Wer bremst die Deutsche Wirtschaft?

Letzte Woche waren wir mit 8 Kollegen auf einem Führungskräfteseminar in Dreibergen bei Bad Zwischenahn. Schulungen werden bei uns regelmäßig zu verschiedensten Themen durchgeführt. Sie geben meist eine andere, neue Sichtweise auf Dinge der täglichen Arbeit, fördern den Zusammenhalt und beinhalten oft eine praktische Aufgabe, die vom Team gelöst werden muß.

Am Dienstag um 13.30 erhielten wird dann von unserem Coach die Aufgabe (auf die wir uns eigentlich gefreut hatten) und mußten eine echte Herausforderung lösen :

„Bis 22.00 haben Sie eine Podiumsdiskussion zum Thema wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland mit Vertretern von Parteien, Gewerkschaften, Unternehmen durchgeführt und eine Veröffentlichung in der regionalen Presse erreicht“.

Super Aufgabe besonders in der Nebensaison in Bad Zwischenahn, Mitte der Woche, keine Ahnung woher man kompetente Ansprechpartner und Publikum nimmt und wie Technik, Moderation sowie Location gelöst werden kann.

Am Anfang haben wir im Team schon gezweifelt, auch später als einige vermeintlich einfache Aufgaben unlösbar erschienen. Aber um Punkt 20.00h war die „Hütte“ voll und wir konnten die Podiumsdiskussion vor einem, aus 35 Personen bestehendem Auditorium und mit 6 hochkarätige Podiumsteilnehmern durchführen.

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 Als Krönung des Abends gab es zum Abschluß noch ein Ständchen vom Seemannschor Bad Zwischenahn.

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Das Team war super und natürlich auch die Stimmung als die Veranstaltung gelaufen war. Da wir uns in Gruppen aufgeteilt hatten und jeder paralell verschiedene Aufgaben zu erfüllen hatte, hörten wir erst jetzt, welche Erlebnisse die Einzelnen gehabt hatten.

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Nun also zum Abschluß noch unsere Pressemitteilung (die Pressevertreter konnten leider nicht kommen und unsere Pressemitteilung wurde auch nicht veröffentlicht) damit wir auch final den letzten Teil der Aufgaben gelöst haben – schließlich ist der Blog doch auch Presse – oder ?

Wer bremst die Deutsche Wirtschaft?
Führungskräfte bitten zu Tisch.

Eigentlich sollte es nur ein Führungskräfteseminar sein. Doch im Rahmen dieses Seminars stellte sich die Aufgabe, kurzfristig ein Symposium mit hochkarätiger Besetzung zu organisieren.

Wird alles getan, um die wirtschaftliche Weiterentwicklung Deutschlands weiter zu stärken? Oder sind Parteien und Interessenverbände mittlerweile so in Abhängigkeiten und Wahlziele verstrickt, dass Sie nicht mehr in der Lage sind, die richtigen Entscheidungen zu treffen? Im Seeschlösschen Dreibergen in Bad Zwischenahn luden Führungskräfte Vertreter aus Politik und Wirtschaft ein, um eine Debatte zu führen, die im politischen Alltag nicht mehr stattzufinden scheint. Daß Bedarf daran besteht, lässt sich daran ablesen, dass die kurzfristig Eingeladenen sämtlich erschienen: Dr. Arno Schilling (Bürgermeister von Bad Zwischenahn), Cord Neemann (Unternehmer, Leer), Barbara Woltmann (Stellv. Landesvorsitzende LV OL, CDU), Klaus-Peter Tuchscherer (FDP), Frerich Rüst (DGB-Gewerkschaftssekretär) und Co-Gastgeber Erich Sehrbrock (Hoteldirektor Seeschlösschen Dreibergen).

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Alte Grabenkämpfe und neue Vorschläge

Zu Beginn wurde das Podium vor allem dazu genutzt, bestehende Postionen zu untermauern. So war es wenig überraschend, dass Frerich Rüst als Vertreter des DGB den Mindestlohn vehement verteidigte und das geringe Binnenwachstum als Folge der niedrigen Lohnsteigerungen der letzten Jahre interpretierte. Daraufhin musste er sich von der Kreistagsabgeordneten Barbara Woltmann vorwerfen lassen, die Gewerkschaften hätten immer noch nicht verstanden, dass wir in einer globalisierten Wirtschaft operierten. Über die Parteigrenzen hinweg waren sich zumindest die politischen Vertreter einig, dass eine nachhaltige Stärkung der deutschen Wirtschaft noch einiger Anstrengungen bedürfte – an vorderster Stelle einer umfassenden Föderalismusreform, die nach Dr. Schilling in umfassende Gestaltungsmöglichkeiten für die Kommunen münden müsse. Vom Bürgermeister kam auch der Vorschlag, nur noch alle fünf Jahre zu Urne zu bitten und Bundes, Landes- und Kommunalvertretungen an einem Tag zu wählen. Damit wäre zwischen den Wahlkämpfen endlich einmal Zeit für Politik.

Nach 1:30 Stunden angeregter Diskussion auf dem Podium war einerseits offensichtlich, dass mit dieser Podiumsdiskussion nicht umgehend das Wirtschaftswachstum am Standort Deutschland beschleunigt werden kann. Gleichzeitig wurde aber belegt, dass die Ausgangsidee, Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Arbeitnehmerschaft an einen Tisch zu bringen, der richtige Weg ist, deren Entfremdung aufzulösen. Das zeigte sowohl in der Bereitschaft der Referenten, der Einladung zu folgen und vor allem in dem regen und interessierten Austausch, der nach der offiziellen Diskussion stattfand.

Mehr als eine gute Idee

Fazit für die Teilnehmer: Im persönlichen Engagement jedes Einzelnen – sei es wirtschaftlich, politisch oder sozial motiviert – begründen sich die Gestaltungsmöglichkeiten, die den Wirtschaftsstandort Deutschland wohl am nachhaltigsten stützen können.

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Thomas Schulz

Thomas Schulz

4 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Nun, die Sozis waren mit dem Bürgermeister vertreten und der Gewerkschaftler war ein Klassenkämpfer wie ihn die DKP oder auch die SED/PDS jetzt LINKE nicht besser auswählen konnten. Die Grünen machten sich wohl gerade Sorgen um unser Klima und mussten den geplanten Jade-Weser-Port wegen 8 seltene Vögel (Rohrdommeln) verhindern und konnten daher nicht die Prioritäten für ein Seminar, eines Unternehmens das Fisch gefriert, setzen.

  • Ich finde das Ganze eigentlich ganz gut, nur rauskommen muss bei einer Zusammenkunft etwas und nicht nur Bla bla. Die Arbeiter sollten mehr einbezogen werden und ihre Meinung zu bestimmten Abläufen sagen dürfen. Dann bräuchten nicht so viele Firmen die Hilfe durch Factoring suchen.

    [Anmerkung Frank Ehlerding (FRoSTA): Werbe-Verknüpfung gelöscht.]

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