Was soll ich zur Nachhaltigkeit sagen?

Am 14. April soll ich auf dem internationalen Handelskongress in Berlin über nachhaltiges Handeln und Produzieren reden.

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Nachdem ich bereits bei der Nachhaltigkeitsarena etwas gesagt habe, möchte ich meinen Vortrag verbessern.

Wer gibt mir einen guten Rat? Was soll ich an meinem letzten Vortrag ändern? Was bedeutet eigentlich wirklich „Corporate Responsibility“ für die Verbraucher?

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Felix Ahlers (Vorstand)

Felix Ahlers (Vorstand)

Seit 1999 arbeite ich bei FRoSTA und bin derzeit Vorstandsvorsitzender im Hamburger Büro.
Im Sommer spiele ich Tennis und Kitesurfe gerne! Und natürlich koche ich sehr gerne und manchmal bin ich mit dabei, wenn unsere Produktentwicklung an neuen Rezepten arbeitet...

12 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Hallo Herr Ahlers,

    gute ppt-Folie, aber sollte sich die Nachhaltigkeit nicht nur auf das Produkt an sich, sondern auch auf die Nachhaltigkeit der eingekauften Rohstoffe beziehen ?

    Hier liefern Sie doch auch selbst schon Ihre eigene Vorlagem denn auf Ihrer Webseite findet man doch unter „Anspruch“ -> „Nachhaltigkeit“ (!!) den Verweis auf den MSC-zertifizierten Fisch. Warum erzählen Sie hier nicht auch etwas darüber ? Ggf. gibt es das MSC-Schema auch für das eingesetzte Gemüse o.ä. ?

    Gruß,

    Rainer

  • @Rainer:

    Da haben Sie vollkommen Recht. MSC ist ein gutes Thema was wir bis heute nicht groß kommuniziert haben – auch weil wir mit diesem Thema natürlich nicht alleine sind!

    Aber ist wohl trotzdem relevant!

  • Zwei Anmerkungen, eine einfache Spezielle und eine längere allgemeiner Art:

    Speziell: „Natives Olivenöl Extra“ ist per Definition immer kaltgepresst aus erster Pressung. „kalt gepresst“ kann
    also keine Besonderheit beim neuen FRoSTA sein. Folie sollte geändert werden…

    Allgemein: „Nachhaltiges Handeln und Produzieren“ vermisse ich völlig in den Folien. Die bestehenden Folien könnten mit
    „das FRoSTA-Reinheitsgebot“ betitelt werden.

    Leider habe ich für diese Lücke auch nicht die wirklich passende Lösung 😉 Ich befürchte, dass sich die Prinzipien der Nachhaltigkeit und der konsequenten Umsetzung des Reinheitsgebotes mit den Ansprüchen an unbedingte Qualität durchaus widersprechen können.

    Wichtig ist die Unterscheidung der lokalen Nachhaltigkeit einzelnen Prozesse („Fischeinkauf“) gegenüber einer übergeordneten, prozessglobalen Nachhaltigkeit („Nachhaltigkeit in Produktion und Handel“)

    Eine Grundmetrik der Nachhaltigkeit ist der Ressourcenverbrauch, der in der gesamten Wertschöpfungskette
    (Produktion der Grundzutaten, Transport, Herstellung, Transport, Konsum beim Endverbraucher) involviert ist.
    Hier wäre eine interessante Frage: Wie verhält sich der kumulierte energetische Aufwand zur Produktion eines FRoSTA-Gerichtes im Vergleich zur Konkurrenz?
    Wie hoch ist der Anteil der nicht-regenerativen Energieträger in diesem Prozess? Und: Sofern dieser höher als bei Discount-Massenprodukten ist:
    Wie lässt er sich trotzdem aus Nachhaltigkeitssicht rechtfertigen (Gewichtung der Zielstellungen, ‚Anschub‘ nachhaltiger Prozesse beim Erzeuger).

    Ich bin ein konsequenter FRoSTA-Fan – teils aus Gründen der (gefühlten) Firmenpolitik, aber vor allem aus Gründen der Qualität.
    Nur kann ich mir trotzdem vorstellen, dass trotz Rohstoffeinkaufs aus nachhaltigen Quellen die energetische Nachhaltigkeitsgesamtbilanz
    der FRoSTA-Produktions- und Distributionskette nicht an der Spitze liegt.

    Hier wäre für mich eine wissenschaftlich fundierte Untersuchung und Darstellung der einzelnen Faktoren im Vortrag wünschenswert und im Themenkomplex „Nachhaltigkeit in der Produktion und Logistik“
    passend angesiedelt. Im Rahmen einer PP-Präsentation ist das sicher nicht ganz einfach 😉

    Was vielleicht ginge, wäre, kurz zu erwähnen, dass:

    * Nachhaltigkeit ein „net“-Problem ist, welches nicht alleine durch die Nachhaltigkeit einzelner isolierter Prozesse gewährleistet werden kann.
    * FRoSTA an der ‚Quelle‘, d.h. den Produzenten auf (isolierte) Nachhaltigkeit achtet.
    * FRoSTA durch unbedingte Konsequenz bei Qualität und beim Reinheitsgebot unter Inkaufnahme eines evtl. momentan niedrigen Gesamtnachhaltigkeitsfaktors die Weichen stellt, um später durch Marktdurchdringung und wirtschaftlichen Erfolg
    den Nachhaltigkeitsfaktor zu verbessern.

    So ein Vortrag wäre zur Endkundenansprache sicher nicht geeignet aber für ein Fachpublikum sicher eine willkommene Abwechslung der üblichen ‚Wir sind super‘-PP show.

    P.S.: Ich sehe gerade noch den Beitrag von ‚heintze‘ über mir. Die sozialethische Komponente ist in meinem Beitrag nicht vorhanden, mir geht es erst einmal primär um die energetische aktuelle und ggf. zukünftige Nachhaltigkeit, d.h. um einen messbaren Wert ‚je Packung Fertiggericht‘ . Ich persönlich wäre bereit, eine geringere Nachhaltigkeit bezüglich nicht-regenerativen Energien und einen höheren energetischen Produktionsaufwand einer „Tüte“ in Kauf zu nehmen, wüsste aber gerne ‚wo ich stehe‘, d.h. mit welchen nicht-nachhaltigen Faktoren eine Tüte FRoSTA im TK-Regal ‚belastet‘ ist (oder nicht).

  • @Lars Fricke, Heintze:

    Vielen Dank für die vielen Anregungen und den Brief. Morgen früh sitze ich 4 Stunden im Zug und werde endlich etwas Zeit haben mir Gedanken zu machen.

    Nur kurz vorab: auch ich bin mit dem aktuellen Vortrag nicht zufrieden, viele Dinge die wir tun sind dort nicht genannt: z.B. bestandserhaltender Fischfang nach MSC Regeln, Arbeitsbedingungen bei unseren ausländischen Lieferanten usw.

    Ausserdem werden wir uns in Kürze mit dem Thema Energie und Co2 beschäftigen. Ein sehr komplexes Thema: gerade heute wurde mir erklärt, dass eine frische Tomate im Winter gekauft so ziemlich das schlimmste ist für die Co2 Bilanz – da diese mit künstlichem Licht und Wärmeenergie aufgezogen wird. Dies kostet angeblich mehr Energie als jedes Tiefkühlgemüse.

    Ich melde mich wieder wenn ich weiter bin!

  • Hallo Herr Ahlers,

    habe mir Ihre Präsentation von der Arena angeschaut und möchte m.e. mich heintze kurz anschließen: reines Marketing – wenig Substanz.

    Ich bin heute zum ersten mal hier auf Ihrem Blog und bewundere es, wie offen Sie hier diskutieren 🙂 Ich kenne auch Ihre Produkte nicht, dafür aber das Segment der neuen Ökos oder LOHAS und CSR sehr gut.

    Meine Tipps zum Thema nachhaltiges Food – allerdings weiß ich nicht, ob Sie dazu was sagen können:

    – Bio-Rohstoffe
    – Fairtrade / Arbeitsbedingungen
    – Regionalität / Transport
    – Gesundheit
    – Transparenz / Nachverfolgung
    – Sicherheit

    So far so good …

    Viel Erfolg weiterhin auf dem Weg zu einem nachhaltigen Unternehmen.

    Gruss
    Christoph Harrach – http://karmakonsum.de

  • CSR bedeutet für mich als Kunde in erster Linie Transparenz, also Kommunikation&Kentnnismachung einer Entwicklung die auf Nachhaltigkeit bedacht ist. Das geht nicht von heute auf morgen, man kann ruhig Defizite zugeben.
    Dann ist es natürlich die CSR als Arbeitgeber, die auch so gerne medial ausgeschlachtet wird. Der Verbraucher kennt solche Begriffe nicht, ich will als Verbraucherin Vertrauen in die Marke bringen weil sie nicht nur Qualität bietet, sondern auch verantwortlich handelt: Produktion in DE oder Nähe, Bio-Produkte, aber auch deutliche(re) Kenntlichmachung von Kalorienanzahl auf den Verpackungen! Nachhaltigkeit bedeutet auch sich eine gesunden, zufriedenen Kunden zu erhalten.

  • @ Hallo Herr Heintze + Alle:

    bald habe ich eine neue, hoffentlich bessere Version meines Vortrages zur Nachhaltigkeit fertig die ich dann hier noch einmal zur Diskussion stellen werde.

    Inzwischen gibt es ja keine Firma mehr die NICHT von CSR und Nachhaltigkeit spricht. Das macht es natuerlich nicht unbedingt glaubhafter fuer das Publikum!

  • Vielen Dank für den Tipp, die Ausstellung in Berlin werde ich mir in jedem Fall bald ansehen! Und bei google sehe ich auch einmal vorbei….

  • @Heintze: da haben Sie Recht, wir arbeiten aber daran und ich denke spätestens Anfang nächster Woche kommt der neue überarbeitete Vortrag!

  • Hallo Herr Ahlers – ich habe Ihnen schon auf dem Deutschen Mediatag in München vor einem Jahr und dann noch Ihrer Kollegin Frau Schlichting auf dem Euroforum Seminar in Düsseldorf meine rückhaltlose und nun nicht mehr sehr originelle Bewunderung für Ihren Blog ausgesprochen.

    Ich würde empfehlen, Ihren Vortrag zu ergänzen um eine Begründung für den Kern Ihres Erfolges: Das Modethema Nachhaltigkeit, Ihr Reinheitsgebot, die Transparenz die sich in diesem Blog manifestiert treffen ins Mark des neuen Bewußtseins, daß unter – dem etwas blöden – Label LOHAS jetzt in aller Munde ist. Diese „idealistischen Hedonisten“ vereinen nicht immer konsequent Genuß und Gewissen und stellen Markter vor völlig neue Herausforderungen, die Frosta wegweisend meistert. Viele haben ja den Verdacht, daß Frosta diesen Weg eher instinktiv als strategisch gegangen ist: Aber jetzt – kurze Werbeeinblendung – gibt es neue Studien, die den unbedingten Zusammenhang zwischen den oben genannten drei Phänomenen erkären: Nämlich mit dem Wertesystem der LOHASen, die ganzheitliches Denken, langfristiges Commitment und beziehungsorientierte Kommunikation einfordern.

    Die Beispiele Otto, BMW, Bionade beweisen, wie schwierig es für Marketer ist, nicht nur im Sinne der Nachhaltigkeit verbesserte Produkte und Services anzubieten, sondern auch ihr Marketing im Sinne der Nachhaltigkeit umzustellen. Es wäre doch toll, am Beispiel Frosta und in Ihrer gewohnt bescheidenen Art zu erklären, warum Nachhaltigkeit und Transparenz in der Kommunikation unbedingt zusammengehört. Ich melde mich freiwillig für ein paar Folien!

    Schöne Grüße aus Düsseldorf,

    Martin Albrecht

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