Smart Food vom Fraunhofer Institut

Diese Woche war ich beim Fraunhofer Institut in Dortmund: dies sind die klugen Leute die MP3 entwickelt haben! Das neue Projekt, an dem gerade gearbeitet wird, heißt „Smart Food“.

Die Idee ist einfach: Man speichert in sein Handy alle Dinge die man beim Einkaufen von Lebensmitteln beachten möchte wie z.B.:

·Lebensmittel die man besonders gerne mag (z.B. extra-virgin Olivenöl, Lebensmittel aus bestimmten Ländern)

·Mögliche Allergien

·Zusatzstoffe die man vermeiden möchte

·Lebensmittel die einem nicht schmecken (ich mag z.B. keine Erdnüsse, bin aber nicht allergisch).

Beim Einkaufen kann man dann die „EAN – Kodes“ eines jeden Produktes mit seinem Handy photographieren und an eine Datenbank per SMS schicken. Innerhalb von Sekunden bekommt man alle Informationen zu dem Produkt und ob es zu seinem „Profil“ passt. Zusätzlich könnte das Handy Produkte empfehlen die gerade im Angebot sind und besonders gut zum eigenen Profil passen. So könnte man das Handy als „Einkaufsführer“ nutzen. Übrigens, in Kürze werden die neuen UMTS Handys diese Technik beherrschen.

Wie es Herr Wolfschmidt von Foodwatch sagte:

„der Konsument ist der Schiedsrichter im Markt und dazu braucht er mehr Informationen“.

Ich finde die Idee jedenfalls gut und wir werden an diesem Projekt mitarbeiten. Als nächstes wird es dazu einen Testmarkt geben.

Klingt interessant, oder?

PS: die Frage war noch wer denn eigentlich diesen Service bezahlen soll? Der Handel, die Produzenten, die Konsumenten?

Über den Autor Zeige alle Beiträge Website des Autors

Felix Ahlers (Vorstand)

Felix Ahlers (Vorstand)

Seit 1999 arbeite ich bei FRoSTA und bin derzeit Vorstandsvorsitzender im Hamburger Büro.
Im Sommer spiele ich Tennis und Kitesurfe gerne! Und natürlich koche ich sehr gerne und manchmal bin ich mit dabei, wenn unsere Produktentwicklung an neuen Rezepten arbeitet...

5 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Schlechte idee, vollkommen konsumentenfremd. Wer hat schon lust 5 minuten vor nem produkt zu stehen um zu wissen, ob es zu einem passt. schlecht, einfach nur schlecht

  • Na ja, als technisch interessierter klingts erstmal …. na…so mittel. Besser als EAN fotografieren wäre wahrscheinlich einfach die Nummer zu simsen. Das ist dann auch einfacher zu erkennen, bei der Auflösung der meisten Handycams. Dann wäre natürlich noch das Datenproblem zu lösen. Informationen über Geschmack und Inhaltsstoffe sind ja nicht noch nicht so allumfassend vorhanden. Das größte Problem seh ich allerdings wie Peter in der Zeit, die das alles kostet. Dann sagt doch ein Blick auf die Zutatenliste, vor allem wenn sie so aussagekräftigist wie bei Frosta, mehr und spart Zeit.

  • ist die Schweiz nicht ein interessanter Markt für Frosta ???

    Hier müsste der Erfolg machbar sein, Marktführer 2007 – 2008 ???

    2. März 2006, 13:23, NZZ Online
    Esskultur ändert sich rasch
    Jüngere wählen Fastfood – Ältere achten stärker auf gesunde Ernährung

    Die Schweizer Esskultur ändert sich rasch: Weniger Fleisch, dafür mehr Fisch ist ein Trend der letzten zehn Jahre. Unter den Jüngeren ist Fastfood besonders in Mode gekommen. Ältere dagegen achten stärker auf eine gesunde Ernährung als noch vor zehn Jahren. Rund ein Drittel der Bevölkerung kümmert sich beim Essen gar nicht um die Gesundheit.

    tsf. Der mobile Mensch verdrückt sein Sandwich unterwegs oder in der kurzen Arbeitspause im Büro. So lautet das Vorurteil über die moderne Esskultur. Das Bild stimmt nur zum Teil, wie das Bundesamt für Statistik (BfS) in seiner Analyse der Ernährungsgewohnheiten in den Jahren 1992 bis 2002 festhält. Tatsächlich ist der Schnellimbiss ein wichtiger Trend. Vor allem bei den Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren ist diese rasche, unkomplizierte Verpflegung beliebt. Die Statistiker führen die Verbreitung von Fastfood auf Veränderungen der Lebensbedingungen zurück: Die Familienstrukturen haben sich gewandelt, die Arbeitswege sind länger und die Mittagspausen kürzer.

    Unter den jüngeren Personen verpflegen sich mehr als die Hälfte (54 Prozent) mindestens einmal wöchentlich in einem Schnellimbisslokal oder auf der Strasse. Bei Männern ist dies erwartungsgemäss häufiger der Fall als bei Frauen.
    Ein markanter Röstigraben

    Beim Fastfood zeigt sich ein markanter Röstigraben. Eher überraschend ist regelmässiger Schnellimbiss in der italienisch- und französischsprechenden Schweiz (27%) weit häufiger als in der Deutschschweiz (19%). Wie erwartet ist dagegen die rasche Verpflegung auf dem Land (17%) seltener als in den Städten (22%).

    Fastfood ist jedoch nicht der einzige wichtige Trend der letzten zehn Jahre. Parallel zu diesem Trend haben die Bundesstatistiker auch ein verstärktes Gesundheitsbewusstsein festgestellt. Allerdings gilt dies nur für die älteren Menschen. Sie ernähren sich heute gesünder als noch vor zehn Jahren, wie es es in der Mitteilung heisst. Sie wählen in ihrem Speiseplan vermehrt Salat, Gemüse und Früchte aus.
    Frauen achten mehr auf die Gesundheit

    In der Ernährung sind Frauen deutlich gesundheitsbewusster als Männer. 76 Prozent der befragten Frauen erklärten, sie achteten auf ihre Ernährung. Bei den Männern waren es nur gerade 61 Prozent. Insgesamt spielt die Gesundheit beim Essen für rund einen Drittel der Bevölkerung kaum ein Rolle. Dies war schon 1992 so.

    Warum ist die gesunde Ernährung für einen grossen Teil der Bevölkerung eine Nebensache? Am meisten – von 18 Prozent der Befragten – wurden die höheren Kosten als Grund genannt. Einem gesunden Essen stehen aber auch Gewohnheiten und Zwänge des Alltags (17%), eine Vorliebe für gutes Essen (18%) und der hohe Zeitbedarf für das Einkaufen und Zubereiten (12%) im Weg.

    Selbst die Wohnsituation lässt sich in der Esskultur ablesen. Wenn Männer in einem Familienhaushalt leben, essen sie häufiger Gemüse, Früchte, Käse, Milch und Fische. Wenn sie dagegen allein leben, besuchen sie öfter Schnellimbisslokale. Bei den Frauen sind diese Unterschiede weniger ausgeprägt.
    Weniger Fleisch, mehr Fisch

    Der dritte Haupttrend, den das Bundesamt für Statistik festgestellt hat, betrifft den Fleischkonsum. Dieser ist generell zurückgegangen, vor allem beim roten Fleisch, also vom Rind, Schwein, Kalb oder Lamm. Dafür ist Fisch beliebter geworden als noch vor zehn Jahren.

    Bei der Flüssigkeitsaufnahme halten sich Schweizerinnen und Schweizer fast genau an die Empfehlungen der Gesundheitsfachleute. Nur gerade vier Prozent der Schweizerinnen und Schweizer trinken weniger als einen Liter pro Tag, wie dies von den Fachleuten als Minimum festgesetzt wird. Der Anteil nimmt mit steigendem Alter aber zu, vor allem bei Männern.

    Die Schweizerische Gesundheitsbefragung wurde für die Jahre 1992, 1997 und 2002 erhoben. Im Rahmen der jüngsten Ausgabe wurde eine Zufallsstichprobe von 19’700 Personen befragt.

  • Hallo,
    ich finde das Prinzip was hinter smart-food steht toll und frage mich seit langem, wieso es nicht in die Praxis umgesetzt wird.
    Offensichtlich ist ein Grund die technische Umsetzung. Ich nehme an, dass aber ausserdem der Wille zu solch einem Verbraucherinformationssystem auf breiter Front noch fehlt, ansonsten kann ich mir kaum eine solche „Loesung“ fuer das Problem erklaeren.
    Dass das ganze keine Schnappsidee ist versuche ich kurz deutlich zu machen.
    Wirtschaftlich betrachtet haben wir einen Bedarf nach Informationen (ob ich nun billig, gesund oder politisch korrekt essen moechte). Zur Zeit wird dieser mehr oder weniger durch Preis/Kg, Bio-Kennzeichnungen, Delphinfreundlich-Kennzeichnungen usw. befriedigt. Der Wachstum in der Bio Branche zeigt, dass in Teilbereichen damit Geld zu verdienen ist. Dieses Wachstum zeigt meiner Meinung auch das wesentlich mehr Geld zu verdienen waere, wenn eine technisch reife Loesung fuer das Informationsystem vorhanden waere. Diese Loesung darf natuerlich nicht dauerhaft mehr kosten als sie einbringt, wenn sie aus dem Markt heraus entstehen soll. (Anders waere es bei gesetzlichen Richtlinien o.Ae., aber dafuer ist das die falsche Website…)
    Am guenstigsten waere einen Loesung, die in relativ profitablen Bereichen ansetzt (z.B. Essen das von Verbrauchern „unterschaetzt“ und deswegen gemieden wird). Leider ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass solche Systeme sich nicht ueber eine Art ehrliche Werbung herausentwickeln werden, wie sie jetzt schon viel zu sehen ist (siehe Freiland/Bio-eier). Es muss bei der Verbreitung dieses Systems ein kritischer Punkt ueberschritten werden an dem die Nichtbereitstellung von (insb. unangenehmer) Information Wettbewerbsnachteile bringt. Wenn der Verbraucher gewohnt ist, dass eine breite Menge an Informationen selbstverstaendlich verfuegbar ist wird er das fehlen dieser Information negativ werten. Sie wurden wohl kaum ohne Grund verschwiegen. Dieser kritische Punkt, an dem Information die Norm ist und ein mangel an Information die Ausnahme, ist leider in der Nahrungsmittelindustrie (und leider auch in anderen Branchen) noch weit entfernt.
    Diesen Punkt kann man mit Handyfotos allein sicher nich erreichen, auch wenn es ein Schritt in die richtige Richtung ist. Mein Vorschlag waere dreigeteilt: eine Erzeugerseitige Datenbank mit Produktinformationen, ein Interface fuer der Verbraucher und ein Filter mit harten und weichen Auswahlkriterien.
    Die Datenbank sollte barrierefrei, oeffentlich einsehbar sein und standartisierte eintraege von einer extrem breiten Menge an Information aufnehmen und verknuepfen koennen. Sie sollte ueber das internet abgerufen werden koennen, oder heruntergeladen und lokal betrieben werden, wobei ersteres vorzuziehen ist. Das Interface mit dem Filter ist das zweite wichtige Teil. Ich halte es fuer wichtig den Filter vom Interface trennbar zu machen. So kann man verschiedene technische Loesungen fuer das Interface anbieten, ohne das der Verbraucher dadurch benachteiligt wird. Eine Idee fuer das Interface fuer einen Supermarkt waere:
    einige Einkaufswagen sind mit RFID Scannern ausgeruestet der Kunde uebertraegt seine Filterkriterien auf den Scanner (per bluetooth ueber handy, usb o.Ae). Der Scanner ruft Informationen ueber RFIDs in Produktverpackungen bzw. ihren Preisschildern ab. Diese enthaelt die ihn betreffende Information aus der Erzeugerdatenbank oder initiiert eine Verbindung mit dieser.
    Die Information wird mit dem Filter abgeglichen. Eins von drei Signalen wird gegeben fuer: alles ok, weiches Kriterium verletzt, hartes Kriterium verletzt (z.B als Ton oder Laempchen).
    Auf diese Weise waere es dem Verbraucher moeglich Gesund einzukaufen, indem bestimmte Produkte ausgeschlossen, oder bevorzugt werden. Mit entsprechendem Interface koennten aufgrund erweiterter Filtereinstellungen auch Vorschlaege gemacht werden (z.B. Krebsrisikominimierung).
    Er koennte politisch korrekt einkaufen, indem er Produkte bestimmter Nahrungsmittelnkonzerne oder ihre Beteiligung an Unternehmen kategorisch ausschliesst, oder differenzierter indem er nur von Unternehmen kauft, bei denen es auch Gewerkschaften, Mindestloehne, keine Kinderarbeit usw. gibt.
    Und er koennte einfach und billig einkaufen wenn er seine Einkaufsliste nach Verfallsdaten zuvor gekaufter Produkte, Preis pro Kalorie oder vol.% Alkohol, Mehrwertsteuer usw. zusammenstellt.
    Wenn man mit solch einer ueber Jahre gewachsenen Liste einkaufen geht kann man wirklich bewusst einkaufen, nicht wenn man um halb acht genervt nach der Arbeit im Supermarkt steht und alles im Kopf haben soll. Dann koennen auch vernuenftige Unternehmen, die den Vergleich nicht scheuen davon profitieren.