„Die Ampel“ oder „erweiterte Nähwertkennzeichnung“

Ein Thema das zur Zeit die gesamte Ernährungsindustrie und die Politik in Europa beschäftigt. Es geht um die Kennzeichnung jedes Lebensmittels in Bezug auf bestimmte Nährstoffe und den Energiegehalt. Ziel ist es den Menschen Informationen für eine gesündere Ernährung zu geben.

England ist bei diesem Thema Vorreiter und versucht sich an solch‘ einem System – hier zwei Beispiele:

ampel-kennzeichnung.jpg

Nähere Informationen zum englischen System findet man unter: Food.gov.uk

Nun bekomme ich vor kurzem einen Anruf von einer netten Dame von Kraft Foods. Wir haben uns über das Thema ausgetauscht und festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist einen gemeinsamen Weg für alle zu finden. Will heißen, die zugrunde liegenden Kriterien festzulegen.

Unklar bzw. strittig ist zum Beispiel, ob man die Angaben per 100g Lebensmittel oder pro normalerweise verzehrter Portion darstellt. Und wie groß ist dann eine normale Portion?

Und dann noch die Frage – wen interessiert das überhaupt? Raucher scheinen sich ja auch nicht wirklich von den viel extremeren Warnhinweisen auf den Zigarettenschachteln beeindrucken zu lassen …

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Jens Bartusch (Produktentwicklung)

Jens Bartusch (Produktentwicklung)

Bei FRoSTA seit 1. Oktober 1996.
1996-2001 Produktentwicklung (Bremerhaven) - dort habe ich Rezepte und z.B. die eigene Nudelherstellung bei FRoSTA entwickelt
2001-2011 verantwortlich für das Produktmanagement der Marke FRoSTA (Bremerhaven, ab 2004 Hamburg) - also alles was mit den Produkten zu tun hat, wie Produkt- und Verpackungsentwicklung (damit es auch immer wieder neue leckere und attraktive FRoSTA Gerichte gibt), Vermarktung oder wie es neudeutsch heißt Marketing (um die Produkte auch bekannt zu machen - denn was nützt das schönste Produkt, wenn es keiner kennt - hier haben wir noch eine Menge zu tun),...
Jan-Mai 2012 Produktentwicklung-Administration (Bremerhaven) - hier werden z.B. die Rezepte in unser Warenwirtschaftssystem (eine große Datenbank, mit der viele wichtige Abläufe bei uns gesteuert werden) gebracht und Produktbeschreibungen (im Fachchinesisch: Spezifikationen) für Handelskunden erstellt
seit Mai 2012 Senior Produktmanager Handelsmarken (Bremerhaven) - verantwortlich für Produkte und Verpackungen von Handelspartnern

28 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Mich interessiert die Angabe! Sehr gerne in Ampelfarben.
    Theoretisch am liebsten pro Portion, aber dann bitte in sinnvollen Portionen. Auf 0,5l Getränkeflaschen steht z.B. dann gerne mal, dass es 2 Portionen wären, das ist m.E. falsch.
    Sicherheitshalber dann lieber pro 100g und ZUSÄTZLICH pro Packung/Portion.

    • Natürlich sind solche Angabe sehr wichtig. Ich persönlich finde es sehr wichtig, dass ich weiß, was in den Lebensmittel steckt.

      Liebe Grüße
      Mark

      ( Anm. d. Admin: Link gelöscht, Name geändert. Bitte Blogregeln beachten! )

  • Ist zwar vielleicht gar nicht schlecht, wenn man anhand einer Farbe auf den ersten Blick sieht, wie hoch der Anteil bestimmter Nährstoffe ist, aber wirklich brauchen tu ich das nicht.
    Wenn mich was interessiert, schau ich einfach auf die Nährwertetabelle.
    Diese neuen Angaben auf der Vorderseite der Packung schau ich mir nie an. Nichtmal dann, wenn mich interessiert wieviel z.B. Kalorien sowas eigentlich hat. Weil in der Nährwerttabelle seh ich das gleich pro 100g und kanns vergleichen während die Dinger vorne meist pro Portion sind und ich 10x schneller die Tabelle gefunden habe, als des richtig umgerechnet habe.

  • wegen mir können auch auf Chipstüten Totenköpfe abgebildete sein. Bei Lebensmittel gibt es viel zu viel irreführende Werbung, z.B. Fruchtzwerge ohne Kristallzucker. Und zum Thema Portionen, meine Chipstüte vor mir hat 7 Portionen – soll die mir jetzt eine ganze Woche halten?

    Das Problem ist sicherlich nicht einfach zu lösen, aber bei der Diskussion hab eich immer das Gefühl das die Industrie nur davor Angst hat zu viele rote Ampeln zu bekommen.

  • Ich fände eine Angabe pro 100g sinnvoll. Die Preise in den Läden werden ja auch nicht in Portionen, sondern immer pro 100g /1kg angegeben, um sie vergleichen zu können.

  • Ich finde diese Angabe auf jeden Fall wichtig und interessant. Gleichzeitig befürworte ich die Ampel-Kennzeichnung, das ist klar und deutlich. Die Angaben sollten pro 100 g (an erster und somit prominenterer Stelle) und gleichzeitig als Ergänzung auch pro Portion angegeben werden. Allerdings sind die Portionsgrößen, die oft verwendet werden, wohl mehr als unrealistisch (30 g Cornflakes??). Hier sollte man sich an den Realitäten orientieren.

  • Bei festen Nahrungsmitteln am liebsten pro 100g / 1kg und für die gesamte Packung.
    Bei Getränken meinetwegen pro Glas (250ml) und für die gesamte Flasche. Meinetwegen auch andere Portionsgrössen als 100g und 250ml, aber dann bitte einheitlich – und nicht 250 hier, 330 dort.
    Wer vergleichen will kanns so einfach umrechnen, wer sich die ganze Packung / Flasche reinziehen will sieht auf den ersten Blick, was er sich damit „antut“.

  • Wie Alex (6.) schon geschrieben hat, sind die Angaben pro Portion ziemlich sinnlos. Ein Umrechnen auf 100gr finde ich da sinnvoll. Auch wenn das manchmal zu kuriosen Dingen führt: So war zum Beispiel dieses Salatkrönungszeug im Trockenzustand auf 100gr hochgerechnet, was zu einer sehr amüsanten Kalorienbilanz führte.

  • Wie all die anderen oben schon gesagt haben so auch ich:

    Auf jeden Fall nur auf 100g bezogen!

    Angaben auf Basis von Portionen sind irreführend, weil man gezwungen wird, erstmal rauszubekommen, wieviel man selbst als Portion betrachtet. Ich fühle mich von den Tabellen eines bekannten Cornflakes-Herstellers in diesem Zusammenhang ziemlich wenig ernst genommen – mal gelinde gesagt.

    Und bitte: Ballaststoffe und Natrium ausweisen und wenns geht (und der Aufwand vertretbar ist) die RDA-Prozente für die Vitamine. Das macht das kontrollierte Essen wirklich leichter.

    Bei Frosta-Sachen schüttet man ja meistens Wasser dazu. Aber wenn es Öl oder Milch sind, und es über einen Esslöffel hinausgeht, wären die resultierenden zusätzliche Einrechnungen ein schöner Komfort.

  • @micha
    … sind nicht an den Regalen die Preise pro Packung groß geschrieben und die pro 100g bzw. 1kg klein?

    @pro 100g
    Ist eine Angabe pro 100g wirklich hilfreich? Dann muß man ja die Werte für die Portion selber errechnen. Kann und vor allem will das die Mehrheit der Menschen? Führt das nicht eher dazu, dass man es nicht mehr ernst nimmt, weil es zu abstrakt und z.T. unreal (s. trillian – Salatkrönung) ist.

    Wäre es nicht sinnvoll beides zu haben, Nährwerte pro 100g, wie heute meistens (zumindest bei uns 😉 ) bereits angegeben und zusätzlich die Ampel pro durchschnittlich üblicher Portion. Dann kann man das Produkt auf einen Blick einschätzen und bei Bedarf hoch oder ‚runterrechnen.

  • „zusätzlich die Ampel pro durchschnittlich üblicher Portion.“

    Klar, sind die Angaben für Portionen sinnvoll. Aber wie Alex schon sagte – die „Portionen“ sind teilweise ein schlechter Witz. Die Fitness Fruits von Nestlé sind in Portionen von 40g eingeteilt (laut http://www.abgespeist.de), das ist nicht mal eine Handvoll – und sicher keine gängige Frühstücksportion….

  • Genau, da stimme ich dem Manuel zu. Also ICH werde von 40g Cornflakes nicht statt. Und ich haue mir auch keine TK-Pizza in den Ofen um mir dann am nächsten Tag die 2. Hälfte als 2. Portion wieder aufzuwärmen. Irgendwo habe ich sogar schon n Schokoriegel gesehen, der in 2 Portionen aufgeteilt war.

  • Hallo,
    wenn ich es richtig verstanden habe, soll der Sinn der Ampel der sein, schnell zwischen Lebensmitteln vergleichen zu können. Eine normierte Bezugsmenge ist also unabdingbar. Da die 100-g-Angabe bereits etabliert ist und viele sich daran gewöhnt haben, halte ich diese Bezugsmenge für sinnvoll.

    Es geht ja bei der Ampel nicht darum, seine aufgenommenen Kalorien auszurechnen, sondern auf einen Blick besonders energiereiche Lebensmittel zu erkennen und diese dann entsprechend zu genießen. 🙂

  • Also ich finde die freiwillige Nährwertkennzeichnung, die im Moment schon relativ breit Anwendung findet, sehr sinnvoll (vorbildlich find ich die Lidl-Eigenmarken: Da sind die Angaben pro Portion, pro 100g und Prozentwerte GDA angegeben). Und zwar viel sinnvoller als die Ampel, die meiner Ansicht nach eine sehr verkürzte und daher irreführende Darstellung ist und nur ein unnötig schlechtes Gewissen macht – ich plädiere mal wieder für den gesunden Menschenverstand bzw. für eine entsprechende (Schul-)Bildungsoffensive: Dass z.B. Süßwaren Kalorienbomben sind, sollte jedem klar sein, trotzdem ist gegen den maßvollen Genuss im Rahmen einer sonst abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung nichts einzuwenden, schließlich ist das auch ein Stück Lebensqualität!

  • @Norman
    Ja, so hab‘ ich das noch nicht gesehen. Erst dache ich: So ein Blödsinn, diese Ampelkennzeichnung. Aber jetzt weiß ich, dass sie nur dazu dient. die gut schmeckenden roten Sachen einfacher von den faden öden grünen Sachen abzugrenzen. 😉

  • Wie schon weiter oben angedeutet, die „freiwillige Kennzeichnung“ ist mitunter sehr kreativ – da gibt es auch schon mal unterschiedliche Tagesbedarfe (bedärfe?) an Salz oder Zucker… Das ist alles andere als „normiert“.

    Eine andere Frage kommt mir gerade in den Sinn – da hier in CH keine Frosta-Gerichte verfügbar sind, kann ich nicht nachsehen – was steht denn auf den Packungen drauf, gibt es eine „freiwillige Kennzeichnung“, wie groß ist die Portionsempfehlung und auf welche Werte stützt man sich (GDA etc.) ?!?

    Oder knapp gefragt: Ampel ok für Frosta?
    😉

  • […] Lebensmittel-Ampel wird in Deutschland diskutiert. Was wollen aber die Verbraucher? Interessante Diskussion im Frosta-Blog zum Thema Nährwertkennzeichnung. Weitere Artikel zum Thema:  Donnerstagslinks #36  |  Donnerstagslinks […]

  • Hm was spricht eigentlich gegen eine prozentuale Angabe?

    Wenn ein Produkt mehr als 10% Fett hat (oder so) bekommt es eine rote Ampel. Da hat man dann keine Probleme mehr mit den Mengen.

    Allerdings halte ich nicht viel von solchen Ampel Lösungen. Eine Cola Light mit Farb- Aroma- und Süßstoffen würde nur grüne Ampeln bekommen da sie kein Fett/Zucker/Kalorien enthält.

    Das würde dem Verbraucher vorgaukeln, ein gesundes Produkt vor sich zu haben.

  • @Manuel
    ja, Ampel O.K. für FRoSTA. Wir gehen gerne offen mit Informationen um.

    Heute findet man auf unseren Packungen die sogenannten big 4 (Brennwerte kcal, kJ; Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett) und die Broteinheiten (BE).

  • @Benni
    Zitat: „Eine Cola Light mit Farb- Aroma- und Süßstoffen würde nur grüne Ampeln bekommen da sie kein Fett/Zucker/Kalorien enthält. Das würde dem Verbraucher vorgaukeln, ein gesundes Produkt vor sich zu haben.“

    Ja, ist es das denn nicht? Komisch, alle Befürworter einer Ampellösung müßten doch stutzig werden, wenn eine Cola Light/Zero plötzlich als eines der gesündesten Lebensmittel erscheint? Wasser wäre es auch. Also nur noch Cola Light und Wasser in sich hineinschütten, und schon lebt man gesund. Soll das das Ergebnis der Ampelkennzeichnung sein. Was für eine Farce. Und was für eine Verschwendnung an (Arbeits-)Zeit wenn sich so viele Leute damit beschäftigen.

  • Also ich finde die ganze Kennzeichnungsdiskussion reichlich daneben, so lange manche Konsumenten sich weigern ihr Hirn einzuschalten.

    So lange die Erkenntnis über den Zusammenhang zwischen einer korrekten Nahrungsaufnahme und dem persönlichen Wohlbefinden nicht da ist, wird der Großteil der Konsumenten weder eine Ampel beachten, noch Totenköpfe oder sonswelche Angaben.

    Und der kleine Kreis an Menschen der sich Gedanken über ihre Ernährung macht kommt auch ohne bunte Ampeln zurecht.

    Gerhard Zirkel

  • Ich bin mittlerweile auch gegen ampelkennzeichnungen, weil ich befuerchte, dann wuerde sich suessstoff statt zucker noch weiter durchsetzen 🙁

  • Den meisten, die hier im Frosta-Blog schreiben, unterstelle ich mal, dass sie sich im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich mit ihrer Ernährung befassen. Hier werden sich also viele recht aufgeklärte Menschen herumtreiben, jedenfalls was die Ernährung angeht 😉

    Ich schließe mich da mal mit ein, weil ich mir sehr genau anschaue, was ich esse. Zwar esse ich auch ab und zu etwas sehr ungesundes, dann aber bewusst. Ich weiß, was ich da zu mir nehme, nehme es aber in Kauf, weil es mir schmeckt, wie z.B. die Tüte Chips bei einem spannenden Film.

    Bewussten Essern erscheint solch eine Ampel auf den ersten Blick sicher absolut sinnlos. Man weiß ja sowieso, dass der Kilo-Eimer Billig-Pudding ungesünder als ein Putensteak ist. Oder vielleicht gerade eben doch nicht ?

    Wenn ich im Fernsehen die diversen Sendungen sehe, in denen Ernährungsberater in die Kühlschränke von Familien schauen, deren Kinder bereits mit 10 Jahren aussehen wie das Michelin-Männchen, dann zeigt mir das, dass die breite Masse noch lange nicht da angekommen ist, wo die Frosta-Blog Leser sich befinden.

    Was befindet sich denn so in diesen (Kühl)schränken ? Zum Beispiel packenweise „Milchschnitte“, Toastbrot, Kellogg’s Smacks, Fruchtzwerge und Apfelsaft.

    Darauf angesprochen, dass all das nicht gerade zuträglich für eine gesunde Ernährung ist, fallen die Durchschnittskonsumenten geradezu aus allen Wolken. Es ist unfassbar für sie, dass Milchschnitte ungesund sein soll, wo doch im Fernsehen damit geworben wird, dass darin gesunder Weizen, gute Milch und bester Honig steckt. Dass es sich in Wahrheit um Zucker in Zucker mit Zucker handelt, hören diese Leute zum allerersten mal. Auch Brot wird doch überall gelobt. Das muss ja nun wirklich gesund sein. Dass dann aber Toastbrot aus völlig gehaltlosem, weißen Mehl auch wieder eher als Zucker gesehen werden muss als als gesundes Brot, stellt ihre Welt nun völlig auf den Kopf.

    Aber immerhin leben ja die Kinder gesund mit ihren „Frühstückszerealien“. Also zum Frühstück gleich mal eine große Portion Smacks oder Choco Pops mit Milch gegessen und ab in die Schule. Und wieder die schlechte Nachricht: Nix gesund… Sondern Zucker, Zucker und nochmals Zucker.

    Gleiches dann beim Apfelsaft und den Fruchtzwergen ohne Kristallzucker mit dem besten aus Früchten – sprich: Fruchtzucker. Es ist und bleibt aber auch wieder nur Zucker. Von Süßigkeiten, wie z.B. Gummibärchen, auf deren Tüten ein großer Schriftzug „Ohne Fett“ prangt, rede ich erst gar nicht.

    Hat die Ernährungsberaterin dann erst mal den gesamten Inhalt aller Schränke auf einen großen „Ungesund“-Haufen geworfen und der Familienmutter erklärt, dass all die „gesunden“ Nahrungsmittel aus der Werbung trotz gutem Weizen, Zerealien, ohne Fett und mit dem besten aus Früchten ihre Kinder fett und krank machen, versteht diese die Welt nicht mehr und muss sich erst mal setzen.

    Tatsächlich geht das wohl sehr vielen Familien so. Sie wissen es einfach nicht, und meiner Meinung nach ist zum großen Teil die irreführende Werbung dafür verantwortlich zu machen.

    Und genau für die große Masse dieser noch ahnungslosen Menschen, die den Werbeaussagen blind vertrauen und nicht wissen, wie und wo man sich informieren kann, finde ich eine solche Ampel eine prima Sache. Das würde immerhin mal ein Bewusstsein schaffen, das momentan nicht vorhanden ist.

    Es wird immer so über Deutschland und seine Geiz-ist-geil-Mentalität beim Essen gemeckert. Ich halte das für zu kurz gedacht. Ich denke, die meisten Menschen haben einfach keine Ahnung, was sie da in sich hineinstopfen. Wenn man zwei Joghurts zur Auswahl hat, die beide gleich groß sind, gleich aussehen, nach irgend etwas fruchtigem schmecken und laut Werbung aus gesunden Zutaten bestehen – sprich: Wenn beide Joghurts gleichwertig erscheinen – dann greift man doch natürlich zu dem Joghurt für 29 cent und nicht zum Joghurt für 69 cent. Erst wenn man WEISS, dass der Joghurt für 29 cent keine Fruchtstückchen mehr enthält, sondern Aromastoffe und irgendwelche auf Zedernholz gezüchteten Krümel, während im Joghurt für 69 cent noch ganze Kirschen drin sind, wird man bewusst zu dem teureren Joghurt greifen. So lange man die Bevölkerung nicht ehrlich informiert, die Masse durch irreführende Werbung dumm hält und nur ein geringer Prozentsatz sich ausführlich im Internet informiert, ist es doch klar, dass die billigen Produkte besser verkauft werden. Aber nicht, weil den Verbrauchern der Preis wichtiger als die Qualität ist, wie vielerorts immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt wird, sondern weil es den Verbrauchern schwer gemacht wird, die Unterschiede zwischen den Produkten und die Vorteile der teureren Produkte schnell und einfach zu erkennen.

    Also wäre eine Ampel immerhin ein erster Schritt, der sicher keinen großen Vorteil für Frosta-Blog-Leser, Sportler und andere Bewusst-Esser bringt, aber eben für diejenigen, die sich bisher noch zu wenig damit befasst haben.

    Eine Ampel würde meiner Meinung nach aber nur für die gesamte Packung Sinn machen, nicht für 100g. Interessant für den Verbraucher ist doch die Bewertung des Produkts, wie er es kauft und nicht, ob 100g oder eine oder zwei vermeintliche Portionen davon gesund oder ungesund sind. Wenn jemand eine 250g Tüte Chips kauft, wird er sie in den meisten Fällen auch an einem Abend oder Tag aufessen und nicht in 5 oder 2,5 Portionen einteilen. Interessant ist dann, wieviel % des täglichen Kalorien-/Fett-/Eiweiß-/Kohlenhydrat-Bedarfs durch diese Tüte gedeckt werden, bzw. ob verhältnismäßig viel Zucker enthalten ist und nicht, ob 100g davon noch ganz gut dastehen. Das hätte sonst zur Folge, dass es haufenweise Lebensmittel geben würde, die für 100g eine grüne Bewertung bekämen und dem Verbraucher nicht sofort ersichtlich würde, dass der Verzehr der kompletten 600g Portion eine wirklich schlechte Idee wäre.

    Die kcal/Fett/Eiweiß/Kohlenhydrat Angaben für 100g sollten trotzdem weiterhin auf der Rückseite aufgedruckt werden.

    Um wirklich sinnvoll zu sein, müsste die Ampel eigentlich auch Zusätze kennzeichnen, damit eben NICHT die Cola mit Süßstoff und die Suppe mit Glutamat als gesund vermarktet werden können.

    Wie weit sich das wirklich durchsetzt, bleibt abzuwarten. In der Zwischenzeit kann ich nur Frosta und allen anderen Herstellern hochqualitativer Lebensmittel empfehlen, mit ihrem Alleinstellungsmerkmal hausieren zu gehen und Werbung zu machen, wo es geht und dabei evtl. auch die falschen Versprechen der Konkurrenz bloßzustellen. Wenn ein Hersteller damit wirbt, keine Geschmacksverstärker zu verwenden, dann aber Hefeextrakt im Essen hat, oder wenn auf der Gummibärchenverpackung „Ohne Fett“ oder auf der Suppe „Ohne Geschmacksverstärker Glutamat“ steht, dann müssen die Verbraucher darauf hingewiesen werden, dass Hefeextrakt auch ein Geschmacksverstärker ist, das zwar kein Fett, aber tonnenweise Zucker in den Gummibärchen steckt, und dass zwar vielleicht kein Glutamat in der Suppe ist, aber dafür alle möglichen anderen Geschmacksverstärker und E-Stoffe drin sind. Irgendwann kommen wir dann zu einem Marktsystem, in dem sich die Hersteller erfolgreich gegenseitig überwachen und nicht jeder Hersteller die anderen Hersteller machen lässt, was sie wollen, weil jeder seine eigenen Leichen im Keller hat, die er gerne verschweigen möchte.

  • Ja warum denn nicht beim Essen von Ampelschaltung sprechen. JEder weiß, was damit gemeint ist.

    [Anm. d. Admin: Hallo „Weihnachtsgeschenk“ – Spamlinks sind hier nicht erwünscht. Danke!]

  • Also, ich bin ein absolut UEBERZEUGTER AMPEL-Fan, fuer mich ist diese Art Kennzeichnung wesentlich leichter und einfacher zu lesen bzw. zu verstehen, als dieses kleingedruckte – oftmals auch noch Ton-in-Ton gehaltene – Fachchinesisch, welches ich im Supermarkt erst noch muehselig stundenlang entziffern muss !!! Ich moechte einkaufen und dabei kurz, knapp, sachlich, uebersichtlich, buendig informiert sein/werden – und NICHT, ich betone NICHT meine Freizeit im Supermarkt verbringen geschweige denn dort uebernachten, weil ich vor lauter lesen die Schliessungszeiten verpasst habe!
    Ich denke, auch Kindern kann man hier schneller aufzeigen, was es mit den Farben auf sich hat, die lernen das ja schon spaetestens im Kindergarten (gruen ist gut, rot ist schlecht!)
    Mengenangabe von 100 g faende ich auch gut, eine Portion ist irgendwie ungenau, jeder versteht unter ‚Portion‘ doch etwas anderes. Selbst eine 30-g oder 50-g-Portion Angabe hilft nicht richtig, der eine isst vielleicht 25 g, der naechste 71 g, oder 44 – da finde ich 100-g eine berechenbare (nachzuvollziehende) Groesse!
    Danke
    C. Manners

  • Also ich bin absolut begeisterter Cola light Fan und bin der Meinung, dass man davon nicht zunimmt. Vor drei Jahren habe ich 13Kilo abgenommen und während der ganzen Zeit immer Cola Light getrunken. Und trotzdem abgenommen…

    [Anm. d. Admin: Und ich bin ganz begeistert davon, wie hier wieder „gespammt“ werden möchte. Hier gibt´s keine Flüge nach Bangkok und auch keine kostenfreie Werbefläche! Name geändert und Spam-URL gelöscht.]

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