Gegendarstellung

1. Während der Live-Übertragung aus unserer Betriebsstätte in Bremerhaven begann die ARD-Reporterin die „Schalte“ mit den Worten: „Guten Morgen liebe Zuschauer oder wie man hier in Bremerhaven vielleicht auch sagt: Moin Moin!“ Hierdurch wird der Eindruck erweckt, auch wir in Bremerhaven würden dem Klischee entsprechen, alle im Norden würden sich von Morgens bis Abends immer mit „Moin Moin!“ begrüßen. NEIN! Das entspricht nicht den Tatsachen. Richtig ist vielmehr, dass man sich hier morgens durchaus mal mit „Moin!“ begrüßt, was einem abgekürztem „Guten Morgen!“ entspricht. Ein „Moin Moin!“ hört man hier in Bremerhaven allerdings immer noch selten. Und dieses „ Moin!“ hört man im Normalfall auch nur morgens. Mittags sagt man in Bremerhaven, wie in weiten Teilen Deutschlands auch: „Maaaahlzeit“. Ansonsten sagt man einfach „Tag!“ oder „Tach!“, was die übliche Abkürzung für „Guten Tag!“ ist.

Bei der Gelegenheit fällt mir eine Städtereise ein, die mich durch einen Teil Österreichs führte. Dabei würde ich den ganzen Tag über bei jeder Gelegenheit mit „Scott!“ begrüßt. Ich vermutete erst, mit Scott sei der Maschinist vom Raumschiff Enterprise gemeint („Beam me up, Scottie!“), bis ich rausgefunden hatte, dass es wohl die Abkürzung für „Grüß Gott!“ sein soll. Trotzdem überkam mich der Zwang, da mal ein Zeichen zu setzen. Als ich an einem Nachmittag ein Souvenirgeschäft betrat und wieder mal von einem lustlosten „Scott!“ (oder etwa „’s Gott“?) empfangen wurde, trat ich der Verkäuferin mit einem beherzten „Moin Moin!“ entgegen. Daraufhin sah mich die Dame entgeistert an, als ob ich gerade frisch vom Mars eingeflogen wäre.

Zurück zu „Moin Moin!“. Es gibt verschiedene Interpretationen für die genaue Bedeutung dieser Floskel, die auch erklären, warum man sie auch den ganzen Tag über nutzen kann, aber man muss von Bremerhaven aus schon mindestens über die Weser zum Ostufer schwimmen, um in Regionen zu gelangen, wo ein „Moin Moin!“ zu jeder Tag und Nachtzeit „en vogue“ ist, wie man in Friesland sagt. Allerdings leben auch wir Bremerhavener in einer globalisierten Welt, wo Entfernungen sich relativieren und ein Fluss keine unüberwindliche Hürde mehr darstellt. Und so schwappt die Kultur der „Moin Moin!“-Welle tatsächlich auch nach Bremerhaven. So wie es in Bremerhaven auch einen Karnevalsverein gibt. Bis ein „Moin Moin!“ hier in Bremerhaven auch zum Mitternachtsbuffet zum Normalfall wird, dauert es allerdings noch eine Weile. Aber bis es hier in Bremerhaven einen Karnevalsumzug gibt, für den sich mehr Leute als nur der Karnevalsverein selbst interessieren, wird es sicher noch einiges länger dauern.

Ich weiß nicht, wie das bei den Kollegen in Hamburg aussieht, aber auch dort bin ich noch nie mit „Moin Moin!“ begrüßt worden. Glauben Sie also nicht jedes Wort, das Sie von Fernsehreportern hören. 😉

2. In der Anmoderation wurde mehrfach behauptet, FRoSTA wäre Marktführer für Tiefkühlkost. Diese Behauptung ist falsch. Leider. Zwar liegen mir unsere neuesten Marktforschungsdaten gerade nicht vor, aber unsere Marktführerschaft beschränkt sich derzeit hauptsächlich auf tiefgekühlte Fertiggerichte. Doch, liebe ARD, bitte schmeißen Sie ihre Formulierung nicht einfach weg! Wir arbeiten hart daran, dass Sie irgendwann einmal recht haben, und vielleicht können Sie die Formulierung bei einem nächsten Mal wieder verwenden.

3. Am Tag zuvor war das ARD-Team zum Kapitänsdinner bei den Kollegen von Iglo gleich gegenüber. Bei der zweiten „Schalte“ verabschiedete sich die Reporterin mit dem Hinweis darauf, dass sie sich in einer Stunde wieder melden würde. Doch zu dieser dritten „Schalte“ ist es nicht gekommen. Statt dessen wurde an diverse Orte geschaltet, die irgendwas mit Rosenmontag zu tun hatten, u. a. nach Lübeck zum Shanty Chor.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Damit hat FRoSTA nichts zu tun! Auch wenn wir an Stelle der ARD sicher genauso gehandelt hätten und uns lieber ein Rosenmontagsständchen vom Shanty Chor Lübeck angehört hätten (schließlich muss man Prioritäten setzen), haben wir die Entscheidung der ARD nicht beeinflusst. 😉

4. Ich weiß, dass ich noch mindestens einen weiteren Teil von „Das Projektmanagement“ schuldig bin. Ich habe es auch nicht vergessen. Allerdings haben mich diese aktuellen Ereignisse gerade davon abgehalten. Es kommt aber noch was …

Bis dahin: Servus!

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Frank Ehlerding (Controlling)

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15 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • zu Punkt 2: Marktführer wird Frosta leider nie werden. Dafür ist die Konkurenz zu gut und groß.
    Knorrrrrrrrrrr!

  • @ Holger
    Moinsen scheint mir eher ein Modewort zu sein. Die Interpretation mit mehrere Leuten ist mir so nicht bekannt. Hier stehen aber noch mehr Details dazu. Scheint eben vieles auch nicht ganz eindeutig zu sein. Kann also jeder machen wie er will.

  • @Stefan
    Ich weiß nicht, wer so freundlich war, diesen Artikel in Wikipedia über FRoSTA zu schreiben, aber lt. einer anderen Seite betrug der Verbrauch von Tiefkühlkost 2005 in Deutschland 3,5 Mio. Tonnen. Bis wir davon, wie über FRoSTA geschrieben, 20% Anteil haben, dauert es noch eine ganze Weile. Im FRoSTA-Geschäftsbericht steht auch nur, dass wir Marktführer für Fertiggerichte sind. Also auch bei Wikipedia sollte man vorsichtig sein, ob denn alles seine Richtigkeit hat.

  • Guten Morgen,

    als Linguistin muss ich mal kurz beisteuern, dass ‚Moin‘ keine Abkürzung von ‚Guten Morgen‘ ist. Man geht eher davon aus, dass es von (ich glaube niederländisch bzw. niederdt.) ‚moien‘ kommt, was ‚gut‘ bedeutet. Es ist also eher die Abkürzung von ‚gut‘ und nicht von ‚Morgen‘ und kann daher den ganzen Tag lang verwendet werden.

  • Moin Moin,

    als Halb Ostfriese (bin hier aber geboren) benutze ich den Gruss „Moin“ zu jeder Tag- und Nachtzeit.
    Moinsen benutze ich dagegen meist unter Bekannten, von Fremden habe ich diesen Gruss noch nie hier gehört.

  • Also bei uns in Wilhelmshaven sagt man immer „Moin“, allerdings eigentlich nie „Moin Moin“ und „Moinsen“ erscheint mir auch eher als Modewort. Aber „Moin“ geht definitiv auch noch um Mitternacht 😉

    Ich wohne grade in Stuttgart und wenn ich da so verplant in einen Laden gehe und die Verkäuferin mit einem fröhlichen „Moin“ am späten Nachmitag begrüße, kuckt die auch immer ganz komisch…aber das „Moin“ wird sich durch die ganzen Exil-Friesen (obwohl, WHV ist ja noch nicht mal Friesland…) noch bis nach Bayern verbreiten! 😉

  • Und was ist, wenn jemand in Östereich Scott heißt? Wird er dann mit „Scott Scott“ begrüßt?
    🙂
    Außerdem ist „Moin“ die Abkürzung von „Morjen Dach“, was „Guten Tag“ heißt. Witzigerweise sagen die Dänen morgens phonetisch fast dasselbe, nämlich „Morjen“, was aber nur „Morgen“ heißt. Daher verstehen sich Norddeutsche und Dänen morgens in den Campingplatzduschen so gut, weil jeder meint, der andere spräche sein Sprache 🙂

  • Ich als alter Ostfriese (sic!) weiss dazu beizutragen: „Moin“ geht immer.

    Und „Moin Moin“ ist eigentlich die Begrüßung, wenn man sich gegen Abend begegnet 😉

    …allerdings würde mir im Traum nicht einfallen, im Schwarzwald „Moin“ zu sagen, oder in Österreich oder in der Schweiz… Das heisst dann eben „Grüß Gott“, „Servus / resp. Grüess Gott“ oder halt „Grüezi“

  • Muss nun ja auch mal n büschen klugscheissen:

    ‚Moin‘ ist NICHT niederländisch, auch nicht niederdeutsch und ‚typisch‘ norddeutsch schon mal gar nicht. Es ist FRIESISCH, steht tatsächlich für ‚moie‘, was sowas wie ‚gut‘ oder ’schön‘ heisst.

    Begrüssungstechnisch sagte der platte Norddeutsche auch schon mal ‚tach‘ oder ‚tach auch‘ oder einfach nur ‚hallo‘. Ich selber, als Nordlicht mit skandinavischer Prägung , sag auch gerne ‚heij‘.

    Begrüssung mit ‚moin‘ also dann SO:

    „Moin.“ – „Moin,moin.“.

    Um allerdings als Niederländer wahrgenommen zu werden (entweder, weil man mit fundierten Sprachkenntnissen protzen will – oder, weil man sich in den Niederlanden befindet) grüsst mensch mit einem langezogenen ‚daaaaaaach‘ (wobei das ch ein wenig als Rachenlaut artikuliert werden sollte).

    I dr Schwyz tu I freili Englisch schwetze. Nit, da se mi als Preussi outen do.

    Und nun geh ich meinen morgendlichen Fla essen.

    Beste Grüsse aus der Lüneburger Heide, übrigens :-).

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