Öko- Institut berechnet Klimabilanz von Tiefkühlprodukten

Heute haben das Deutsche Tiefkühlinstitut e.V. und das Öko- Institut e.V eine umfassende Klimabilanzstudie zur Tiefkühlkost vorgestellt.

Das für viele vielleicht überraschende Ergebnis: Tiefkühlgerichte verursachen nicht mehr klimaschädigende Treibhausgase als zum Beispiel selbstgekochte Gerichte.

Hier der komplette Ergebnisbericht.

Wir befassen uns bei FRoSTA ja schon seit 2008 mit der Ermittlung der CO2 Fußabdrücke (PCFs) unserer Produkte. Inzwischen errechnen  und veröffentlichen wir den Fußabdruck für alle unsere Produkte im Internet.

Auch wie unsere Gerichte im Vergleich zum Selberkochen abschneiden haben wir für unser Tagliatelle Wildlachs schon ausgerechnet, auch zusammen mit dem Öko-Institut,  und kommen zum gleichen Ergebnis: Selberkochen spart in der Regel kein CO2.

Das überrascht ersteinmal.  Denn Tiefkühlung verbraucht doch viel Energie, oder?

Die Gründe für das gute Abschneiden der Tiefkühlkost liegen zum einen darin, daß wir in großen Mengen sehr viel energieeffizienter kochen können als die Verbraucher zu Hause.

Unsere Berechnungen von 2011 haben aber noch einen anderen Grund ergeben:

Unser Tiefkühlgemüse wird immer im Freiland angebaut und zwar dort, wo die klimatischen Bedingungen ideal sind. Bei Tomaten und Paprika zum Beispiel in der Türkei. Direkt nach der Ernte werden sie vor Ort, also im Ursprungsland gewaschen, gewürfelt  und schockgefroren. Nun werden sie in tiefgefrorenen Zustand nach Deutschland transportiert.

Frische Tomaten und Paprika können dagegen in Deutschland nur in den Sommermonaten im Freiland  angebaut werden. Im größten Teil des Jahres kommen  sie aus dem Gewächshaus (meistens fossil beheizt und beleuchtet).

Vorteile FRoSTA TK Gemüse aus Klimasicht gegenüber frischem Gemüse:

  • Abfälle (Strunke, Kerne) bleiben im Ursprungsland und werden nicht mittransportiert.
  • In tiefgekühltem Zustand, gewürfelt und in großen Kartons verpackt  kann das Gemüse wesentlich besser gestaut werden als frisches Gemüse. Es passt deutlich mehr Ware in einen LKW.
  • Treibhäuser  werden meistens fossil beheizt und beleuchtet und verbrauchen viel Energie.
  • frisches Gemüse wird außerhalb der Saison sogar manchmal mit dem Flugzeug transportiert (zB. Erbsenschoten und Bohnen aus Kenya und Zimbabwe). Tiefkühlgemüse kann, da lange haltbar, immer per Schiff, LKW oder Zug transportiert werden.

Ein dritter Grund für die gute Klimabilanz unserer Gerichte liegt im FRoSTA Reinheitsgebot:

Wir verwenden ja seit der Umstellung 2003 keine „Pulver“ mehr (außer bei Gewürzen). Also kein Knoblauchpulver, kein Milchpulver, kein Sahnepulver sondern alles wird frisch verarbeitet. Und wir stellen unsere Pasta selber her anstatt Trockenpasta zu nehmen. All das spart CO2, wieviel genau finden Sie hier.

Über den Autor Zeige alle Beiträge Website des Autors

Friederike Ahlers (Öffentlichkeitsarbeit)

Friederike Ahlers (Öffentlichkeitsarbeit)

Ich bin für die Öffentlichkeitsarbeit der FRoSTA AG zuständig - dazu gehört bei uns auch das FRoSTA-Blog.
Durch das FRoSTA-Blog habe ich bei dieser Aufgabe Unterstützung durch alle Blog-Autoren, denn jeder Einzelne trägt durch seine Beiträge zur Öffentlichkeitsarbeit bei.

15 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • „Wir verwenden ja seit der Umstellung 2003 keine “Pulver” mehr (außer bei Gewürzen).“

    Was für Gewürze sind das eigentlich noch? Bei Pfeffer habt ihr ja kürzlich umgestellt auf frisch gemahlenen (was bei Pfeffer IMMER Sinn ergibt – wohingegen ich mich bei einer Salzmühle jedes Mal frage, was das eigentlich soll…)

    • zum Beispiel alle Bestandteile unseres Currys: Fenchel, Bockshornkleesamen, Curcuma, Cheyennepfeffer, Koriander, Senfsaat, Kreuzkümmel. Das sind alles klassische Gewürze, die wir gemahlen einkaufen und dann in Bremerhaven zu insgesamt 7 verschiedenen Currys zusammenmischen, je nach Gericht mal schärfer, mal milder.

  • Was sollte auch bei einer von der Tiefkühlindustrie beauftragten „Studie“ anderes herauskommen? Obwohl ich das Ergebnis grundsätzlich für glaubwürdig halte, zweifle ich doch an dem Wert der hier vorgestellten Untersuchung.

    Übrigens: Der Link zum Ergebnisbericht ist tot.

    • In Deutschland immer wieder interessant zu sehen: Eine an sich umweltschonende Konzern-Strategie und ihre wissenschaftliche Begleitung wird reflexartig bekrittelt („gekaufte Gutachten, Ergebnis wertlos“ …) anstatt sich mal die wirklich „blinden“ (oder sollte man sagen „blindwütigen“) Nahrungsmittel-Konzerne vorzuknöpfen. Etwas weniger Bedenkenträger hier im Blog würden FROSTA guttun.

      Weiter so FROSTA!

      • Zur Klarstellung: Ich stimme den in der Studie gemachten Argumenten im Grunde voll zu. Aber wenn eine Interessengemeinschaft ein Gutachten in Auftrag gibt, dann hat das für mich immer einen etwas merkwürdigen Beigeschmack.

        Dazu kommt noch, dass in der Studie ein paar exemplarische Beispiele herausgegriffen wurden (wobei auch noch viele Annahmen getroffen wurden/werden mußten). Mit solchen Zahlenspielereien kann man alles oder nichts belegen. Ein paar leicht nachvollziehbare Argumente (die hier ja auch schon genannt wurden) sind da eigentlich viel besser zur Werbung geeignet:

        *) Feldfrüchte können bis zur vollen Reife auf dem Acker bleiben. Allerdings muß das ja nicht zwangsläufig bei jedem Tiefkühlprodukt so gemacht worden sein! Man muß also schon genau hinschauen.

        *) Direkt nach der Ernte tiefgefroren, so dass die meisten Inhaltsstoffe erhalten bleiben (muß aber wiederum auch nicht zwangsläufig bei jedem Produkt so sein).

        *) Viel weniger „Verlust“ auf jeder Stufe der Verarbeitung.

        *) Kostengünstiger und energiesparender (Schiffs-)transport möglich, da Zeit keine große Rolle spielt.

        *) Auch sehr langfriste Vorratshaltung möglich.

        Und bei Fertiggerichten zusätzlich:

        *) Extrem schnelle Zubereitung

        Diese Argumente sind aber natürlich nicht ausschließlich auf CO2 gemünzt. Das ist meiner Meinung nach aber auch nicht notwendig. CO2 (bzw. Energieverbrauch) ist ja nur ein Teilaspekt. Wenn es weniger CO2 erzeugt, jeden Tag Bohnen zu essen, dann wollte ich das trotzdem nicht. Mir geht es eher darum, eine gute Ernährung zu erreichen, die aber bezahlbar bleibt (also effizient sein muß).

        • Bedeutet das, dass Interessensgemeinschaften keine Studien in Auftrag geben dürfen? Und woher beziehen sie dann unabhängige Expertisen und Meinungen? Ausschließlich aus Blog-Kommentaren?

        • Das Beziehen von Informationen ist halt ein schwieriges Thema. Aber es ist doch klar, dass Informationen, die von einer Interessengemeinschaft kommen, immer die Interessen dieser Gemeinschaft wiederspiegeln (deshalb heißt sie ja auch so ;-)). Was soll ich also mit solchen Information anfangen? Ist ja klar, worauf das hinausläuft. Selbst wenn unabhängige Institute beauftragt wurden, würden negative Resultate ja nicht veröffentlicht. Aus solchen „Studien“ kommt also immer etwas Positives heraus. Man muß schon genau hinschauen, wer was in welchem Auftrag und mit welcher Intention „wissenschaftlich“ analysiert hat. Das ist schwierig und bedarf einer guten Allgemeinbildung und viel Skepis um diese Information auf Plausibilität zu prüfen.

  • Interessant.
    Der direkte Link ist bei mir auch tot, ich habe den ausführlichen Bericht über den Link des Öko-Institutus bekommen, ihn aber noch nicht durchgelesen.

    Zu Ihrer Argumentation fällt mir auf, daß der Transport in Pulverform wohl auch effektiver wäre als der Transport der Ausgangsprodukte.

  • Warum sollte Pulver effektiver zu transportieren sein? Ob man nun große Zwischenräume bei großen (Pfeffer-)körnern hat oder sehr viele kleine nach dem Mahlen macht ja nicht unbedingt einen Unterschied. Es kann sich auch ins Gegenteil verkehren.

    Außerdem würde ich Gewürze bevorzugen, die zwischen Mahlen und Tieffrieren (bzw. Verzehr) nicht lange gelagert wurden. Das Aroma entweicht dann ja.

  • Ich gehöre selbst nicht zum Konsument von Tiefkühlprodukten, lese aber hier mit, weil ich das Engagement der Firma „Frosta“ interessant finde.
    Was mich bei dieser Bilanz interessieren würde, wie sie sich verschieben würde, wenn man bei Selber kochen Produkte aus ökologischen Anbau einsetzt und wie wenn – rein hypothetisch – Frosta auch Ökoprodukte einsetzen würde, diese Bilanzen nebeneinander aussähen.

    Der oben genannten Bilanz würde ich – ohne sie mir näher angeschaut zu haben – schon vertrauen. Für den Moment reicht das auch, schließlich bildet sie die Realität vieler Verbraucher ab. Für die Zukunft aber wird der Anteil an Ökoprodukten hoffentlich zunehmen. Oder nicht nur hoffentlich. Er muss es und zwar deutlich. In dem Fall hätte ich Zweifel das die Bilanz immer noch Zugunsten des Tiefgekühlten ausfallen würde. Aber wissen, würde ich es auch nicht.

  • Wir Deutschen müssen immer alles perfekt machen. Wenn wir die Welt in Schutt legen wollen, machen wir es. Allerdings haben uns dann die anderen in Schutt gelegt. Nun haben wir die Weltrettung und das gesunde Sterben entdeckt.

    Wenn ich die angewelkten Leute vor den Öko-Produkten sehe, die stirnrunzelnd und heißdiskutierend die Inhaltsstoffe analysieren, frage ich mich, warum wollen die überhaupt alt werden. Dabei müsste ihnen die momentan immer älter sterbenden jetzigen Senioren zu denken geben. Sie haben jahrzehntelang intensivst Zigarettenrauch, ungefilterte Autoabgase, stinkenden Schlotrauch eingeatmet. Und Atombombenversuche, die vermutlich weit mehr Cäsium etc. in die Atmosphäre brachten, als Tschernobyl. Und dennoch muss man sie beinahe totschlagen. Wobei man sich allerdings fragen muss, wie wünschenswert das Leben ab einem bestimmten Alter noch ist. 115 Jahre und davon 20 an der Schnabeltasse?

    Für mich ist die Öko-Bewegung eine riesige Gelddruckmaschine. Die erfolgreichste Marketing-Strategie aller Zeiten. Mit Gesundheit und Umwelt lassen sich exzellent Geschäfte machen. Wir werden zu einem Volk der Radfahrer um die Welt zu retten und in Manila werden täglich 300 Autos neu angemeldet. In China dürften es noch mehr sein.

    Zum Schluss ein Beispiel, das manche krude Meinungen widerlegt. Ein Bekannter von mir besaß eine Hühner-Käfighaltung. Regelmäßig baute er in dieser Halle eine lange Tafel auf, wo man Eierspeisen essen konnte bis das Cholesterin aus allen Poren kam. Die Halle war hell, gut durchlüftet und in den Eiern wurden nie Arzneimittelreste nachgewiesen. Dabei waren der Chef und die Mitarbeiter der in dieser Stadt ansässigen Chemischen Landesuntersuchungsanstalt ebenfalls Kunden.

    Das sollte man einmal in einer Bodenhaltung machen. Die wenigsten lassen da überhaupt Betriebsfremde hinein.

    Das zu dieser Diskussion

  • Etwas strange sind die Annahmen schon… Pizza 30 Minuten bei 180° Umluft für die selbstgemachte…?
    Max. 10-12 Minuten bei Vollgas mit Ober- und Unterhitze… sonst ist das keine Pizza sondern ein Kuchen.

    Leider sieht man nur selten, was tatsächlich zugrunde gelegt wurde… so im Ergebnis daher kaum bzw. nicht nachzuvollziehen.
    Oder gibt es noch einen Link auf eine ausführliche Fassung?

  • Wir essen regemäßig Frosta Produkte, die Qualität halte ich für gut. Das „schockgefrorenes Gemüse“ Vorteile hat, leuchtet mir ein. Was Studien angeht, bin ich immer skeptisch. Aber irgend einen Ansatz braucht man ja.

    [ Anm. d. Admin: Website entfernt. Bitte Blogregeln beachten. Vielen Dank! ]

Jetzt Kommentar schreiben und mitdiskutieren

Bitte vor dem Kommentieren unsere Blog-Regeln zur Kenntnis nehmen.