Als ich diese Woche aus dem Urlaub zurück kam und wie üblich erst einmal eine Horde überflüssiger Mails bändigen musste, fand sich dabei aber auch ein unerwartetes Kleinod, das mir mein Kollege Gerhard Schlechte, den ich an dieser Stelle mit seinen Fotografien schon einmal vorgestellt habe, geschickt hat. Es handelt sich dabei um die fotografische Dokumentation eines einzigartigen archäologischen Fundes, der eigentlich schon gleichzusetzen ist mit der Himmelsscheibe von Nebra, dem Grab von Tutanchamun oder der Wiederentdeckung der verlorenen Zahnpastatube von Frank Sinatra.
Bei Abrissarbeiten von einem Haus in Meißen, also nur ca. 15 km enfernt von unserem Gemüse-Werk in Lommatzsch, entdeckte Jens Elschner, der Schwiegersohn unseres Anbauberaters Bernd Schmidtgen (hier bei der Arbeit zu sehen), zufällig eine Dose „Junge Schnittbohnen“ der Lommatzscher Gemüse- und Obstverwertung GmbH. Dies ist die Firma, aus der dann später unser Werk in Lommatzsch hervor gegangen ist. Auch früher wurde dort nämlich schon Gemüse angebaut und verarbeitet. Damals allerdings eben noch abgefüllt in Dosen. „Damals“, das heißt in diesem Fall im Jahre 1925. So alt ist die Dose. Gut, das Mindesthaltbarkeitsdatum dürfte mittlerweile leicht überschritten sein. Dafür hat sie aber seinerzeit die „Silberne Medailie“ des Landesverbandes Sachsen für Obst- und Weinbau verliehen bekommen. Sozusagen das Bundesverdienstkreuz für Lebensmittel. Oder so ähnlich Auf jeden Fall scheint die Qualität wohl auch damals schon gestimmt zu haben. Erst 1971 wurde die Produktion auf Tiefkühlkost umgestellt.
Liebe Blogleser..
für unseren Auftritt im Markenmuseum im Dezember letzten Jahres haben wir alles über die Markengeschichte von FRoSTA zusammengetragen. Wir haben in der FRoSTA-Zentrale in Bremerhaven im Archiv gestöbert und in der Verpackungs-Abteilung alle ´alten´ Verpackungen angeschaut, die archiviert wurden. Unsere Markengeschichte kann man dort genau nachlesen – im Markenmuseum.

Ich mag das erste FRoSTA-Logo. Hier ist es, viele kennen es bestimmt gar nicht:
Es ist von 1961, als die FRoSTA Handelsgesellschaft m.b.H. in Bremerhaven gegründet wurde.
Da war ich knapp minus 20 Jahre alt
Ich sehe es jeden Tag, ich habe es damals ausgedruckt und im Büro aufgeklebt. Es ist so süß mit dem Fisch, so einfach und sagt sofort alles Wichtige aus. Dazu die schöne alte Schrift.. wie findet Ihr es?
Hier zum Schluß nochmal unser jetziges Logo, nach einigen Veränderungen im Laufe der Zeit.

Grüße aus Hamburg! Sebastian H.
15 Kommentare 8. März 2008 | Veröffentlicht von Sebastian Hanoldt in: HistorischesFür einen Vortrag habe ich kürzlich recherchiert, wie und wann eigentlich Tiefkühlkost erfunden wurde. Die Geschichte ist ganz interessant:

Vor rund 80 Jahren (um 1925) ging ein amerikanischer Fischereibiologe mit Eskimos im Packeis bei Labrador fischen. Dort fielen ihm Fische auf, die in Eisklumpen eingefroren waren und dabei relativ unbeschädigt aussahen. Ob er diese Fische evtl. aufgetaut und probiert hatte, ist nicht überliefert, aber auf jeden Fall lieferte ihm dies eine ganz neue Idee für die Haltbarmachung von Lebensmitteln. Problem dabei: es existierten bis dahin keinerlei Anlagen, die Kälte erzeugen konnten. Also setzte er sich zunächst daran und entwickelte entsprechende Kältemaschinen.
Um 1930 lagen dann die ersten tiefgefrorenen Produkte in einem Supermarkt in Springfield/Massasuchetts. Weil aber natürlich niemand Tiefkühlkost kannte bzw. wusste, wie man damit umgehen kann, wurden Extra-Mitarbeiter bestellt, die beratenderweise hinter den neuen Truhen standen:
Der besagte Amerikaner hieß übrigens Birdseye, und das ist noch heute das englische Pendant zu Iglo.
Bis man in Deutschland die ersten tiefgefrorenen Komplett-Menüs kaufen konnte, vergingen noch mal knapp 30 Jahre (um 1960). Die neuen tiefgefrorenen Produkte eröffneten der damaligen Hausfrau ganz neue Möglichkeiten, was die Qualität der zubereiteten Speisen betrifft: An Haltbarmachung kannte man damals nur Trocknen, Einkochen oder Einlegen. All diese Methoden wirkten sich schädigend auf die Struktur oder den Geschmack aus. Tiefgekühlte Lebensmittel allerdings konnten plötzlich unabhängig von der Jahreszeit einen optisch und geschmacklich nahezu erntefrischen Eindruck bieten.
Daher ist der anschließende Siegeszug der Tiefkühlkost nicht verwunderlich:

Weitere interessante Infos rund um das A bis Z der Tiefkühlkost gibt es übrigens auch beim Deutschen Tiefkühlinstitut.
5 Kommentare 28. Oktober 2007 | Veröffentlicht von Caren Schlichting in: Aus der Zeitung, Historisches, InternationalesHeute habe ich beim Aufräumen eine alte Packung der FRoSTA-Paella aus dem Jahr 1999 gefunden. So sah sie damals aus:

Damals haben wir noch nicht über das Thema Zusatzstoffe nachgedacht und das Reinheitsgebot gab es noch nicht. Hier die Zutatenliste aus dem letzten Jahrhundert:

Heute verwenden wir keine Zusatzstoffe mehr und unsere Zutatenliste für die Paella sieht heute so aus. Wenn Sie mal bewußt die Zutatenlisten in der Tiefkühltruhe studieren, finden Sie auch heute noch diverse Rezepturen aus dem letzen Jahrhundert, teilweise sogar aus dem letzten Jahrtausend (hä?). Allerdings werden Zusatzstoffe oft nicht offen ausgewiesen und unter Gruppenbezeichnungen wie “Gewürzmischung”, “Gewürze” etc. versteckt.
10 Kommentare 2. August 2007 | Veröffentlicht von Torsten Matthias in: Historisches, ProdukteGerade finde ich beim Aufräumen eine Uralt-Promotion-Unterlagen aus dem Jahr 2001. Man konnte 5,- DM “Treuerabatt” auf sein Konto überweisen lassen, wenn man 6 FRoSTA-EAN-Codes von der Verpackung ausschnitt, diese reinigte, in den Probierpaß klebte und den Paß dann einschickte. Die FRoSTA Paella hat damals noch 5,99 DM im Handel gekostet und unsere Promotions waren noch kompliziert. Ich weiß noch, dass sich an dieser Aktion anno 2001 kaum jemand beteiligt hat.

Witzig ist es aber, mal wieder die alten Verpackungen zu sehen. Außerdem hatten wir zwischendurch einen anderen Slogan: “FRoSTA. Das schmeckt mir.” Ja, ja, so war das damals. Und was hat sich seitdem geändert?
- keine Mark mehr
- keine komplizierten Promotions mehr
- keine Zusatzstoffe mehr
Super, oder?
7 Kommentare 30. Juli 2007 | Veröffentlicht von Torsten Matthias in: HistorischesEintrag von Frank Ehlerding (Controlling)
Der „historische“ Rückblick
Ja, das war ein Ereignis damals 1954. Die Straßen waren leergefegt. Ganz Deutschland war begeistert.
Nein, nicht wegen der Fußballweltmeisterschaft. Sondern weil seinerzeit das Tiefkühlkost-Fertiggericht erfunden wurde. Und zwar nicht in Bern. Und so wie Reporter Herbert Zimmermann damals bei einem bekannten Fußballspiel vor Begeisterung schrie: „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen … Rahn schießt … Tooor! … Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus … Deutschland ist Weltmeister!“, so hieß es damals auch zum ersten Mal: „Da hinten im Tiefkühlfach müsste noch Bami Goreng liegen … Bami Goreng warm machen … Mmmhhhh … Lecker! Lecker! Lecker! Das schmeckt echt lecker … Dieser Geschmack ist weltmeisterlich!“
FRoSTA hat übrigens aus Dankbarkeit vor einiger Zeit den Erfindern der Tiefkühlkost und des Tiefkühkost-Fertiggerichtes ein Denkmal setzen lassen.
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Ja, so war das damals. Und mir sollen sofort die Finger auf der Tastatur verdorren wenn das nicht stimmt.
Ich bin übrigens seit 15 Jahren bei FRoSTA, dort im Controlling beschäftigt und das hier ist mein erster Schreibversuch in Blogschrift. Jetzt muß ich aber schnell aufhören, meine Finger werden auf einmal so wahnsinnig spröde …
| Eintrag von Jens Bartusch (Produktmanagement)… Schneestürme wie man sie in Bremerhaven seit ewigen Zeiten nicht erlebt hat – z.Zt. ca. schienbeinhoher Schnee. Schon in Bremen soll Tauwetter sein – liegt eben im Süden. Und ein Kollege der von Würzburg nach Innsbruck unterwegs ist (was will der da eigentlich??? |
Frau König vom Tiefkühlinstitut hat mich gerade eben besucht (ja auch so was gibt es, das Institut soll dafür sorgen, dass man mehr Tiefkühlsachen ißt! Gesponsert wird es von allen die etwas mit Tiefkühlware zu tun haben). Sie plant am 30.5.2006 ein Fest zum 50. Geburtstag von Tiefkühlprodukten.
Sie erzählt mir eine lustige Geschichte:
1956 hatten die amerikanischen Soldaten in ihrem Kontrakt vereinbart, dass immer alle 6 Stunden eine warme Mahlzeit serviert wird. Auf dem Flug Deutschland – Amerika war das natürlich nicht einfach. Die Flugzeuge sind deshalb in Irland zwischengelandet damit alle essen konnten! Bis eine Firma JOPA aus München (nicht Joop!) anfing Gerichte einzufrieren und in die Flugzeuge zu bringen.
Und so sind Tiefkühlgerichte zum ersten Mal produziert worden!
Die Geschichte erzähl ich mal der Lufthansa!
Schade dass sie keine Bilder hatte, aber vielleicht findet sie ja noch etwas!
3 Kommentare 1. Februar 2006 | Veröffentlicht von Felix Ahlers in: Historisches