Keine Angst vor Druck von Außen mehr bei FRoSTA

Diesen Beitrag habe ich für die neue Ausgabe unserer Mitarbeiter-Zeitung geschrieben. Aber ich denke, dass das vielleicht auch für unsere Blog-Leser interessant ist:

In den letzten Monaten wurde das FRoSTA-Gelände in Bremerhaven, inklusive des Bürgersteigs zur Straße „Am Lunedeich“, mehrfach von Baustellen „heimgesucht“. Ziel dieser Arbeiten war es, Gebäude und Grundstück in Bremerhaven vor den Folgen von Starkregen zu schützen.

Im Fall von sintflutartigen Regenfällen können die Regenwasserkanäle in der Umgegend gegebenenfalls nicht mehr genug Wasser abtransportieren. Es bestand deshalb für FRoSTA in der Vergangenheit immer die latente Gefahr, dass dadurch das Regenwasser durch die Kanäle, die eigentlich aus den Gebäuden herausführen, zurück drückt und dann die Hallen quasi von innen heraus überschwemmt werden. Um das zu verhindern, wurden in alle Rohrleitungen, die aus dem Grundstück herausführen, Schieber eingebaut. Diese können nun bei Bedarf die Abwasser- oder Regenwasser-Kanäle verschließen. Hierzu werden die Schieber mit einer großen Kurbel per Hand betätigt und die Rohre damit verschlossen. So kann das Wasser nicht mehr von Außen in die Produktionshallen gedrückt werden.

Zwar werden sich auch die lang gedienten Mitarbeiter in Bremerhaven nicht daran erinnern, dass es solch eine Überschwemmung durch Regen jemals gegeben hat, die Gefahr ist auch in der Tat sehr gering, und so ist dies nur eine reine Vorsichtsmaßnahme, die hoffentlich nie gebraucht wird. Dennoch ist es ein notwendiger Schritt, quasi eine Baumaßnahme als Versicherung gegen eine Verschlechterung der Wetterlagen, bedingt durch den Klimawandel.

Der Maßnahme voraus gegangen war aber der Gedanke an ein noch weitaus schlimmeres Szenario, nämlich an eine Überschwemmung durch einen Deichbruch bei einer extremen Sturmflut. Eine Möglichkeit, dies zu versichern, gibt es bei Versicherungen in Deutschland leider nicht. Zwar hätte es solch eine Möglichkeit bei einer britischen Versicherung gegeben, allerdings zu Prämien, die betriebswirtschaftlich nicht vernünftig gewesen wären.

Deshalb wurde überprüft, ob es möglich wäre und was es kosten würde, die Produktionsgebäude selbst gegen eine solche Sturmflut zu schützen. Man hätte hierzu rund um das Firmengelände Spundwände einrammen und weitere Sicherungsmaßnahmen ergreifen müssen. Nach einer vorläufigen Kalkulation hätte das allerdings ca. 3 Mio. Euro gekostet. Die Sicherung der Kanäle durch zusätzliche Absperr-Schieber wäre natürlich in diesem Fall trotzdem notwendig gewesen.

Doch nicht nur FRoSTA denkt über Sturmfluten nach, auch die staatlichen Behörden tun dies. Man hat mittlerweile das Projekt Deicherhöhung in Angriff genommen, bei dem die Deiche in Bremerhaven und Umgebung erhöht und verstärkt werden. Dadurch ist es voraussichtlich für die nächsten 50 Jahre nicht erforderlich, weitere Vorsorgemaßnahmen gegen Deichbrüche zu treffen.

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Frank Ehlerding (Controlling)

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