Beschaffungspolicy für atlantischen Kabeljau

Wir wurden durch Greenpeace darauf aufmerksam gemacht, dass in der nördlichen Barent-See offensichtlich ein größeres Problem mit illegal gefangenem Kabeljau besteht. Diesem Hinweis sind wir zwischenzeitlich nachgegangen und haben gestern von den norwegischen Fischereibehörden erfahren, dass es eine Liste von Schiffen gibt, die mit illegal gefangenem Kabeljau bzw. Umladungen in internationalen Gewässern in Verbindung gebracht werden:

Schiffsliste

In Sinne unserer Nachhaltigkeitspolicy haben wir deshalb beschlossen, dass wir keinen Kabeljau mehr handeln bzw. einkaufen, der von diesen Schiffen stammen kann (Rückverfolgbarkeitssystem). Wir beabsichtigen, zukünftig nur noch Kabeljau zu verarbeiten, der über Norwegen oder Island angelandet wurde. Nach unserer Recherche bestehen heute noch Abstimmungsschwierigkeiten zwischen europäischen Häfen und den russischen Behörden, die über die Quotenmengen der russischen Fangschiffe wachen. Auf diese Weise scheint es möglich zu sein, dass mehr Kabeljau als die offizielle Quote erlaubt gefangen und in den Verkehr gebracht wird. Da wir es ablehnen, dass die ohnedies schon sensiblen Fischressourcen auch noch überfischt werden, haben wir diese Maßnahme getroffen und hoffen, dass weitere Unternehmen unserem Beispiel folgen.

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Jürgen Marggraf (Vorstand)

Jürgen Marggraf (Vorstand)

6 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Ihre Philosophie finde ich ganz hervorragend. Schade finde ich es allerdings, daß nicht auch der Handel soviel Verantwortung für unsere Verbraucher übernimmt, und bevorzugt Produkte von Firmen wie Ihnen listet. Nach wie vor geht es den meisten Einkäufern leider nur darum, so billig wie möglich einzukaufen, ohne auf Qualität zu achten.
    Trotzdem glaube ich, daß Initiativen dieser Art belohnt werden.

  • Sehr geehrter Herr Marggraf,

    ein sehr interessanter Beitrag.

    Jetzt muss man diese Unterschiede nur noch so gut kommunizieren, dass Frosta tatsächlich auch diesen „added value“ generieren kann. Ich glaube, dass Lebensmittel viel stärker differenziert wahrgenommen werden müssen.

    Es bleibt zu hoffen, dass andere Firmen diesem Beispiel folgen.
    Das passiert aber nur, wenn die Verbraucher Druck ausüben. …oder zumindest der Handel, als Vertreter der Konsumenten.

    Beste Grüße

  • Hallo Jürgen,

    erstens gefällt mir Eure Geschäftspolitik hervorragend… auf der Seite gelandet bin ich aber nur, weil ich keine aktuelle eMail-Adresse von Euch habe. Melde Dich bitte dringend bei fkArch@aol.com,da ist was im Anrollen, was ich nur noch einige Tage aufhalten kann.

    Gruss aus HN, Fred

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