Eiskalter Klassiker

Mein Name ist Bernd Heise.

Bei der FRoSTA AG im Produktionswerk Schottke in Bremerhaven bin ich als Werksleiter tätig.

Wir produzieren hier mit bis zu 600 Mitarbeitern Tiefkühlprodukte. Eines davon ist das Fischstäbchen. Über diesen eiskalten Klassiker möchte ich Ihnen etwas erzählen und Sie, liebe Blogger, zu einem Besuch an diese Produktionslinie einladen.

Seit über 40 Jahren werden panierte Fischstäbchen millionenfach produziert. Im Einzelhandel findet man sie in attraktiven Abpackungen wie Faltschachteln oder Beuteln. Das von Kindern so beliebte Fischstäbchen wird u. a. bei der Frosta AG im Werk Bremerhaven hergestellt. Mit Ketchup oder „Majo“ sind diese appetitlichen, goldbraunen Meereshappen für unsere kleinen Kunden der Hit. Dieses Produkt wurde erstmals in England produziert und hat seinen Siegeszug dann in Deutschland fortgesetzt. Die FRoSTA AG produziert allein in Bremerhaven über 20.000 Tonnen Fischstäbchen im Jahr. In mehreren Schichten wird dieser Klassiker nicht nur für deutsche Lebensmittelkonzerne, sondern für den gesamten europäischen Raum, einschließlich des Mutterlandes England, gefertigt.

Auf unserer vollautomatischen Produktionsanlage werden in 8 Stunden 1 Millionen Fischstäbchen produziert. Das sind umgerechnet mehr als 30 Tonnen pro Tag oder eine Strecke von 10 Kilometern.
Das Fischstäbchen ist lebensmittelrechtlich geschützt. Es wird zusätzlich zur firmeninternen Qualitätssicherung durch die staatliche Aufsichtsbehörde, dem Veterinäramt, genau unter die Lupe genommen. Es wiegt 30 g und der Anteil an reinem Filet muss mindestens 65 % betragen. Das entspricht einer Grammatur von 19,5g. Der Panadeauftrag darf 35% nicht überschreiten.

Und nun liebe Blogger begleiten Sie mich auf unserer kleinen Besichtigungstour.

Vom Parkplatz kommend gehen Sie an unserem langgestreckten Firmengebäude entlang. Es duftet bereits nach frischer Panade. Am Empfang ist alles auf Ihren Besuch vorbereitet und ich nehme Sie erst einmal mit in unsere firmeneigene Kleiderkammer. Denn bevor wir in die Produktion gehen, werden Sie mit einem schneeweißen Kittel und einem Haarnetz ausgestattet.
Schmuck und Uhren legen wir ab, damit keine Fremdkörper in den Betrieb gelangen. Obwohl unsere produzierten Fertigwaren Metallsuch- und Röntgengeräte durchlaufen, sichert diese vorausschauende Maßnahme unsere Produkte zusätzlich ab.
Weiter geht es in die sogenannte Waschschleuse. Hier ist Händewaschen und Desinfizieren angesagt, denn Personalhygiene ist ein elementares Kriterium bei der Herstellung von Lebensmitteln.
Über eine automatische Sohlenreinigungsanlage, die mit rotierenden Bürsten und Wasserdosierung arbeitet, betreten wir jetzt die Produktionsräume.
Bevor wir uns die einzelnen Stationen unserer Fertigungslinie ansehen, möchte ich Ihnen noch einige Dinge erzählen.
Sicherlich möchten Sie gerne wissen, woher die Fischfilets kommen und was alles getan wird, ehe dieser feine Rohstoff in unsere Produktion gelangen darf.

Während man früher Fischstäbchen aus Kabeljau fertigte, ist heute der Alaska-Seelachs die am meisten eingesetzte Fischrohware. Die z. B. in der Bering Sea (Alaska) mit Netzen gefangenen Fische werden an Bord sofort filetiert, enthäutet und grätenfrei geschnitten. Die Filets werden dann in Rahmenprofile, die mit beschichtetem Karton ausgeschlagen sind gelegt und tiefgefroren.

Frischer geht es wirklich nicht, oder was meinen Sie?

Nach dem Schockfrosten schützt man diese Fischblöcke zusätzlich durch einen Folienbeutel. Sie werden in Kartons zu je 3 – 4 Blöcken verpackt und verschnürt. Eine aufwendige Verpackung meinen Sie? Schon richtig, aber auch wichtig, denn so ist die Rohware vor Gefrierbrand geschützt und die Frische des gefrorenen Fischfilets bleibt erhalten.

Mit Kühlschiffen, -Containern und -LKW´s gelangt die Rohware nach Bremerhaven. Auf Paletten gepackt wird sie dann in unser Tiefkühllager eingelagert.

Vor der Weiterverarbeitung in die Produktion tritt unsere Qualitätssicherung in Aktion. Von jeder eingehenden Partie sind Stichproben gezogen worden. Entsprechend eines festgelegten Prüfplanes durchlaufen die Fischblöcke unterschiedliche Kontrollen.
Da wird z. B auf Maßhaltigkeit geprüft. Die internationalen Normmaße der Blöcke sind 483 mm x 254 mm x 63 mm. Multipliziert man diese 3 Dimensionen mit dem spezifischen Gewicht vom Fisch also 0,97 kg, so ergibt sich ein Gesamtgewicht von 7,5 kg.

Neben Grätenkontrollen erfolgt u. a. eine sensorische Prüfung und die Ermittlung des Frischegrades der angelieferten Ware. Mit dem Abschluss der mikrobiologischen Untersuchungen wird ein Qualitätsschlüssel vergeben. Erst dann wird die Ware über einen Fertigungsauftrag zur Produktion freigegeben.

Und jetzt geht´s los.

Wir befinden uns an der Auspackstation unserer vollautomatischen Sägestraße.

Die Mitarbeiter nehmen Karton für Karton von der bereitgestellten Palette, öffnen sie, ziehen den Folienbeutel von den Fischblöcken und legen sie auf das Transportband der Auspackmaschine.
Wie von Geisterhand werden die Fischblöcke entmantelt (so nennt man das Entfernen des Pappeinschlages).
Unser Blick fällt auf die hellen Fischblöcke, die mittels Transportbändern in die Sägestraße, auch Cold Cut Center genannt, geführt werden.

Die Sägen zerteilen den 7,5 kg schweren und –25°C kalten Fischblock zuerst in Riegel, dann in Bretter und letztlich in Portionen von exakt 19,5g.

Dieser Prozess läuft ohne Einwirkung eines Mitarbeiters vollautomatisch ab.

Im Vergleich dazu wurden diese Rohlinge in den sechziger Jahren tatsächlich noch einzeln von Hand gesägt. Das mühsame und nicht ungefährliche Zerteilen mit einer Bandsäge bleibt unvergessen.

Aufgrund der technischen Möglichkeiten wurden damals Schneidverluste von bis zu 2 Millimeter pro Sägeblatt erzeugt. Die Ausbeute lag bei 324 Rohlingen je Fischblock.

Heute sägen wir mit der vollautomatischen Anlage praktisch verlustfrei aus dem Block.

Lassen Sie uns weiter gehen:

Die exakt gesägten Rohlinge werden jetzt paniert.

Wie die Zinnsoldaten durchlaufen die Portionen ein Nass-Panadebad , um gleich im Anschluss daran von einer leckeren Panade umhüllt zu werden.

Die Durchlauffriteuse ist die nächste Station unserer panierten Fischstäbchen.
In dem heißen Sonnenblumenöl werden sie in kürzester Zeit goldbraun vorgebraten.

Und jetzt geht´s ab in die Kälte.

In 30 Minuten durchlaufen die frittierten Fischstäben den – 38°C kalten Wendelbandfroster und werden hier in den Kälteschlaf versetzt. Mit einer Kerntemperatur von –21°C verlässt unser Produkt den Froster in Richtung Verpackungsstation.

Vor der Verpackungsmaschine werden die Stäbchen mit Hilfe von Vibrationstechnik in Bahnen gelenkt.

Hier sehen wir Mitarbeiterinnen, die beschädigte Stäbchen aussortieren. Nur exakt produzierte Portionen wandern vollautomatisch in die Faltschachtel. Der Faltschachtel- inhalt variiert ja nach Kundenwunsch zwischen 5 bis 18 Stäbchen je Einheit.

Jede Packung erhält jetzt einen Tagescode und ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Sie wird über eine Kontrollwaage verwogen, metalldetektiert und zu einer sog. Verkaufseinheit verpackt. Auch hier entscheidet jeder Kunde die unterschiedliche Gebindegröße. Heute packen wir 15er Stäbchen zu 10er Gebinden. Diese werden jetzt mit Folie umwickelt, mit einem Etikett versehen und auf eine Palette gestapelt.

Zur klaren Identifikation und Rückverfolgbarkeit erhält jede Palette ein Palettenetikett und wird sofort in unser vollautomatisches Minus 30°C kaltes Hochregallager eingelagert.
Damit schließt sich der Kreis. Wie Sie sehen können, wird die Kühlkette vom Produktionsanfang bis zur Einlagerung nicht unterbrochen.

Ja, liebe Blogger, damit bin ich am Ende meiner kleinen Führung und der Geschichte des über 40 Jahren alten, goldbraunen Klassikers, unserem Fischstäbchen, diesem Erfolgsprodukt für Jung und Alt.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Führung gefallen hat und freue mich darauf, Sie wieder einmal zu treffen.

Ihr Bernd Heise aus Bremerhaven

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Bernd Heise

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47 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Schöner Einstieg. Vielleicht etwas zu förmlich, aber insgesamt sehr gut. Vielleicht wäre bei solchen längeren Beiträgen ein Film sinnvoller, wie die Leute aus der Kelterei Walter das schon seit einiger Zeit machen?

    Ein paar Fragen hätte ich dennoch:
    1. Wieviele Rohlinge werden denn heute aus einem Filetblock geschnitten?
    2. Was geschieht mit den aussortierten Fischstäbchen?

    Grüße
    Micha

  • Hossa! Kaum war es wenige Tage etwas ruhiger kommt so ein beeindruckend langer und guter Eintrag – hat mich gefreut.

    Ein paar Fragen/unklare Punkte habe ich:

    „Im Einzelhandel findet man sie in attraktiven Abpackungen wie Faltschachteln oder Beuteln.“
    => nicht das ich zB die abgebildete Packung häßlich finde, aber attraktiv ist fpr mich mehr als das erwartete bzw. vorausgesetzte bzw. übliche am Markt. Also würde ich unter attraktiv z.B. diese neuen Fischfilet-Packungen mit EInblick fassen, aber keine üblichen Kartonfaltschachteln. Etwas anderes wäre es schon, wenn die (wirklich tauglich) wiederverschließbar wären, da Packungsinhalt nicht immer gleich Hunger bzw. Appetit.

    „Die FRoSTA AG produziert allein in Bremerhaven über 20.000 Tonnen Fischstäbchen im Jahr“
    „Auf unserer vollautomatischen Produktionsanlage werden in 8 Stunden 1 Millionen Fischstäbchen produziert. Das sind umgerechnet mehr als 30 Tonnen pro Tag oder eine Strecke von 10 Kilometern.“
    => Für mich passen die Zahlen nicht ganz zusammen.
    Wenn ich die 20.000 Tonnen/Jahr auf die 52 Wochen eines Jahres verteile, gibt das gerundet 385 Tonnen/Woche. Selbst wenn ich die auf 6 Arbeitstage umlege macht das gerundet 64 Tonnen am Tag.
    Dafür machen 1 Million Fischstäbchen a 30 Gramm in der Tat 30 Tonnen/Tag.

    In mehreren Schichten wird dieser Klassiker nicht nur für deutsche Lebensmittelkonzerne, sondern für den gesamten europäischen Raum, einschließlich des Mutterlandes England, gefertigt.
    => Das „nicht nur für deutsche Lebensmittelkonzerne“ klingt für mich so, als gäbe es bei FRoSTA Auftragsproduktion für andere Lebensmittelkonzerne – bei dem Begriff denke ich an Iglo ,-); Unilever, Deutsche See usw.. Oder waren Handelskonzerne gemeint (also Handelsmarken wie z.B. Salto bei REWE usw.)?

    „Sie wird über eine Kontrollwaage verwogen, metalldetektiert und zu einer sog. Verkaufseinheit verpackt. Auch hier entscheidet jeder Kunde die unterschiedliche Gebindegröße. Heute packen wir 15er Stäbchen zu 10er Gebinden.“
    => mir ist der Name Verlaufseinheit nicht geläufig; zudem halte ich den für etwas unscharf.
    Ich kenne KE/Konsumenteneinheit (oder auch Kundeneinheit). Damit sind dann die einzelnen Produkte gemeint (also z.B. 1 Schachtel a x Stäbchen) die im Handel steht und von Kunden gekauft werdenkann.
    VE (Versandeinheit) ist für mich die kleinste Menge an umverpackten KE’s die der Hersteller hat (besteht im Bsp. dann wohl aus 10 Packungen a 15 Fischstäbchen). Meis ist das auch die kleinste Menge/Einheit, die der Handel bestellen kann.

    Hmmh, bei irgendeinem Fernsehbericht oder Video hätte ich die Zahlen wohl nicht nachgerechnet…

    Fazit: doller Text, fast schon vom Umfang zuviel als Blogeintrag. Bin gespannt, was noch an Kommentaren und Antworten folgt.

  • Attraktive Verpackung hin oder her, mir würde es reichen, wenn überhaupt Frosta-Produkte im Regal ähh Kühlfach zu finden wären. Leider ist das weder bei unserem Großhändler (Selgros) noch im Einzelhandel der Fall. So sind mir die „Piratenstäbchen“ zum Beipiel noch nie untergekommen. Und von den vielen leckeren Pfannen- und Gemüsegerichten gibt es auch immer nur ein oder zwei Sorten und meißt nicht die, die ich gerne hätte…:-) Also sorgt doch lieber für eine weitere Verbreitung eurer Produkte. Wenn ich nach eurem FoodFinder gehe, müsste ich 10 km fahren, und das im Rhein-Main-Gebiet, um eure Produktpalette in ausreichender Auswahl zu bekommen. So schaft ihr es nie gegen Ig*o & Co.!

  • Vielen Dank für den informativen Beitrag.

    Mich würde noch interessieren, ob die Fischstäbchen dieselbe Panade haben wie die Knusperfilets (oder wie die größeren panierten Fischstücke heißen). Die finde ich nämlich nicht so toll; sie erinnert irgendwie an Corn-Flakes.

    Ach ja, was es mit Nasspanade auf sich hat, hätte ich auch gerne gewusst…

  • Schön anschaulich mit den Bildern erklärt.

    Aus was die Panade besteht würde ich auch gerne wissen.

  • Genau, die Nasspanade…
    sind da Stabilisierungssysteme, Geschmacksverstärker o.ä. drin?
    Gruß Robert

  • Wunderbarer Eintrag, so stelle ich mir einen aktiven Blog vor. Bitte weiter so!

    Wenn die vorher angesprochenen Fragen noch beantwortet werden, bin sicher nicht nur ich vollauf zufrieden.

  • Huih, genau heute noch zwei passende TV-Tipps entdeckt:

    Frisch aus dem Frost – Essen aus der Tiefkühltruhe
    SPIEGEL TV Special

    Heute, 29.06. um 23.25 bei XXP
    Wiederholung 6.7. 16.30 XXP

    Siehe auch:
    http://www.xxp.tv/programm/termine/0,4522,50041,00.html

    Von Frischfisch und Fischstäbchen – Im Wettlauf mit der Frische
    SPIEGEL TV-Dokumentation

    Kam leider heute schon um 16.30 bei XXP, wird aber am 6.7. um 1025 ebenda wiederholt.
    Siehe auch:
    http://www.xxp.tv/programm/termine/0,4522,50032,00.html

  • Toller Beitrag.

    Mich würde aber mal interessieren, wo bei dieser doch recht kurzen und sehr übersichtlichen Produktion die teilweise doch immensen Qualitäts- u. Geschmacksunterschiede von Fischstäbchen verschiedener Marken entstehen.

    Liegts etwa wirklich nur am Rezept der Panade?

  • Ja sowas, ich dachte immer Fischstäbchen schwimmen im Meer und sind eine Unterart der Seepferdchen. 😉 Nun bin ich schlauer, Danke für den ausführlichen Vortrag.

    Übrigens:

    Vom Fisch zum Stäbchen: Am 08. Juli 2006 wird die Sonderausstellung „Fischstäbchen“ im Deutschen Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven eröffnet

  • @Sven

    Ich glaube mal, das liegt eher an der Qualität der gefangenen Fische und an der Verarbeitung, wie z. B. Frische des Fritieröls, etc. In der Tat gibt es da gewaltige Geschmacks-und Qualitätsunterschiede.

    Also, wenn es bei uns Fischstäbchen gibt, rufen die Gören mit skandierender Stimme Frosta, Frosta. Noch keins hat Iglo oder Edeka gerufen, jedenfalls nicht bei Fischstäbchen. 🙂

  • Im Monat Juni 2006 wurden bei Ökotest Fischstäbchen getestet, warum war FRoSTA nicht dabei? Iglo hat übrigens mit „sehr gut“ abgeschnitten.

  • @Püppchen: ich könnte mir gut vorstellen, dass sich FRoSTA dieselbe Frage stellt. Vermutlich wird nur die Ökotest-Redaktion wissen, welche Produkte sie testet und welche/wessen Ergebnisse sie publiziert.

    Außerdem gab es da doch diesen bösen Spruch: wird bei Ökotest etwas als sehr gut bewertet, heißt das vorallem, das man es ohne Umweltgefährdung und ohne Bußgeld zu riskieren im Hausmüll entsorgen kann. Ob das Produkt gut und man damit zufrieden ist, ist dann eine andere Frage 😉

  • Dann fang ich doch mal an mit der Fragenbeantwortung.

    @Torsten
    Zur Menge: 1 Mio. Stäbchen à 30g sind 30 Tonnen. Allerdings pro 8 Std. Schicht und nicht pro Tag. Produziert wird in 2 bzw 3 Schichten an 5 Tagen. Somit war die Berechnung von Hr. Heise nicht ganz richtig.

  • @Torsten
    Weiter gehts.
    nicht nur für deutsche Lebensmittelkonzerne
    Iglo=Unilever, daneben gibts auch noch Konzerne in der Schweiz, in Italien……womit ich nicht sagen möchte(darf) dass wir dafür produzieren 😉

    VE=Verpackungseinheit oder, wie richtig geahnt Versandeinheit.
    Also 10 Schachteln mit 15 Stäbchen.

  • Hallo,

    wirklicher ein sehr schöner Einblick in diese leckere Kindheitserinnerung, die mir auch jetzt als „alter Knopp“ noch immer gut schmeckt.
    Aber was mich interssieren würde – kommt der Kabeljau überhaupt noch zum Einsatz oder ist das alles nur noch diese Pollack aus Alaska?

    Beste Grüße, Maik

  • Da ist der Kollege mit seinem Mammut-Bericht ja gleich in die Vollen gegangen und hat offensichtlich viele Fragen aufgeworfen. Ich bin zwar für die meisten dieser Fragen eigentlich nicht der erste Ansprechpartner, aber ich versuche mal die Fragen, zu denen ich etwas sagen kann, auch zu beantworten. Ein paar Sachen hat Frank (Nicht ich. Ein gleichnamiger Kollege ohne Blog-Zugang?) ja schon beantwortet.

    @Torsten
    Die Sache mit den wieder verschließbaren Schachteln ist eine nette Anregung. Allerdings sind diese aufwändigeren Verpackungen meist auch teurer. Das muss sich natürlich erst mal rechnen.

    Die 1 Mio. Fischstäbchen = 30 Tonnen waren auf 8 Stunden, also eine Schicht für eine Produktionslinie gerechnet. Stand auch so im Bericht. Es kann aber auch in 2 oder 3 Schichten produziert werden. Ich kenne die genauen Kapazitäten nicht, aber bei 3-schichtigem Betrieb liegen sie also bei ca. 90 Tonnen.

    Mit den „Lebensmittelkonzernen“ sind die Einzelhandels-Lebensmittelketten gemeint. Und unsere Marke FRoSTA ist natürlich auch im Ausland vertreten. Allerdings kann man sich ergänzend dazu den Geschäftsbericht http://www.frosta.de/pdf/Geschaeftsbericht_2005_deutsch.pdf
    Seite 9, die erste Grafik ansehen.

    Der Beitrag von XXP war schon etwas älter (2 Jahre?). Aber immer wieder gern genommen.

    Die Sache mit der VE = Versandeinheit ist ja schon erklärt worden.

    @Tom
    Nachfrage beim Handel sorgt fast immer dafür, dass der Handel reagiert und die Nachfrage befriedigen will. Wenn also Eure Nachfrage nach FRoSTA-Produkten steigt, steigt auch die Chance, mehr Produkte von FRoSTA in den Regalen zu finden. Klar, einer alleine kann das kaum ändern, aber wenn viele das tun usw.

    Nebenbei: Iglo wird gerade verkauft weil die Muttergesellschaft Unilever mit der Entwicklung offensichtlich nicht zufrieden war.

    @Katharina & net & Ingo Peiffer & Robert Steinmetz
    Was in unsern FRoSTA-Produkten steckt, kann man jederzeit unter FRoSTA.de beim Punkt „Produkte“ nachsehen. Für unsere Piraten-Stäbchen findet man die Rezeptur unter http://www.frosta.de/produkt.php?id=53. Inklusive Panade. Die Nasspanade besteht demnach aus Weizenmehl, Kartoffelstärke, Wasser und Speisesalz. Also wie bei allen FRoSTA-Produkten keine Geschmacksverstärker, keine Stabilisatoren, keine Zusatzstoffe. Und nix dubios. Ohne Nasspanade würde die Trockenpanade vom Fisch natürlich gleich wieder abfallen.

    @Sven
    Es scheint zwar eine relativ übersichtliche Produktion sein, doch selbst die ist schon komplex. Brät man sich ein Ei, kommt außer dem Ei meist nur noch Salz dazu. Trotzdem tut der eine mehr, der andere weniger Salz dazu. Schon schmeckt es anders. Der eine brät es nur von einer Seite, der andere beidseitig und einige wie ich machen zusätzlich das Eigelb platt.

    Wie Miller schon angedeutet hat, kommt es bei Fischstäbchen u. a. auf die Qualität der Zutaten inklusive des Fisches an, die Zusammensetzung (Rezeptur), das Frittieröl, die Dauer des Vorfrittierens, die Temperatur usw. Zudem ist es natürlich wichtig, dass die Kühlkette (auch beim Verbraucher) nicht unterbrochen wird.

    @Martin
    Nach meinen Kenntnissen funktioniert ein Wendelbandfroster so: Das Fließband mit den Stäbchen läuft in einen Gefriertunnel. In ihm geht das Fließband, wie der Name des Wendelbandfrosters schon vermuten lässt, wie eine Wendeltreppe langsam nach oben und wird dabei von kalter Luft umströmt. Dadurch kann man auf engem Raum eine große Menge Stäbchen kühlen. Die Alternative wäre ein ewig langes Fließband durch die ganze Halle. Das ist allerdings weniger empfehlenswert.

    @micha
    Ein Block wiegt 7,5 kg. Der Fischanteil des Stäbchens beträgt 19,5 Gramm. Da lt. dem Bericht fast verlustfrei gesägt wird, bekommt man also ca. 380 Stück aus einem Block.

    Zerbrochenen Stäbchen verlassen mit dem Aussortieren die Kühlkette. Sie werden entsorgt. Ob dann ggf. Fischmehl (Tierfutter) daraus gemacht wird, weiß ich nicht.

    @Maik Ahrens
    Meines Wissens ist in Deutschland nur noch Seehecht in Fischstäbchen. In anderen Ländern kann das aber anders aussehen.

    Sooooo, das war mein Beitrag zu den Themen. Damit dürften die meisten Fälle hoffentlich ausreichend beantwortet sein.

  • Hallo liebe Blogger,

    zuerst einmal möchte ich mich entschuldigen, dass ich Ihre Fragen so spät beantworte.
    Zwischenzeitlich hat mein Kollege aus dem Controlling, Frank Ehlerding, einen Teil übernommen.
    Aber da sind noch ein paar Dinge offen und damit geht´s jetzt los.

    Micha
    – Der Fischblock wiegt 7,5 kg. Da wir kaum Schnittverluste haben, ergibt das 378 Rohlinge a. 19,5g .
    – Die aussortierten Fischstäbchen werden im Personalverkauf angeboten.

    Thorsten
    – Gute Anregung. Unsere Verpackungsexperten arbeiten an immer neuen Konzepten und die wiederverschließbare Faltschachtel für Fischstäbchen ist dabei.
    – Wir produzieren bei normaler Kapazitätsauslastung in 2 Produktionsschichten und verfügen bei der FRoSTA AG im Werk Schottke über 2 Fertigungslinien. Daraus ergibt sich die von mir angegebene Tonnage.

    Katharina
    – Frank Ehlerding hat es schon gut beschrieben. Die Naßpanade besteht aus Wasser Weizenmehl und Gewürzen. Na, und dass wir keine Stabilisatoren und Geschmacksverstärker einsetzen versteht sich von selbst, dafür steht unser Reinheitsgebot.

    Ingo
    – Die sog. Trockenpanade wird aus gebackenem Brot herstellt. Jeder kennt doch Semmelbrösel. Panaden gibt es in unterschiedlichen Körnungen (=Zerkleinerungsgrad) von fein bis grob, von weich bis rösch. Man erhält sie auch in verschiedenen Geschmacksrichtungen, je nach Kundenwunsch. Daraus ergeben sich dann die unterschiedlichen Rezepturen.

    Miller
    – Danke für den Hinweis Sonderausstellung „Fischstäbchen“ im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. Diese Ausstellung spiegelt größtenteils das wieder, was ich auf unserer gemeinsamen Führung erklärt habe. Ich selbst war bereits in der Ausstellung und kann sie sehr empfehlen.

    Ich freue mich, dass die Kinder nach FRoSTA Fischstäbchen rufen, denn FRoSTA ist für alle da.

    Püppchen
    – Werde mich sachkundig machen und mich dazu noch einmal melden.

    Fishtownblues
    – Meine Empfehlung: Sonderausstellung „Fischstäbchen“ im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven hin. Das Fischstäbchen ist vor mehr als 50 Jahren in England erfunden worden.

    Kommentar von Frank
    – Ergänzung: Die FRoSTA AG mit ihren 4 Werken produziert europaweit.
    – VE steht für Verkaufseinheit.

    Maik Ahrens
    – Kabeljau ist im Fischstäbchen nicht ausgeschlossen. Allerdings ist das eine reine Frage des Preises.

    Martin
    Ergänzung zum Wendelbandfroster:
    – Der Gurt des Wendelbandfrosters besteht aus einem feinmaschigen Edelstahlgeflecht. Die eiskalte Luft wird mittels Gebläsen in Bewegung gebracht und sorgt dafür das die auf dem Gurt liegenden Fischstäbchen in genau festgelegter Zeit auf eine Minustemperatur von 21°C gebracht werden.

  • Hallo,
    Früher war ich nicht so ein Fischstäbchen Esser, aber mittlerweile gibt es fasst jede Woche bei mir Fischstäbchen. Da ich jetzt noch einiges schlauer bin was die Herstellung und Qualität der Fischstäbchen angeht, werde ich wohl noch mehr Fischstäbchen konsumieren.

    Gruß
    Stefan

  • Gratulation zu derartigem tollen Feedback, motivierten Antwortverhalten und v.a. zu solchen Mitarbeitern! Da kann sich so manch anderes Unternehmen ein diches Fischstäbchen von Abschneiden. Bessere Botschafter eines Produktes kann man nicht haben!

  • Gratulation zu derartigem tollen Feedback, motivierten Antwortverhalten und v.a. zu solchen Mitarbeitern! Da kann sich so manch anderes Unternehmen ein diches Fischstäbchen von Abschneiden. Bessere Botschafter eines Produktes kann man nicht haben!

  • @ Frank Huber
    Vielen Dank für das Lob.

    Machen wir doch gleich weiter mit motiviertem Antwortverhalten:

    @ Andreas Berg
    Nichts leichter als das! Unsere Piratenstäbchen können auch im Backofen zubereitet werden, also mit weniger Fett. Nachteil: Das dauert etwas länger als in der Pfanne. Aber wie heißt es doch: Wer schön sein will, muß leiden… 😉

  • Mmmmh, jetzt habe ich Lust bekommen, mal NICHT Iglo Fischstäbchen zu kaufen, und nun spielt der Einzelhandel (Berlin, Schöneberg) nicht mit:
    – Kaisers (Nollendorfplatz): Iglo und Noname
    – Plus (Martin-Luther-Str.): Iglo und Noname
    – Penny (Winterfeldtstr.): Noname
    – Aldi (Martin-Luther-Str.): Noname
    – KaDeWe (Wittenbergplatz): Iglo
    – Ulrich (Bhf. Zoo): Iglo und Noname
    – Reichelt: Iglo und Noname
    aber nirgends Frosta Piratenstäbchen/Fischstäbchen!
    Andere Frosta Produkte gibt’s schon (teilweise zumindest)

    Vielleicht einen kleinen Tipp wie/wo ich die Stäbchen kaufen kann?

  • 10 Kilometer am Tag…
    tolle Leistung!
    d.h. die in 12 Jahren produzierten FRoSTA-Fischstäbchen aneinandergereit ergäben eine Strecke so lang wie der Äquator!

    Und nur schlappe 105 Jahre würde es dauern, die Strecke in Fischstäbchen von der Erde bis zum Mond zu schaffen!

  • Klasse Beitrag! Sehr gelungen – da bekommt man direkt Lust auf
    Me(e)hr.
    Leider sind die Frostaprodukte im Raum Osnabrück recht selten.

  • Guten Tag, liebe Frosta-Mitarbeiter,
    wir (4 Schülerinnen und Schüler des Sachsenwald-Gymnasiums in Reinbek) bereiten im Rahmen des Unterrichtsfaches „Projektkurs“ eine Ausstellung über die Herstellung von Fischstäbchen für Kinder vor, die wir dann im Mai oder Juni diesen Jahres präsentieren werden. Es wird keine kommerzielle Veranstaltung sein, sondern eine von uns freiwillig und kostenlos zur Verfügung Gestellte. Da wir die ausgehängten Plakate natürlich schön und anschaulich gestalten wollen, wollten wir Sie fragen, ob sie bereit wären, uns die oben ausgestellten Fotos auch in etwas größer zur Verfügung stellen könnten.
    Wir würden uns sehr über eine Antwort ihrerseits freuen.
    i.A. Josepha Hennemann

  • Ich finde es bedauerlich, das Frosta bei der Fischmenge nur exakt an der sowieso gesetzlich geforderten Untergrenze liegt, und nicht 22 oder mehr Gramm Fisch in ein Fischstaebchen macht, um sich von der Konkurenz abzuheben.
    Denn Seelachs (allerdings aus verschiedenen Fanggebieten) ist ja inzwischen leider bei Jedem drin, den leckeren Kabeljau aus meiner Kinderzeit gibt es wegen gnadenloser Überfischung (auch und vor allem durch dei Fischstäbchen und Fish&Chips Produzenten) nun nicht mehr in der benötigten Menge.
    Ich kauf allerdings eh nur grösseren panierten Fisch auf dem draufsteht, welche Fischart drin ist.

  • Toller Bericht!!! So etwas sollte über mehrere Produkte gemacht werden z.B. Paella, selbsthergestellte Nudeln etc. Ansonsten vielleicht auch Infos wo die ganzen Maschinen herkommen… die gibt es ja bestimmt nicht einfach in einem Großhadel oder so… Macht weiter so! lg pia d.

  • Hallo,

    mich würde interessieren wie viele Verpackungen in Folie zusammen gewickelt werden und wie viele Verpackungen, die dann in Folie gewickelt sind, auf eine Palette (Europalette?)kommen? 🙂

    LG

    • Hallo Karen,
      das ist hier zwar ein uralter Bericht, aber ja gerade wieder aktuell geworden, da wir endlich wieder Stäbchen für FRoSTA produzieren. 🙂 In ein Gebinde kommen in diesem Fall 10 Schachteln und auf eine Palette passen 190 Gebinde.

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