„Sonst werden Sie ausgelistet….“

… höre ich zusammen mit unseren Verkäufern in dieser besinnlichen Adventszeit im Moment oft. Natürlich nicht nur wir sondern auch viele andere Hersteller, denn es ist die Zeit der Jahresgespräche. Und die Standarddrohung ist eben, dass man mit seinen Produkten nicht mehr in den Truhen liegt wenn man die Preisforderungen nicht erfüllt.

Zum Glück ist inzwischen auch der Lebensmittelhandel mit unseren Produkten sehr zufrieden. Dies bringt viel positive Stimmung in die Verhandlungen. Und es gibt ja Leute wie unseren Freund den Shopblogger der die Handelswelt sehr menschlich beschreibt. Ansonsten muss man schon sagen, dass die Gespräche oft richtig hart sind. Letzte Woche haben wir tatsächlich einmal viereinhalb Stunden non-stop verhandelt bevor wie uns schließlich geeinigt haben. Ein anderer witziger Spruch eines Einkäufers (nachdem ich ihm eine halbe Stunde die Vorzüge des Reinheitsgebotes vorgebetet habe): „Nun kommen Sie mir nicht wieder mit Ihren handgeblasenen Erbsen“.

Allerdings muss man den deutschen Handel auch mal in Schutz nehmen: in Frankreich und Italien geht es nämlich noch um einiges rabiater zu. Dort habe ich vor 10 Jahren für Delverde, einer kleinen Pastafirma in Süditalien gearbeitet. Und ich wurde oft mit Sprüchen empfangen wie:

„Was wollen Sie denn nun schon wieder hier“ oder

„wenn ihre Pasta nun so toll ist dann essen sie sie doch einfach selbst und lassen uns in Ruhe“.

In der nächsten Woche schreiben wir hier wie wir uns auf solche Jahresgespräche vorbereiten….

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Felix Ahlers (Vorstand)

Felix Ahlers (Vorstand)

Seit 1999 arbeite ich bei FRoSTA und bin derzeit Vorstandsvorsitzender im Hamburger Büro.
Im Sommer spiele ich Tennis und Kitesurfe gerne! Und natürlich koche ich sehr gerne und manchmal bin ich mit dabei, wenn unsere Produktentwicklung an neuen Rezepten arbeitet...

9 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • … und trotz eines solchen Gebahrens, bei dem es letztlich um den schnöden Cent, also den Preis, geht, wird der Konsument seitens der Lebensmittelhändler (ob nun Vollsortimenter oder Disocunter) mit Öko/Bio-Siegeln und Wellness-Produkten zu ködern versucht, das Motto „Qualität ist wichtiger als der Preis“ gebetsmühlenartig beschworen. Der ganze Lebensmitteleinzelhandel ist reichlich schizophren, und manchmal hat man den Eindruck, die Damen und Herren wissen selbst nicht, was sie wollen.

  • Mal davon abgesehen, dass dieses Einkaufen/Verkaufen-Business in der Praxis mit Sicherheit nur selten wirklich lustig ist: Die zitierten Sprüche sind genial.
    Handgeblasene Erbsen… Klasse! 🙂

    Gruß,
    Hans-Jürgen Philippi

    P.S.: Wisst Ihr eigentlich, dass zuletzt in der c’t (Computerzeitschrift) ein Loblied auf den FRoSTA Blog gesungen wurde? Hat Euch bestimmt viele neue Leser gebracht, so wie mich.

    P.P.S.: Bin allerdings schon länger FRoSTA-Fan, denn Eure Tiefkühl-Gerichte sind wirklich die schmackhafte Ausnahme im Bereich des „Convenience Food“, wie man neudeutsch sagt.

  • @Philippi: von der Computerzeitung C´T haben wir noch nicht gehört. Kann man die noch heute im Handel kaufen? Falls nicht, hätten Sie eine Kopie davon?

  • Heft Nr. 25, Seite 94 ff.: „Die Glaubwürdigkeit des Webs 2.0“. Den Artikel kann man online kaufen siehe URL).

    c’t ist übrigens die bei weitem auflagenstärkste Technik-Zeitschrift im deutschsprachigen Raum und Pflichtlektüre für viele Profis im IT-Biz!

    Grüße,
    Hans-Jürgen Philippi

  • @Philippi: vielen Dank! Noch ein weiterer Spruch der mir gerade einfällt:

    „Nun werde ich schon wieder mit dem Reinheitsgebot zugeblubbert…“

  • Auf den Artikel hab ich hier in blog doch schonmal hingewiesen… die c’t bekommt man normalerweise an jedem Kiosk und ist, richtig, Pflichtlektüre 🙂

    M¿

  • Das Thema Jahresgespräche (auch mal als „Hauptreisezeit“ bezeichnet) finde ich auch hochinteressant. Und jedes Jahr hört und liest man den selben Kram dazu. Ich habe zu dem Thema schon einmal eine Vorlesung gemacht und im Vorfeld der Veranstaltung ein paar Zitate gesammelt. Im dem Jahr, als der Markenverband Jubiläum gefeiert hat, gab es besonders viel fromme weltfremde Statements: „Erste Stimmen werden laut, die fordern, auf Jahresgespräche alter Art doch künftig ganz zu verzichten. Besser sei es, sich mit dem Handel auf eine konzeptionelle, strategische Richtung zu verständigen und alle zwei bis drei Monate gemeinsam zu prüfen, ob Änderungen vorgenommen werden müssten.“ Tja, leider ist das Leben kein Wunschkonzert…

  • Wird in diesen Gesprächen eigentlich auch vereinbart, wieviele Packungen oder so im Sortiment liegen?

    In meinem Lieblingsmarkt (Tegut) finden sich seit geraumer Zeit nicht mehr alle Varianten. Mir scheint, als ob dies stärker gekürzt wurde.

    Ich hoffe nicht, dass dies das Ergebnis der Jahresendverhandlungen war 🙂

  • @ Wieviele Produkte im Sortiment sind wird auch vereinbart. Beim Tegut hat aber er Marktleiter viel Einfluss auf sein Sortiment. Er kann also, wenn er will, von einigen Produkten mehr bestellen in seinem Zentrallager. Der sogenannte „Ordersatz“ zeigt dem Markt was er bestellen kann. Insofern lohnt es sich immer intensiv nachzufragen. In den meisten Fällen bekommt man dann auch das Produkt was man will!

    Immer schön hartnäckig bleiben!

    Gruss, Felix Ahlers

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