Duzen oder Siezen im Büro?

Gerade lese ich diesen ganz netten Artikel zum Thema siezen oder duzen in Deutschland:

du-und-du-waltz.pdf

Seitdem wir auch viele Mitarbeiter im Ausland haben, geht es bei uns alles etwas durcheinander: sprechen wir englisch ist es eben „You“ und meistens automatisch per Vornamen. Wenn wir dann aber auf deutsch umschalten ist es meistens wieder „Sie“ und der Nachname. Ist ja irgendwie auch natürlicher. Aber selbst Guido und Horst duzen sich ja inzwischen…

Ich glaube jedenfalls es wäre komisch wenn wir bei uns entscheiden würden: „Ab heute duzen wir uns alle“.

Vor ein paar Jahren hatten wir es sogar mal besprochen und die Mehrheit war gegen das duzen „per Beschluss“!

Wie ist es denn bei Ihnen / Euch?

PS: Ansonsten kann man ja auch die beliebte Mischform wählen: „Fau Schmidt, machst Du mir mal einen Kaffee“!

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Felix Ahlers (Vorstand)

Felix Ahlers (Vorstand)

Seit 1999 arbeite ich bei FRoSTA und bin derzeit Vorstandsvorsitzender im Hamburger Büro.
Im Sommer spiele ich Tennis und Kitesurfe gerne! Und natürlich koche ich sehr gerne und manchmal bin ich mit dabei, wenn unsere Produktentwicklung an neuen Rezepten arbeitet...

17 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Also die Mischform „Frau Schmidt, machst du mir mal einen Kaffee“ find ich persönlich am schlimmsten. Da finde ich es dann deutlich eleganter die Person mit dem Vornamen anzusprechen und dann zu siezen

  • Auch ich arbeite in einer internationalen Firma und habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Die Arbeitssprache mit unseren Kunden ist in der Regel Englisch. Wir sind alle per „you“, nennen uns beim Vornamen und geben uns dazu noch – ganz französisch – Küsschen auf die Wange. Aber wehe die Deutschen sind unter sich, dann ist man sofort wieder beim Sie. Im internen Umgang ist es noch komplizierter: ist man mit dem Kollegen / Vorgesetzten im Deutschen per Sie und spricht man mit ihm auf Englisch, dann reden wir uns mit Mr oder Ms Nachname + you an.
    Ich denke, ein gesundes Maß an Distanz, das durch das „Sie“ zum Ausruck kommt, schadet im Arbeitsalltag nicht. Ich glaube, diese Erfahrung machen gerade auch Horst und Guido.

  • Da ich in der Produktion arbeite ist eigentlich das Du an der Tagesordnung, zumindest bis zur Abteilungsleitereben, kann mir irgendwie auch nicht vorstellen das es in der Frosta Produktion anders aussieht. Das Siezen kenne ich eigentlich nur aus den Büros. In den Bereichen wo man sich die Hände „schmutzig“ macht wäre glaub ich auch ein Sie unangebracht… Man stelle sich das nur mal auf der Baustelle vor 😉

  • Ich arbeite in der Internet-Abteilung einer großen Firma und wir sind generell schonmal etwas anders als andere Menschen. Aber wir duzen uns generell alle. Nur unseren Chef siezen die meisten. Einige sind noch aus seiner Belegschafts-Zeit mit ihm per Du. Ich finde es ist am angebrachtesten, wenn man als Chef weiterhin gesiezt wird.
    Ich möchte auch mit einigen Leuten garnicht per Du sein. So baut man sich eher einen emotionalen Abstand auf, der einen gewollt distanziert. So endet es also, dass ich einige Leute aus anderen Abteilungen duze, die ich kenne. Und die anderen sieze ich eben. In der Regel weiß man ja, wie man mit den Kollegen steht, auch wenn man verschiedene Leute verschieden anredet. Hört sich manchmal doof an, aber es scheint stillschweigend von allen als die beste Methode anerkannt zu werden.

  • Wenn man sich im Deutschen an die englischen Gepflogenheiten anlehnen mag, würde doch alles für die Lösung „Vorname + Sie“ sprechen. Also zu Frau Schmidt: „Beate, machen Sie mir bitte mal einen Kaffee?“

  • @Nils G.: Das finde ich auch – war auch eher ironisch gemeint!!

    Jedenfalls gut zu wissen, dass es wohl überall ein Thema ist….

  • Nun, am allerschlimmsten finde ich die Variante Vorname + Sie. In Deutschland gerne bei „Zahnarztgattinnen“ mit viel Zeit für Prosecco und Shopping bei der Anrede für die (bereits erwachsenen Freunde) ihrer Sprößlinge bei Besuchen verwendet.

    „Adrian, schenken Sie mir bitte noch etwas Kaffee nach?“

    (disclaimer: ich möchte natürlich keine anwesenden oder abwesenden Zahnarztgattinnen beleidigen – und spreche hier lediglich aus eigener Erfahrung ohne Anrecht auf Verallgemeinerung)

  • Als junger Mitarbeiter (eigentlich bin ich mit 23 nicht mehr so wirklich jung) bestehe ich darauf von allen mit Sie + Nachname angesprochen zu werden.
    Ich kann das absolut nicht ab, daß ich aufgrund meines Alters von einigen Mitarbeitern mit Du angesprochen zu werden, obwohl diese dann den nächsten auf dem Gang mit Sie begrüßen.

    Ist man mit Mitarbeitern per Du kommt es darauf an, ob Kunden dabei sind oder nicht. Wenn ja benutze ich den Nachnamen der Kollegen.

  • Bei uns (IT-Firma, ca. 140 Leute) ist seit jeher das Du in allen Bereichen üblich.
    Also auch zwischen Azubi und Vorstand.
    Das Problem mangelnden Respekts von unten nach oben auch andersrum, welches manche befürchten existiert auf jeden Fall nicht.
    Ein Chef kann – ganz platt – auch jemanden per Du zur Sau machen, wenn er Mist gebaut hat, genauso kann ich auch jemandem, dem ich unterstellt bin trotz duzerei problemlos mit allem nötigen Respekt begegnen. 🙂

  • Ich arbeite bei einer (sehr) großen deutschen IT-Firma, und hier ist die komplette Belegschaft per du – Ausnahme ist nur der Vorstand, da heisst es dann Vorname + „Sie“. Das ist seit der Gründung vor über 30 Jahren so, und wird auch so bleiben, denke ich.

    Ich finde das sehr angenehm, es schafft eine wesentlich entspanntere Atmosphäre als das hölzerne „Sie“. Mangelnden Respekt gibt es da nirgendwo.

    Vorher war ich bei einem kleinen Beratungshaus (600 Mitarbeiter), da waren ebenfalls alle per du. Ich glaube, es wäre für mich schon sehr komisch, wenn ich in eine Firma wechseln würde, wo gesiezt wird.

  • chacun à son goût. Duzen per Beschluss ist Quatsch.

    Da gibt es in Deutschland zu viel Animosität untereinander.

    Chefs haben Schiss, durch das Duzen von ihrem Nimbus zu verlieren. Mitarbeiter wollen von Chefs nicht geduzt werden, weil die Chefs sich sonst noch respektloser verhalten.

    Es sei denn, das Arbeitsklima ist gut – dann dauert es maximal eine Weihnachtsfeier und alle sind per Du. – Bis auf das Reinigungspersonal…

  • Wertes Fräulein Edeltraud, würden Sie mir bitte noch eine Tasse Tee bringen.

    Jawohl, Herr Oberamtsrat!

    [Anm. d. Admin: Verstoß gegen die Blogregeln – Markennamen als „Nicknames“ sind nicht gestattet. Darum geändert in „Gast“]

  • Ich habe vor kurzem eine neue Stelle angetreten und war sehr froh über die Regel, dass sich in der Abteilung (ca. 70 Personen) alle duzen. Und zwar unabhängig vom Alter.

    Das ist mir zu Beginn nicht leicht gefallen, macht es aber ungemein leichter Kollegen anzusprechen, mit denen man eher selten zu tun hat.

    Nur nach Außen hat man das alte Problem: Ein Kollege duzt einen Projektpartner, ich aber nicht. Wer hat mir ein Du angeboten und wer sollte dieses Du anbieten, wenn noch nicht.

  • Mischen finde ich auch affig. Ich arbeite gerade in einem Unternehmen, in dem ich auch viel mit internationalen Mitarbeitern zu tun habe und da ist „you, Rajeev/Emilio“ sowieso völlig normal. Die deutschen Kollegen duzen sich auch untereinander und auch mit den Chefs läuft das so. Die Chefs sind neulich erst offiziell zu Abteilungschefs aufgestiegen und da hatte ich das Thema duzen/Siezen auch mal kurz mit einem von ihnen. Er meinte, dass er das Du gerne beibehalten würde weil es einfach praktischer ist für die Arbeit. Ich finde, dass er Recht hat. Es muss bei uns unkompliziert untereinander zugehen können und auch schnell, weil es i.d.R. recht stressig ist. Da ist es schon entspannend, dass ich unkompliziert mit meinen Chefs Sachen besprechen kann. Ich bin noch nicht so lange dabei und war eher an „Sie“ gewöhnt. Aber ich fände es mittlerweile auch recht hinderlich, wenn ich meine Chefs Siezen würde, weil unsere Arbeit meiner Meinung nach einen schnellen, unkomplizierten Austausch braucht. Siezen fände ich da schon zu formell und inzwischen wirklich störend.

  • Ich arbeite für eine amerikanische Firma, deren Europazentrale in England ist. Mit allen amerikanischen und britischen Kollegen ist man ab dem Vorstellungsgespräch (!) auf „first name basis“, auch mit dem allerobersten Chef (er heißt „Dave“).

    Bei Kunden ist das schwierig und lustig zugleich. Meine englischen und amerikanischen Kollegen reden normalerweise auch deutsche Kunden immer mit Vornamen an und stellen sich auch so vor. Ich sieze Kunden natürlich. Es kommt aber vor, daß ich in einem Termin pausenlos zwischen deutsch und englisch wechsele und dann denselben Kunden abwechselnd als „Sie, Herr Mustermann“ und „you, Hans“ anspreche. 🙂

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