Zum Kotzen: FRoSTA stellt die Sinnfrage

Seit vielen Monaten diskutieren, wie wir unsere Kosten besser in den Griff bekommen können. Ich selbst habe dazu viele Vorschläge entwickelt und diese Woche dem Aufsichtsrat vorgestellt. Nach kurzer Diskussion waren wir uns einig: So geht es nicht weiter. Es macht einfach keinen Sinn und keinen Spaß, komplizierte Einkaufs- und Produktionsprozesse aufrecht zu erhalten. Was doch wirklich zählt ist der Preis.Am besten jede Woche zum Dauerniedrigpreis, dann schreien alle vor Glück. Das Auto mit Vollkasko versichern und am Essen sparen. Prima, der Nachbar sieht ja eh nicht was man is(s)t. Da kann man sparen. Und auch FRoSTA ist ja für alle da. Das sagen wir zumindest. Aber „alle“ kaufen uns aktuell einfach nicht. Deshalb machen wir jetzt Schluss mit dem ganzen Theater. Das Reinheitsgebot? Wer will das schon? Wen interessiert schon, was bei uns alles nicht in den Produkten enthalten ist. Den Gesetzgeber interessiert das schon mal gar nicht – denn der ermöglicht es ja allen, ganz tolle Aussagen auf den Produkten zu platzieren. Die kommen unseren Aussagen unfassbar nahe, obwohl der Inhalt ein ganz Anderer ist.

Ohne den Zusatzstoff Geschmacksverstärker. Klasse. Hört sich gut an. Das Hefeextrakt auf der Zutatenliste hat hier dann ja gar nichts mit der Funktion, nämlich den Geschmack zu intensivieren, zu tun. Der Staat will eben Preiswettbewerb und keinen Qualitätswettbewerb, so scheint es mir. Ein bisschen Beta Karotin oder ein Hauch Aroma hat noch niemandem geschadet. Die Menschen werden ja auch immer älter, also was soll das ganze Theater? Einige Produzenten aus der Zusatzstoffindustrie melden sich auch immer mal wieder bei uns. Es gäbe da so viele tolle Möglichkeiten, ohne dass man da etwas auf der Zutatenliste ausloben müsste. Clean Label nennen das die Fachleute.

Der neueste Schrei sind Geschmacksverstärker, die aus Milch gewonnen werden und dann besonders harmlos klingen. Das sind dann Zutaten, die nicht wie die Old School Zusatzstoffe (die mit den E Nummern) durch aufwändige Zulassungsverfahren gezwängt werden müssen. Das macht doch heute keiner mehr, das geht viel einfacher. Liest sich gut und keiner meckert.Auf die Packung dann schön ein paar frische Himbeeren, auch wenn nur ein Hauch Himbeeren drin sind. Der Geschmack kommt dann durch das Aroma. Klar, vorn auf der Packung steht dann ganz legal „Ohne künstliche Aromen“.

Anyway, warum also all der ganze Aufwand? Reinheitsgebot? Keine Rieselhilfe im Salz, Gemüse nur aus Freilandanbau und nicht aus Gewächshäusern, Fisch ausschließlich aus MSC zertifizierten Fischereien. Echte Mehlschwitze statt billige Emulgatoren. Kaltgepresste Öle statt chemisch extrahierte Hightech-Öle. Warum? Und dann noch das Thema Herkunftsdeklaration der Zutaten. So ein Irrsinn, oder? Wozu will man denn nun noch wissen, woher das Essen kommt, das man in seinen Körper stopft?Ist doch egal, der Preis ist heiß. Außerdem verwirrt soviel Informationen die Verbraucher – kann man zumindest auf einschlägigen Websites nachlesen.

Also warum machen wir das? Warum veröffentlichen wir die Herkunft jeder einzelnen Zutat, bis zum letzten Pfefferkorn? Weil wir das gut und richtig finden.

Schönen Tag noch!

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Hinnerk Ehlers (Vorstand)

Hinnerk Ehlers (Vorstand)

Am 1.7.2009 bin ich bei FRoSTA als Geschäftsführer Deutschland/Österreich gestartet und seit 1.1.2010 als Vorstand Marketing und Vetrieb auch für unsere Geschäfte in Osteuropa verantwortlich.

13 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Oh. Kaum wurde diese „Umstellung“ auf Zusatzstoffbeigabe ist der Aktienkurs gestiegen! Super..

    Ach nee..ist ja 1.April…

  • Warum macht ihr nicht mal Verkostungsaktionen in den Märkten? Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt … ihr wisst was ich meine. Der Kunde sieht Produkt X kostet ein Beutel 2,49 EUR. Daneben der gleiche Plastikbeutel für 3,50 EUR von Frosta. Fernsehwerbung glaubt doch eh kein Mensch mehr. Ihr müsst die Leute schmecken lassen, denn dann kann man genau aufzeigen, dass das was sie da gerade schmecken die echten Produkte sind. Ohne Frosta gäbe es keine Alternative.

  • Fraglich bleibt doch, inwieweit Verbraucher diesen Informationsüberschuss über jedes Pfefferkorn überhaupt war nehmen.. jedenfalls vielen lieben Dank für diesen tollen und witzgen Text! 😀

  • Hallo Herr Ehlers, mit Ihrem Artikel haben Sie mir einen Schrecken eingejagt! Vor Kurzem haben mein Mann und ich „frosta“als festen Bestandteil in unseren Ernährungsplan aufgenommen – auf Empfehlung unserer Ernährungsberaterin hin – und sind glücklich damit! Wir propagieren Ihre Produkte in Familie und Kollegenkreis! Ein Glück, dass Sie nur einen Aprilscherz machten, Herr Ehlers. Puhhh. Schöne Ostern noch.

  • Hallo an alle, die Frosta -Gerichte – so wie ich – lieben!

    Ich lebe allein, aber auf diese Produkte verzichte ich nie mehr. Auch wenn diese nicht so preiswert sind, wie andere Gerichte, aber der Geschmack ist unübertrefflich. Klar, manche Dinge esse ich einfach nicht, schon aus Prinzip, aber das, was ich von Frosta erwerbe ist immer delikat. Ich wünsche für uns Verbraucher, dass die hohen Ideale bei Frosta erhalten bleiben und die Mitarbeiter weiterhin so inovertierte Ideen entwickeln und umsetzen können. Scheinbar ist Frosta einer der wenigen Konzerne, die noch an den Kunden denken. Heutzutage geht doch alles nur um den Umsatz. Insofern bin ich echt froh, dass ich Frosta mit gutem Gewissen weiter empfehlen kann. LG. Marion

  • „Was doch wirklich zählt ist der Preis.“

    Ja, deswegen gibt’s bei Frosta ja auch nur noch ein Gericht mit Rindfleisch. Habt ihr uns schon deutlich zu verstehen gegeben.

  • Lustiger Eintrag =)

    Aber Spaß beiseite: ich kaufe bei Frosta, gerade weil ich das Gefühl habe, dass hier ein Unternehmen arbeitet, dass sich nicht der bedingungslosen Profitmaximierung verschrieben hat, sondern auch andere Ziele, zB. ökologische Ziele, verfolgt! (Und das scheinbar aus moralischer Überzeugung und nicht weil jemand den CSR Begriff als Mittel zum Zweck eingebracht hat.) Bitte machen Sie auf ganzer Linie weiter so wie bisher!

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