Kennen Sie das ?

Eintrag von Frank Gaida (Entwicklung)

Beim Grand Prix de Eurovision bekommt ihr Liebingssong die wenigsten stimmen ? Zum Heulen !
Besonders dann , wenn es sich nicht um den Grand Prix und auch nicht um Songs handelt sondern um neue Rezepturideen.
Mit Stolz geschwellter Brust gingen wir mit einer Auswahl von Produkten in eine sogenannte „Experten “ – Verkostung. Die Auswahl beinhaltete eine ganze Reihe von Varianten, unter denen die „super tollen Favoriten“, aber auch einige aus eigner Sicht schwächere Varianten waren. Was passierte ? Unser Top – Favorit wurde als erstes abgeschossen und am Ende setzte sich eine Variante durch, die wir nicht vermutet hätten. Naja , mal sehen was die Verbraucher im Konsumenten – Test sagen. Wäre doch gelacht 🙂

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Frank Gaida (Produktentwicklung)

Frank Gaida (Produktentwicklung)

Arbeitet in der Abteilung Entwicklung

15 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Ich bin wohl nicht der einzige, der gerne wissen möchte, wie man an so einem Konsumenten-Test [*] teilnehmen kann…

    [*]Korinthenkacker würden hier fragen, warum und worauf die Konsumenten getestet werden – und nicht, wie die Produkte von Frosta bei den Kunden ankommen.

  • Ich halte von diesen sogenannten „Expertentests“ nicht allzu viel. Geschmäcker sind verschieden und ich behaupte einfach mal, dass Experten sowieso auf andere Merkmale achten als die hungrige Kundschaft 🙂 Dann lieber Probeverpackungen für potentielle Kunden, damit sie sich selbst von der Qualität überzeugen können.

  • An Chris: Gute Idee: ich denke auch man muesste Tests „zuhause“ durchfuehren und ueber eine laengere Periode. Nur dann stimmt das Ergebnis mit der Realitaet ueberein. Wir denken mal darueber nach! Gruesse, Felix Ahlers

  • an alle:
    sensorisch werden unsere Produkte auf unterschiedlichste Weise geprüft.
    Im frühen Entwicklungsstadium machen dies die Experten. Wenn wir glauben eine gute Rezeptur gefunden zu haben befragen wir in einem sogenannten Inhome – Test unsere eigenen Mitarbeiter (ca. 40 Pers. nicht aus der Entwicklung). Wenn dies positiv verläuft , machen wir einen externen Sensorik – Test. Hierbei werden entsprechend der Zielgruppe ca. 80 Personen zu einem Test eingeladen. Wichtig ist es den Test anonym durchzuführen, d.h die Tester wissen nicht von wem das Produkt ist. In diesem Test werden werden Fragen nach Geschmack, Aussehen , Kaufbereitschaft und so weiter abgefragt. Außerdem müssen sich unsere Produkte gegen die Mitbewerber durchsetzten.

  • Nach all den vielen Jahren, die ich solche Tests miterlebt habe, beschleicht mich immer stärker der Verdacht, dass je größer die Zustimmung seitens der Probanten ausfällt, um so „langweiliger“ das getestete Produkt wird.
    Zudem berücksichtigt kein einziges der mir bekannten Testszenarien die Tatsache, dass allen Testpersonen klar ist, dass sie sich in einer Testsituation befinden! Und in einer Testsituation reagiert man anders als im realen Leben. Bemühter. Unehrlicher. Überspitzter. Allein schon deshalb ist der Vorschlag von Rico und Chris sehr nachdenkenswert…

    w/kind regs (Roland Mueller)

  • dem Kommentar von R. Müller kann ich nur ansatzweise zustimmen. Es mag durchaus sein, dass jede zweite Testperson wie beschrieben reagiert. Es gibt dann aber auch noch die anderen 50 Prozent.

  • an Robert Mueller
    Selbstverständlich muß man die Testergebnisse mit einer gewissen Vorsicht genießen.
    1. sind 80 Personen statistisch korrekt noch nicht ausreichend.
    2. man hat eine Testsituation, also nicht die gewohnte häusliche Umgebung.
    3. die Testpersonen essen in der Regel keine komplette Mahlzeit , sondern nur eine Teilmenge ( sie müssen ja bis zu 5 Produkte verkosten).
    Aus diesem Grund ist es wichtig die Ergebnisse richtig zu bewerten und sie nur als ein Baustein von vielen Bewertungen zu sehen.
    Kleines typisches Beispiel :
    Von 80 Personen sagen 20 es wären zu viel Tomaten im Produkt, weitere 20 sagen aber sie hätten gerne mehr Tomaten im Produkt. Die Ausagen heben sich also auf.

  • an Chris und Rico
    finde den Vorschlag auch sehr gut.
    Ein Home – Panell mit ca. 100 – 150 Konsumenten welche die Produkte nicht nur sensorisch beurteilen, sondern gleichzeitig das gesamte Konzept ( braucht jemand überhaupt dieses Produkt ?) bewerten.
    Habe vielleicht eine Idee wie man das verwirklichen könnte 🙂

  • Sehr geehrter Herr Gaida.
    Sie haben sicher Recht, dass man Marktforschungsergebnisse nicht mit dem realen Leben der Verbraucher zu Hause am Esstisch vergleichen kann. Aber was bedeutet das für die Marktforschung? Dazu zwei Anmerkungen:

    1)
    Ich bin überzeugt, dass man z.B. mittels Gruppendiskussionen (aber auch auf Basis quantitativer Daten) fruchtbare Aussagen über Produktpräferenzen etc. treffen kann. Es kommt halt immer darauf an, was das durchführende Institut aus den Meinungen der Verbraucher bzw. aus den Daten herausliest, und ein gutes Institut bleibt nicht bei der Frage stehen „Wieviele Leute wollen mehr Tomaten in ihrem Produkt?“. Gute und fundierte Marktforschung geht einen Schritt weiter und sagt Ihnen, was es für Ihr Produkt bedeutet, wenn die Präferenzen so auseinanderliegen und welche Lösungsansätze sich dafür anbieten (z.B. Baukastensystem!?).

    2)
    Wenn man nicht unbedingt an quantitativen Daten festhalten möchte (Stichwort: Konsumenten-Panel, Verkostung und Fragebogen), warum nicht mal eine innovative qualitative Methode wählen und die Verbraucher, wenn sie sich gegen Zahlung einer Aufwandsentschädigung bereit erklären, zu Hause besuchen? Einen Tag mit ihnen verbringen, mit ihnen einkaufen gehen, mit ihnen kochen, mit ihnen essen, sich zwanglos mit ihnen unterhalten…? Dies gibt ungeahnte Einblicke und hilft ihnen bei der Beantwortung der Frage: Was wollen die Kunden wirklich? Wie leben die Kunden? Auf welche Bedürfnisse der Kunden müssen wir eingehen? Welche neuen Produkte können wir anbieten?
    Bei allen Vorteilen von quantitative Daten – sie sind oftmals sehr abstrakt, schwer zu interpretieren und berücksichtigen nur einen Bruchteil des „Verbraucherlebens“. Warum also nicht mal den Verbraucher ausführlich zu Wort kommen lassen und ihn dadurch richtig verstehen lernen?

    Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
    Beste Grüße,
    Dirk Bathen

  • an Dirk Bathen
    Vielen Dank für Ihren Beitrag !
    Die Tometen sollten nur ein triviales Beispiel sein .
    Es kommt immer darauf an, wie ich die Erkenntnisse die ich bekomme bewerte.
    Hoch interessant finde ich ihre
    Ausführungen zur qualitativen Marktforschung und bin genau wie sie der Meinung, dass sie vernachlässigt wird.
    In der Entwicklungsphase unseres Reinheitsgebotes haben wir eine qualitative Studie ( Tiefenpsychologie )erstellen lassen .
    Ziel war es, heraus zu finden wie das Verhältnis der Verbraucher zu Fischprodukten ist. Die Erkenntnisse daraus waren sehr aufschlußreich und werden heute noch in den Entwicklungen berücksichtigt.

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