Das Ende von billigen Lebensmitteln

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Gerade lese ich im Economist über die weltweit steigenden Preise für Lebensmittel.

Ich hatte ja vor einigen Monaten hier und hier darüber geschrieben wie wir davon betroffen sind.

Interessant finde ich, dass das staatlich subventionierte Bio-Benzin (Ethanol) der Hauptgrund für teurere Lebensmittel ist. Allein die USA verarbeiten 30 Millionen Tonnen Mais zu Ethanol (30% der gesamten Ernte!).

Auch ist die Nachfrage nach Lebensmitteln gestiegen: die Chinesen essen heute pro Jahr und Kopf 50kg Fleisch statt 20kg in 1985. Und die Fleischproduktion braucht etwa 5x soviel Getreide als wenn man sich direkt vom Getreide ernährt.

Dabei muss man immer bedenken, dass Preise für Lebensmittel, im Vergleich zu den meisten anderen Dingen, weniger stark gestiegen sind. Und außerdem: Selbstkochen und vegetarisch essen. Beides hilft sparen und trotzdem gesund und gut zu essen!

PS: Einen Mercedes mit Bio-Benzin voll zu tanken verbraucht übrigens genauso viel Getreide wie ein Mensch pro Jahr zum Essen braucht.

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Felix Ahlers (Vorstand)

Felix Ahlers (Vorstand)

Seit 1999 arbeite ich bei FRoSTA und bin derzeit Vorstandsvorsitzender im Hamburger Büro.
Im Sommer spiele ich Tennis und Kitesurfe gerne! Und natürlich koche ich sehr gerne und manchmal bin ich mit dabei, wenn unsere Produktentwicklung an neuen Rezepten arbeitet...

12 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Ich finde immer wieder echt traurig wie mit potentiellen Lebensmitteln umgegangen wird. Dazu sei auch mal die Dokumentation „We feed the world“ angeraten.
    Es wird verschwendet was nur zu verschwenden geht wärend auf der anderen Seite der Erde (maximal 6000 km Weg) die Leute jeden Tag bangen müssen überhaupt was zw den Zähnen zu haben.
    In gewisser Weise ist es vielleicht auch gut, wenn die Nahrungsmittel teurer werden – vielleicht steigt dann die Wertempfindung für Lebensmittel wieder.

  • @Olli:

    Meines Wissens nach ist der RADIUS der Erde 6.000km, der Durchmesser also 12.000km (minimale Entfernung zum gegenüberliegenden Punkt der Erde). Da man sich aber ja nicht durch die Erde graben kann, muß man sich auf der Oberfläche bewegen, so daß die Entfernung bei ca. 40.000km Umfang bei etwa 20.000km liegt.

  • Das schlimmste ist, dass uns der Agrotreibstoffwahnsinn als „Öko“ verkauft wird, obwohl er mehr Schaden anrichtet als wir das bisher mit dem Öl geschafft haben. Die Auswirkungen sind nicht nur teurere Lebensmittel, das ist nur das erste was wir merken.

    Habe im waldblog in letzter Zeit einiges zu diesem Thema geschrieben.

    Gerhard Zirkel

  • oh verdammt ich bin mal wieder ein Rechenkünstler³ – klar – wenns bis zum Erdkern 6000 km sind sind es bis auf die andere Seite 12000km – excuse me 😀

  • Zitat: „Interessant finde ich, dass das staatlich subventionierte Bio-Benzin (Ethanol) der Hauptgrund für teurere Lebensmittel ist. Allein die USA verarbeiten 30 Millionen Tonnen Mais zu Ethanol (30% der gesamten Ernte!).“
    Zitat Ende.

    … so wie hierzulande die Biogasanlagen aus dem Boden sprießen, wirds mit der Maisknappheit wohl noch schlimmer. Denn schon hier gibt es gewisse Lieferengpässe.

    Wobei ich den Sinn und Nutzen einer Biogasanlage nun nichtin Frage stellen möchte.

  • Hallo Herr Ahlers,
    ich hoffe, dass es Ihnen gut geht und Sie erfolgreich durchs Jahr gekommen sind.

    Wie in den letzten Jahren ja schon öfter muss ich meckern und habe viele Fragen. (Obwohl Sie und Ihr Team ja offensichtlich einen guten Job machen…)

    Verfügbarkeit: Bei mir in Potsdam ist Frosta einfach schwer zu bekommen, und wenn, dann nur in geringer Auswahl.
    Oft genug habe ich mir dann im KaDeWe ausgeholfen. Dort gibt es auch fast das ganze Sotiment. Nun kosten aber die 500gr. Packung 4,49 Euro. Ich bin ja wirklich nicht Preissensitiv, aber det iss schon nen starkes Stück.
    Wie steht es denn hier mit Ihren Vertriebserfolgen ?

    Kreditkrise: In IHrer Bilanz steht ja ein großer Teil ABS-Verbindlichkeiten. Haben sich hier die Finanzierungskosten erhöht und wenn ja, wie reagiert man darauf?

    Lebensmittelpreise: Hat aufgrund der Preisentwicklung und des sich abzeichnenden längerfristigen Trends ein Umdenken in Ihrer Firma stattgefunden?
    Wie will mann grundsätzlich die immer schneller werdenden Veränderungen meistern ? Wie reagiert man auf die globale Erwärmung und die damit verbundenen Naturkatastrophen und Ernteausfälle ?`

    Beste Grüße
    Mirco

  • @Mirco: Das mit dem KaDeWe werden wir gleich mal an unseren Key Accounter weiterleiten damit wir das klären, scheint mir auch absolut überhöht zu sein!!

    In Potsdam sollte es aber auch einen PLUS oder REWE geben, oder? Ansonsten sind wir seit kurzer Zeit auch wieder besser bei EDEKA Reichelt zu finden! Ansonsten gilt eben, dass wir nur an die Händler verkaufen können die uns auch einen vernünftigen Preis zahlen.

    Nur so können wir bei unserer Qualität bleiben.

    2. Frage: ABS Kosten sind günstig für uns und da wir insgesamt eine gute Bilanz haben kriegen wir heute leichter Kredite und zahlen eher weniger Zinsen als in der Vergangenheit….sagt unser Finanzchef jedenfalls und dem vertraue ich jetzt mal!

    3. Frage:

    Wir werden natürlich Rohstoffpreise die wir nicht beeinflussen können immer beobachten und auch weitergeben müssen. Gleichzeitig versuchen wir natürlich überall effizienter zu werden, zu sparen und so einen Teil der Verteuerung abzufedern.

    Die hohe Co2 Belastung ist ein immer größeres Thema, hatte dazu auch vor einiger Zeit etwas hier geschrieben. Aktuelle Investitionen berücksichtigen dies bei uns und dazu wird es in einigen Monaten noch eine Neuigkeit geben die ich nicht vorwegnehmen möchte!

  • In Mexico hatt der Biospritt schon dazu geführt
    das sich dort kaum noch jemand seine Tortillas wie früher backen kann,
    da das Maismehl knapp und unheimlich teuer ist.
    Denn die USA haben den einheimischen Markt kaputt gemacht indem
    sie ihre Überproduktion jahrelang zu dumopingpreisen nach Mexico verkauft haben,
    und in Mexico darauf hni kaum noch ein Bauer Mais angebaut hatt.
    Nun da ein Drittel des USA Maises in die Tanks wandert könen sich die wenigsten mexikaner noch Mais(mehl) leisten.

  • Das Schlimme an den Subventionen für Biosprit ist, dass damit der Ökologie ein Bärendienst erwiesen wird. Wenn in Brasilien der Regenwald abgeholzt wird, um Biosprit zu erzeugen, kann das nicht sinnvoll sein. Auch in den USA wird eine Menge herkömmlicher Energie verwendet, um Bioenergie erst zu erzeugen. Dank der Subventionen lohnt das, der Umwelt nützt es nichts.

  • Ich hab mal ne Frage, die FRoSTA Produkte sind ja mit der Umstellung auf das Reinheitsgebot 2003 teurer geworden. Am Anfang wurde dieser neue Preis ja nicht wirklich akzeptiert, später wurde das FRoSTA Reinheitgebot ein voller Erfolg – ich find die Sachen auch echt gut und greife regelmäßig darauf zurück- wie wurden denn damal die Kunden darüber informiert warum die Preise steigen mussten. Und warum wurden die neuen Preise zunächst nicht akzeptiert?

  • @Julia: Ich glaube das Problem war damals, dass wir uns selbst zu wenig Zeit gelassen haben. Wir dachten wir kommen mit dem Reinheitsgebot und alle greifen sofort zu. Tatsächlich hat es eben lange gedauert bis die Leute das „neue“ FRoSTA probiert haben, darüber geredet haben und den Unterschied verstanden haben.

    Ich glaube auch, dass wir heute andere Kunden haben als noch vor dem Reinheitsgebot.

    Aber dieser Wechsel braucht einfach Zeit. Und auch die Werbung damals hat nicht ausgereicht das Reinheitsgebot in kurzer Zeit allen potentiellen Kunden zu erklären.

    Viele Presseberichte haben im Laufe der Zeit haben sicher auch geholfen das Konzept klar zu machen.

    Das die Produkte teurer geworden sind war sicher auch eine Schwierigkeit, dieser Punkt wurde aber von den meisten Leuten verstanden als sie sich im Detail mit dem Aufwand des Reinheitsgebotes beschäftigt haben.

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