, anders herum können „rote“ Lebensmittel, in Maßen genossen, sehr wohl zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen, und das ganz ohne das durch den roten Punkt suggerierte schlechte Gewissen.

    Dann stellt sich mir noch die Frage nach Zusatzstoffen, die evtl. eingesetzt werden könnten, um einzelne Lebensmittel auf grün oder wenigstens gelb zu trimmen (insbesondere Süßstoffe). Diesen stehe ich sehr skeptisch gegenüber, ich habe neulich erst eine Studie darüber gelesen, dass hoher Süßstoffkonsum zu Übergewicht beiträgt und Stoffwechselvorgänge im Körper auslöst, die auch nach der Beendigung des regelmäßigen Süßstoffverzehrs sich nicht normalisieren (Leider habe ich keine genaue Quelle mehr, war aber auf Spiegel Online). Da esse ich doch lieber (wenig) „echte“ Lebensmittel mit anständig Zucker und Fett (rot) als (viel) lebensmitteltechnologisch getunte Kunstprodukte (Grün/gelb).

    Dann habe ich noch so einen Artikel gelesen, dass die rote Ampelkennzeichnung wegen der Signalfarbe insbesondere auf Kinder einen ganz besonders großen Reiz ausübt (gut, zugegebenermaßen glaube ich daran jetzt nicht unbedingt, war auch auf Spiegel Online)

    Ernährung ist ein komplexes Thema, das man nicht auf einfache schwarz/weiß (bzw. rot/gelb/grün) – Formeln verkürzen kann.

    Ich bin schockiert, dass manche Menschen offenbar tatsächlich glauben, dass man mit Kinderschokolade einen Calciumbedarf decken kann (selber im Gespräch mitgehört) und dass der Milchschnitte die „leichte Zwischenmahlzeit“ abgenommen wird. Bei dem ersten Biss in eines der (beispielhaft genannten) Produkte sollte doch jedem mit gesundem Menschenverstand klar sein, dass es sich um Süßigkeiten handelt und um nichts anderes. Wenn das bisschen logisches Denken schon zuviel verlangt ist, habe ich doch meine Zweifel, ob die Ampel etwas bringt.

  • @Djinni:

    Da bin ich ganz deiner Meinung. Ich fürchte, daß sich manche Menschen mit der ganzen Ernährungshysterie einen Bärendienst erweisen, wenn sie ständig auf Inhaltsstoffe mit vermeintlich bekannten Wirkungsweisen achten (die dann auch noch unabhängig von der sonstigen Nahrung und Lebensweise sein soll). Und diese Ampel-Diskussion verstärkt das alles noch weiter. Insbesondere jungen Menschen wird suggeriert, die Wissenschaft hätte fundiert Erkenntnisse über Wirkungszusammenhänge im menschlichen Körper. Dabei sind es nur winzige Anhaltspunkte die sich vielleicht auch irgendwann als komplett falsch herausstellen können. Wie z.B. der angeblich hohe Eisengehalt des Spinats, der fast einer ganzen Generation eingebleut und sogar eine Comic-Serie entwickelt wurde, die die Kleinen motivieren sollte, Spinat zu essen. Und dann – oops – stellt sich das als kleiner Fehler in einer einzigen Studie heraus. Ich finde es unglaublich, wenn Daten auf solcher Basis als Wahrheit verkauft werden. Und mit den ganzen anderen „Erkenntnissen“ zum Thema Übergewicht ist es nicht anders. Ansonsten hätten wir das Problem gar nicht mehr.

  • Ich finde es auch gut, wenn unnötige Dickmacher-Risiken (Glutamat bzw. Hefeextrakt) wieder thematisiert werden.
    Stern.de schreibt:
    http://www.stern.de/wissenschaft/ernaehrung/611798.html

    „Manche Kritiker halten es für möglich, dass große Mengen des Geschmacksverstärkers die Appetitregulation stören und Übergewicht fördern können.“

    Und auch die Wettbewerbsverzerrung ist dabei zu beachten:

    „Auch Hersteller, die tatsächlich keine Geschmacksverstärker einsetzen, würden benachteiligt, meint foodwatch.“

  • Ich denke das die meisten Leute so Fett sind weil sie zuviel Fleisch Essen. Das Fett welches in Felisch enthalten ist, gerade in Schweinefleisch, ist schwer verbrennbar und wird nur bei hoher Körperlichen Anstregung benötigt. Die meisten Jobs heutztage sind auch nicht körperlich Anstregend. Außerdem essen die meisten Leute garkeine Vollwertige Nahrung, sprich weizen in ihrer ursprungs Form (nicht gemachlen), Vollkornbrot etc.
    [ Anm. d. Admin.: 2te URL entfernt. Ein Verweis auf ihre Webseite reicht, oder? 😉 ]

  • Das veränderte Ernährungsverhalten ist daran schuld. Zudem hat sich die Zusammensetzung der Nahrungsmittel enorm verändert. Fetthaltiges, mit leeren Kalorien bestücktes Fast Food bestimmt unsere alltägliche Nahrungsaufnahme. Das Essen selbst wird – vor allem an den Wochentagen – bedauerlicherweise nicht mehr als gesellschaftliches Ereignis, sondern vielmehr als nötiges, schnell hinter sich zu bringendes Übel gesehen.

    [Anm. d. Admin: Da in Ihrem Ausweis sicher nicht der Name „Bewusst Abnehmen“ steht, haben wir ihren in der E-Mail angegebenen Namen eingesetzt.]

  • @heintze
    … wir verfolgen das Thema. Allerdings gibt es zur Zeit keine klare Richtung. Einige Industrieunternehmen haben ja einen Vorstoß gewagt, aber der ist ja auch nicht allgemein anerkannt. Und dann gibt es auch noch die Bemühungen von der EU und der Bundesregierung. Was daraus herauskommt ist recht unklar. Damit wir nicht unnötig zur Verwirrung der Verbraucher beitragen möchten wir eine auf breiter Basis abgestimmte und langfristige Lösung realisieren.

  • @heintze
    Auch das macht den Unterschied deutlich, dass bei uns im Haus die Marke FRoSTA und der Bereich Copack zwei komplett getrennte Geschäftsbereiche sind, die unter dem Konzerndach FRoSTA AG angesiedelt sind. Copack erfüllt die Wünsche der Kunden und mit den Anforderungen an deren Produkte. Wir von der Marke FRoSTA entscheiden unabhängig davon unter Berücksichtigung der Marktgegebenheiten und mit Blick auf die Vermarktung sowie Bedürfnisse der FRoSTA Kunden.
    Die Kennzeichnung von Foodwatch ist eine Option in der Diskussion. Insgesamt wird sehr kontrovers und orientierungssuchend diskutiert. Hierbei werden auch immer neue Aspekte beleuchtet, um am Ende eine möglichst einfache und verständliche Lösung zu finden, die für möglichst viele Produkte sinnvoll und vor allem gleich ist.

    Salopp gesagt – probieren Sie die Produkte und Sie werden den Unterschied schmecken 😉
    FRoSTA Produkte unterscheiden sich durch die Qualitäten der Zutaten vom Wettbewerb, denn z.B. gilt für FRoSTA Zutaten das FRoSTA Reinheitsgebot. Allein damit sind die Anforderungen an die Lieferanten deutlich höher.

  • @Heintze
    Hallo Herr Heintze, gern geschehen. Wie schon geschrieben, kann es aufgrund der beiden Geschäftbereiche von denen der eine die Kundenvorgaben erfüllt und der andere, wir als Marke FRoSTA, eigenverantwortlich handelt, schon zu unterschiedlichen Handlungen kommen.
    Tja – Paprika muß eben nicht gleich Paprika sein, wie auch Apfel nicht gleich Apfel ist (Boskop, Golden Delicious, Braeburn, bio/konventionell, …)

  • @Heintze
    Entschuldigen Sie, dass ich mich offentsichtlich nicht klar genug ausdrücke. Die Kennzeichnung auf Copackverpackungen sind Vorgaben des jeweiligen Kunden und nicht vom FRoSTA Konzern.

  • Hallo Herr Heintze,

    Ihren letzten Kommentar haben wir entfernt.

    Irgendwelche Anspielungen auf die deutsche Stasi – Zeit akzeptieren wir bei uns im Blog in keiner Weise.

    Ich bin sicher dafür haben Sie Verständnis. Ich denke man verharmlost damit indirekt diese Zeit der deutschen Geschichte in der viele Menschen unschuldig gestorben sind oder extrem gelitten haben.

    Mit vielen Grüßen, Felix Ahlers

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