Schlechte Ernten, weniger Milch und Butter, kaum Wildlachs. FRoSTA muss Preise erhöhen, um Qualität zu halten.

Bei drastisch steigenden Rohwarenpreisen gab es früher (vor dem FRoSTA Reinheitsgebot) viele Möglichkeiten auf andere Rohwaren umzustellen und Geschmack und Optik mit Geschmacksverstärkern, Farbstoffen und Aromen ‚aufzupimpen‘. Aber genau das tun wir eben nicht mehr. Seit über 13 Jahren kommen bei uns keine Zusatzstoffe in die Produkte. Zusatzstoffe werden ja hauptsächlich dafür eingesetzt, Produkte billiger zu machen, weil man eben genau dadurch auf qualitativ hochwertige Rohwaren verzichten kann.

Im Laufe diesen Jahres haben sich viele Rohwaren, die wir in unseren Produkten verwenden, drastisch verteuert. Ein paar Beispiele möchte ich gern herausstellen, die zudem verdeutlichen, dass es auf die Details ankommt.

Gemüse:

Nach signifikanten Ernteausfällen asiatischer Gemüsesorten zu Beginn des Jahres, wurden auch die Gemüseernten in Europa von schlechten Wetterbedingungen negativ beeinflusst. Hagel und Starkregen im Frühsommer und die anschließende wochenlange extreme Trockenheit ließen die Ernten von sehr vielen Gemüsesorten dieses Jahr deutlich geringer als gewohnt und geplant ausfallen. Nicht nur unsere eigenen Anbaugebiete sind direkt betroffen sondern auch die im benachbarten Ausland. Unsere Landwirte schätzen, dass die Ernte wichtiger Gemüse (u.a. Erbsen, Bohnen, Spinat, Kartoffeln, Karotten ) um bis zu 30% geringer ausfallen wird, und unser Einkauf bestätigt sehr stark steigenden Preise durch diese Verknappung.

Butter und Milch:

Und damit nicht genug, auch die Preise für Molkereiprodukte „explodieren“ geradezu, nach dem die Milchproduktion aufgrund von Nichtlieferprämien in ganz Europa drastisch gesunken ist. Auch hier geht also das Angebot zurück und die Preise steigen stark ( z.B. Butter um über 70 % innerhalb von 3 Monaten ). Vor dem Reinheitsgebot hätten uns steigende Butterpreise wohl nicht aus der Ruhe gebracht, denn wir hätten einfach mit Betacarotin gefärbte Margarine genutzt, die auch noch viel billiger ist.

Wildlachs:

Auch und insbesondere bei Wildlachs lässt sich die Komplexität unserer Rohwaren gut herausstellen. Es gibt verschieden Arten von Wildlachs. Wir verwenden z.B. den MSC Wildlachs Pink (Gorbuscha), daneben gibt es den sogenannten Chum Wildlachs (Keta), Dieser ist nur dann deutlich preiswerter, wenn man ihn in einer blassen, eher grauen Farbe akzeptiert. Neben diesen beiden Arten gibt es noch drei weitere Wildlachsspezies, den Coho (Silberlachs), den King (Königslachs) und den Sockeye (Rotlachs). Alle drei Arten kommen nicht so häufig vor. Aufgrund ihres Marktwertes und der starken Nachfrage müssen wesentlich höhere Preise akzeptiert werden.

Die Fänge von MSC-Wildlachs Pink liegen in Alaska dieses Jahr etwa 75% unter denen des Vorjahres. Das Problem ist nicht etwa die Überfischung des Wildlachs, sondern in erster Linie der natürliche Lebenszyklus des Pinks, der die Höhe der Anlandungen beeinflusst. Diese schwanken in einem zweijährigen Rhythmus. Die besonders niedrigen Anlandemengen in diesem Jahr, die niedrigsten seit 40 Jahren, sind zurückzuführen auf den El Nino-Effekt, der auch zu einer teilweisen Erwärmung der Gewässer im Nordpazifik führte.

Wir könnten auf Wildlachs Chum umsteigen, wollen dies aber nicht, da sich unsere Produkte dann im Charakter und der Qualität stark verändern würden.

Weitere Aspekte:

Neben den erläuterten Beispielen macht uns der weiterhin sehr schwache Euro stark zu schaffen, denn einen guten Teil unserer Rohwaren müssen wir in US $ bezahlen. Wir waren deshalb bereits letztes Jahr gezwungen die Preise etwas anzuheben, aber nun müssen wir den zweiten Schritt gehen. Selbstverständlich suchen unsere Einkaufspezialisten stets nach Alternativen. Aber wir kaufen eben keine Zutaten auf sogenannten Spotmärkten, sondern immer im Ursprung. Außerdem erschweren unsere hohen Ansprüche an die Qualität schnelle Wechsel zwischen Lieferanten. Denn auch in Zutaten dürfen keine Zusatzstoffe oder technologische Hilfstoffe eingesetzt werden, wenn die Zutaten in ein FRoSTA Produkt einfließen sollen. Auch bei Gemüse sind wir sehr streng, so verarbeiten wir kein Gemüse, welches in Gewächshäusern aufgezogen wurde. Neben den Kostensteigerung gibt es sicherlich auch Zutaten bei denen wir eine Preissenkung heraus handeln konnten, aber in diesem Herbst überwiegen die Kostensteigerungen so massiv, dass wir reagieren müssen.

Sie können sich also auf die gewohnt hohe Qualität bei FRoSTA verlassen. Aber natürlich (wie passend das Wort hier ist) zu leicht höheren Preisen. Echte Qualität hat eben seinen Preis.

Wir bedanken uns herzlich für Ihre Treue.

Hinnerk Ehlers

 

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Hinnerk Ehlers (Vorstand)

Hinnerk Ehlers (Vorstand)

Am 1.7.2009 bin ich bei FRoSTA als Geschäftsführer Deutschland/Österreich gestartet und seit 1.1.2010 als Vorstand Marketing und Vetrieb auch für unsere Geschäfte in Osteuropa verantwortlich.

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