Das Erbsenrennen in Elbtal

Eintrag von Dr. Andreas Bosselmann (Forschung und Entwicklung)

Es ist vollbracht. 12.000 to frisch produzierte Erbsen aus der Ernte 2005 befinden sich bei minus 25°C im Kälteschlaf. In den letzten 6 Wochen stand die Mannschaft in unserem Werk in Elbtal permanent unter Strom. Es wurde rund um die Uhr gearbeitet, bis zu 7 Tage die Woche. Aber es hat sich auch in diesem Jahr wieder gelohnt. Die Qualität ist hervorragend.

Vor einigen Tagen war ich mit ein paar Kollegen aus Bremerhaven in unserem Gemüsewerk und habe mich dort von den produzierten Erbsen überzeugen können. Sortenverkostung ist das Stichwort. So wie man es von Tiefkühlerbsen kennt, ist das oberste Ziel, nur solche Sorten anzubauen, die neben einem hohen Ertrag sehr viel natürliche Süße haben und besonders zart sind. Bei den Verkostungen fallen dann Namen wie Avola, Ambassador oder Tristar. Es gibt Erbsen satt. Bis zu 20 verschiedene Sorten werden jedes Jahr angebaut und müssen nach Abschluss der Kampagne entsprechend sensorisch bewertet werden.

Aber nicht nur die Sorte spielt eine Rolle für die Qualität…


…der allerwichtigste Faktor ist die Zeit. Der richtige Zeitpunkt der Ernte ist schlachtentscheidend. Zu früh geerntet schmecken die Erbsen noch grün und wenig süß. Ist man zu spät auf dem Feld, können die Erbsen relativ schnell hartschalig und mehlig schmecken. Unser Anbauberater Herr Schmidtgen ist täglich auf den Feldern und begutachtet die Fortschritte im Wachstum der Erbsen.

Wenn er den Startschuss zum Ernten gibt, dann heißt es schnell sein. Denn die Erbsen sind hochempfindlich. Mit riesigen Erntemaschinen werden die Felder abgeerntet.

Erbsenernte mit Felddrescher Abladen der ErbsenDanach geht’s in Turbogeschwindigkeit ins Werk. Dort wird zunächst eine Eingangskontrolle durchgeführt.Wenn alles ok ist, werden die Erbsen von den Hängern in die Waschanlage gegeben.

Waschen der Erbsen

Nach einer mehrstufigen Reinigungsprozedur werden die Erbsen kurzzeitig erhitzt (blanchiert). Daran schließt sich die Farbsortierung an. Hier werden gelbe Erbsen oder andere Fehlfarben entfernt.

Die verlesenen Erbsen auf dem Weg zum Frosten

Und dann geht’s in den Froster. Vom Feld bis zur Tiefkühlung sind keine 3 Stunden vergangen. Nur so ist sichergestellt, dass die Erbsen wirklich erntefrisch schmecken und noch alle wichtigen Vitamine enthalten sind.

Das große Plus des Werkes Elbtal ist die Nähe zu den Anbaufeldern. Etwa 80 % aller Erbsenfelder liegen im Umkreis von 25 km zur Fabrik. Das Gebiet dort nennt man wegen der ausgezeichneten Qualität des Ackerbodens „Lommatzscher Pflege“. Die Landschaft ist so unbekannt wie schön mit ihren unzähligen kleinen und größeren Hügeln. Trotz der Nähe zu Meißen, Dresden und Leipzig ist auch die Stadt Lommatzsch selbst relativ unbekannt. Sehenswert ist hier in jedem Fall die Wenzelskirche mit dem auffälligen Turm und seinen 3 Spitzen. Für die warmen Tage gibt es sogar ein Freibad, dass nach dem Schauspieler Terence Hill benannt worden ist. Der hat hier wohl ein paar Jahre seiner Kindheit verbracht.

 

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Dr. Andreas Bosselmann

Dr. Andreas Bosselmann

Arbeitet in der Abteilung "Forschung & Entwicklung"

31 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Wieder mal eine Werbeveranstaltung.

    Was die ganzen Text für mich so langweilig macht, ist ihre ständige Positivdarstellung. So wie in den bunten Aktionärsblättchen: tolle Firma, tolle Produkte, funktionierende Konzepte, alles wunderbar. Wir haben einen Plan, setzen ihn um, haben Erfolg.

    Da menschelt nix, da geht nix schief, kein Maschinenschaden, es passiert kein Produktionsfehler, kein Qualitätsmangel, keine abgelehnte Lieferung, kein Streit mit dem Lieferant. Entscheidungen werden im Konsenz gefällt, alles hat sich lieb.

    Unglaublich, welches Glück Frosta und die Mitarbeiter haben.

    Erinnert fatal an „Welt der Wunder – Wunderland Deutschland“. RTLII.

  • Ja, bei Frosta stimmt alles, da passiert nix. Frosta ist die einzige Firma in der Branche, die einen staatlich diplomierten Erbsenzähler beschäftigt.:-)

  • Was wollt Ihr alle eigentlich?
    Erst werden ständig solch interessanten Artikel gefordert – jetzt ist endlich einer da und es ist auch wieder nicht in Ordnung.
    Ich kann nur sagen: Herzlichen Dank für diesen spannenden Artikel und weiter so.

  • Cool. Wie hat man sich so eine „Eingangskontrolle“ vorzustellen? Und wie sortiert man Erbsen nach Farben? Da wird ja wohl kaum einer stehen und die von Hand einzeln sortieren, oder? 🙂

  • ich finde den beitrag auch schön

    bei einem derart grossen gemeinschaftsblog dauert es halt, bis sich jemand traut auch neue posting-stile auszuprobieren. habe sowieso den eindruck, dass der frosta-blog viel zu stark mit dem shopblogger verglichen wird.

    macht einfach weiter so. toll finde ich auf jedenfall, dass ihr die postings nun auch endlich mit ein paar bildern bestückt und mehr ins detail geht

    wünschen würde ich mir mehr einträge zu den unwichtigen details, die ihr so selbstverständlich ausklammert:
    – wie sortiert man erbsen nach farben
    – welche kapazitäten hat das lager, in dem ihr all das gemüse aufbewahrt
    – wieviele personen sind daran beteiligt
    – wie schwer ist es damit umzugehen, dass bei frosta alles perfekt läuft 😉

    muss ja nicht alles in einem beitrag abgearbeitet werden.

  • Genau, laß doch mal die Firma über die Pannen und Katastrophen berichten. Damit es ein wenig menschelt … Hallo? Jemand zu Hause? Selbstverständlich wird hier nicht über die schlechten sondern die guten Dinge berichtet.

    Übrigens ‚h‘, wo ist Deine Meckerei in Bezug auf die alltägliche PR von anderen Firmen in den Medien? *kopfschüttel*

    Sehr schöner Beitrag, mir zum Beispiel war nicht klar, daß Frosta auch Erbsen hat. 🙂 Die mag ich nämlich, sind aber frisch nicht vernünftig zu bekommen – immer angefault, oder mehlig oder kaum zu haben … dann doch wohl in Zukunft lieber gute Erbsen von Frosta. 😉

    Und die Idee mit den Bildern ist auch gut 🙂

  • Herzallerliebste Nicolle,

    andere Firmen verpacken ihre Positivdarstellung nicht in „ein Webtagebuch von FRoSTA-Mitarbeitern“.

    Sie drucken einfach zur Hauptversammlung ein dickes Heftchen mit bunten Bildern, toll zurechtgeschliffenen Stories und die Aktionäre werfen das dann weg.

    Wenn du das hier nett und kuschelig findest, dann sei dir das gegönnt. Ich habe da gar nichts gegen.

    Aber erlaube mir, es langweilig zu finden.

    Danke.

  • Klar ist es positiv dargestellt, das merkt man schon, aber trotzdem superinteressant. Wo findet man sonst solche Informationen? Ich keine kein gutes verständliches Buch, in dem mal anschaulich die Lebensmittelverarbeitung beschrieben wird. Entweder sind es Bücher für Techniker oder Bücher in denen steht, wie schlecht alles ist. Dieser Artikel bedient keins von beiden Klischees sondern erzählt einfach mal wie die Erbsenverarbeitung (im Optimalfall) funktiert. Bitte mehr davon! Und vielleicht öffnen dann andere Lebensmittelhersteller auch endlich mal ihre Tore hinter denen keine Lila Kühe stehen. Und vielleicht gibts beim nächsten Bericht einen kleinen „Zwischenfall“ gratis dazu, dann vergrößert sich die Gruppe der zufriedenen Leser… 😉

    Gesa

  • Wenn ich Blogs langweilig finde, lese ich sie nicht weiter. Ich fange garantiert nicht an, mich darauf herumzutrollen, und mit mahnendem Zeigefinger die Umwelt daraufhinzuweisen, daß sie gerade ganz ganz böse reingelegt wird!

    Aber ich poste ja auch mit Link und Realnamen. qed.

  • Wieso rausgenommen? Ich habe den Beitrag geteilt. Über den Link „Lies mehr“ kommst Du zum zweiten Abschnitt…

  • Hallo Martin,

    hier meine Antworten zu Deinen Fragen.
    1. Erbsensortieren
    Das Erbsensortieren findet natürlich nicht per Hand statt, sondern hierzu setzen wir sog. Lasersortierer ein. Diese Geräte „messen“ die Farbe der Erbsen und können gelbe Erbsen oder andersfarbige Fremdteile erkennen. Zur Farbmessung werden die Erbsen im freien Fall an einer Inspektionszone vorbeigeführt. Bei Abweichungen in der Farbe wird das fehlfarbene Produkt aus dem Produktstrom mittels Preßluft entfernt und landet im Abfall.
    2. Lagerkapazität
    In unserem Werk Elbtal in Lommatzsch können wir insgesamt ca. 20.000 Paletten (ca. 20.000 Tonnen TK-Ware)
    einlagern. Die Produkte werden dort bei -26°C gelagert.
    3. Anzahl Personen
    Im Werk Elbtal sind derzeit ca. 120 Mitarbeiter beschäftigt.
    4. Wie schwer ist es damit alles perfekt läuft?
    Eine gute Frage. Unser Werksleiter wird sicher sagen: „Für Profis kein Thema!“ Aber in der Tat in einem Gemüsewerk ist die größte Herausforderung das Wetter. Extreme Witterungen wie Gewitter, hohe Temperaturen erfordern von allen Mitarbeitern im Werk eine hohe Flexibilität. In der Erntekampagne gibt es keine geregelte Arbeitszeit. Das kann mal 3 Tage Pause heißen und dann wieder 10 Tage Volldampf etc.

  • Ich finde, das Frosta-Blog verbessert sich. Die Bilder errinern zwar ein wenig an die „Sendung mit der Maus“, sind aber durchaus interessant. Und als nächstes: „Von der Erbse bis zum fertigen Produkt“?
    Weiter so, dann wird das hier noch ganz gut.

  • was hast du gegen die sendung mit der maus? aber wäre doch mal eine idee die maus in ein Frosta werk einzuladen… oder gabs sowas schon?

  • Liebe Frostaner,
    die Idee mit dem Blog finde ich sehr gut. Schön, dass ich somit auch mal einige Ihrer Mitarbeiter vorstellen und Sie dem interessierten User mehr über Ihr Unternehmen nahebringen. Ich schätze Ihre Produkte sehr und ich freue mich, dass ihr Unternehmen nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Umstellung auf Rezepturen ohne Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker etc. jetzt wieder positive Neuigkeiten zu vermelden hat. Ihre Verpackungen sind vom Design her sehr gelungen, das breite Sortiment erfüllt meine Ansprüche nach Abwechslung in jeder Hinsicht und mir gefällt Ihr Web-Auftritt sehr gut: farbenfroh, sympathisch und sehr informativ.

    Ich drücke Ihnen weiterhin die Daumen bei Ihren Produktentwicklungen.

    Zwei Fragen zum Schluß:
    – Warum finden sich immer weniger Kartoffeln in TK-Fertiggerichten? Meistens sind es Nudeln oder Reis, wenn ich mir die Frosta-, Iglo- oder Knorr-Fertiggerichte anschaue, bei denen der Anspruch ist, eine Komplettmahlzeit abzudecken? Und dabei heißt es doch, dass Kartoffeln schlechthin die Sättigungs-Beilage der Deutschen ist!
    Stimmt es ,dass Kartoffeln in der Tiefkühl-Branche immer weniger verwendet werden, weil das Produkt für die Verarbeitung in einer Tiefkühl-Rezeptur sehr schwierig ist?

    Danke für eine Atwort.
    Liebe Grüße
    I wonder why

  • Da sieht man es wieder: Die Verbraucher (=Weblog-Leser) wollen sich doch gar nicht informieren lassen. Ach wenn die doch nur wüssten, dass Erbsenzählen nur eines der Mühsale ist, mit denen unsereins diese undankbare, schadenfrohe und gleichzeitig egoistische Menschenmasse vor schlechtem Gemüse zu bewahren versucht.

    Herr Bosselmann, bitte machen Sie weiter. Viele positive Stimmen lassen hoffen……..

  • In der Tat: Die Sendung mit der Maus war schon in eben diesen Werk und hat über die Produktion berichtet. Allerdings kann ich mich im Moment nicht mehr daran erinnern, ob es dabei gerade um die Herstellung Erbsen oder aber Spinat ging. Wird bestimmt mal irgendwann wiederholt …

  • zum Kommentar von: i wonder why ?

    Es ist wahr, dass sich Kartoffeln relativ schwierig verarbeiten lassen. Bislang haben wir zum Beispiel noch keine Salzkartoffel gefunden die sensorisch auch nur annähernd an eine frisch gekochte Kartoffel heran kommt. Die Oberfläche wird meistens “ lederig „, die Konsistenz “ matschig “ und der Geschmack ist nicht “ kartoffelig „. Probleme, auf die man sich bei Nudeln einstellen kann, bzw. die bei Reis nicht auftreten. So kommen fast immer nur Kartoffeln zum Einsatz die vorgebraten und/oder klein geschnitten sind. Passt aber nicht zu jedem Fertiggericht!
    Positiv gesehen zwingt einen dieser Umstand natürlich auch dazu sich mit anderen Sättigungsbeilagen auseinander zusetzten, wie z.B. Ebli, Hirse, Gries, Polenta, Couscous usw..

    Möchte mich noch für die späte Antwort entschuldigen!!

  • Den Artikel finde ich echt klasse – so konnte ich die Frage meiner Tochter endlich beantworten: „Wie kommen das ganze Gemüse in die Tüte da?“ Bitte mehr davon.

  • Hallo Hallo
    Da ich es ja hier mit echte Lebensmittelfachleuten zu tun habe:
    1. Katoffel: schon mal mit Linda probiert ? Die mit Abstand leckerste Sorte.

    2. Fisch, was ist eigentlich von Aquakultur zu halten ?
    Ich habe mal Infos zu einer Fa. namens ECOMARES erhalten. Angeblich können die ohne Zugabe von Antibiotika produzieren.
    Der Geschäftsbericht war allerdings ziemlich unseriös aufgemacht.
    Taugen denn die Produkte was ?
    Die Firma sitz wohl in Kiel.

  • Hallo Mirco,

    leider war ich einige Tage geschäftlich unterwegs, deshalb erst jetzt meine Antwort.

    Zur Frage 1. Von der Sorte Linda habe ich gehört. Nach meiner Kenntnis wird diese Sorte besonders im Bio-Bereich eingesetzt. Sie soll sehr gut schmecken, hat aber wohl Schwächen im Bereich Krankheits-resistenz (Fäulnisbildung).
    Zur Frage 2: Aquakultur von Fischen ist prinzipiell eine gute und vernünftige Form für die Produktion von Fischen und wird mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Entscheidend ist die Qualität des Aquafarmings wie in anderen Bereichen der Lebensmittelproduktion auch. Auch wir beschäftigen uns mit diesem Thema. Neben der Produktqualität steht vor allem die Sicherheit der Produkte und die Schonung der Umwelt im Vordergrund.

    Auf Antibiotika kann bei gesunden Beständen sicher verzichtet werden.

    Zur Firma Ecomares kann ich leider keine Aussagen machen, da ich sie nicht persönlich kenne.

    Grüsse
    Andreas Bosselmann

  • Hallo
    Ich finde Eure Seite super.
    Wir haben uns beim Mittagessen in der Kantine gefragt, wie überhaupt die Erbsen industriell aus der Schote geschählt?????
    Keiner weiß es hier.
    Könnt ihr uns helfen????

  • Zum Kommentar von Jana Ciomperlik:

    Ich bin gerade wieder aus meinem Urlaub zurück, deshalb erst jetzt meine Antwort.
    Bei der Erbsenernte werden die Pflanzen von der Erntemaschine abgeschnitten und in eine Siebtrommel geführt. Innerhalb dieser Siebtrommel gibt es ein Schlägerwerk, das ähnlich dem Dreschvorgang die Schoten zum Platzen bringt. Die freigesetzten Erbsensamen fallen durch das Sieb und werden so von Kraut und Schoten abgetrennt.

    Grüsse
    Andreas Bosselmann

  • Ein dickes Danke schön an Herrn Boselmann, das Sie sich die Zeit nehmen hier „brisante“ Fragen zubeanworten. Das hat uns jetzt unsere Mittagspause gerettet. Eure Seite ist super!!!

    Viele Grüße Jana

  • Ich hätte da mal eine Frage:
    Wo bekommt man keimfähige gelbe Erbsensamen? Ich habe bisher weder im Internet noch in Geschäften, die Sämereien verkaufen, diese gefunden.
    Bin Lehrer und würde gern mit meinen Schülern „mendeln“
    Grüße, M. Schubert

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