Hauptversammlung in Bremerhaven und Erbsen in Lommatzsch (Beitrag von Felix Ahlers vom 15.06.06)

Erbsen, das ist mein Stichwort und es kommt auf den Punkt genau.
Warum? Weil Heute Morgen um 4 Uhr die diesjährige Erbsenernte und Verarbeitungssaison begonnen hat. Das ist ein bisschen wie vor dem Anpfiff des Fußball WM – Endspieles 2006, wie wärs mit Deutschland – Argentinien?. Nach vielen Monaten der Vorbereitung muss nur noch alles klappen (Der Ball muss ins Tor und die Erbsen in die Kälte). Dazu muss man wissen, dass die Erbsenernte die größte Herausforderung unseres „Gemüsejahres“ ist. 13.000 t Erbsen wollen innerhalb der nächsten fünf Wochen geerntet und in den Kälteschlaf versetzt werden. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Das verlangt absolute Höchstleistungen von Mensch und Maschine. Übrigens der Großteil der Erbsen sind für das eigene Unternehmen bestimmt.
Das Ganze beginnt auf den Feldern unserer Vertragsbauern. Große Erntemaschinen klopfen die süßen runden Kugeln aus den Schoten.
Gutes Timing und Speed sind jetzt das Wichtigste, je schneller die Erbsen vom Feld in die Kälteschlaf kommen, um so besser für Frische und Qualität.

Übrigens die Niederschläge haben wir noch bekommen, allerdings leider einen Teil davon in fester Form also als Hagel. Und das ausgerechnet im Raum Leipzig- Wurzen, wo sich einige der Erbsenfelder unsere Vertragsbauern befinden. Diese „Hagelgranaten“ schlagen ein wie Geschosse – und zertrümmern alles von Autoscheiben bis Erbsenfelder. Ich habe mir das Gestern auf den Feldern angesehen, tut schon weh.

Bild 1 Ernteflotte

Unsere „Ernteflotte bei der Arbeit. Geerntet wir rund um die Uhr Sieben Tage die Woche. Das Erbsenkraut wird von der Maschine abgeschnitten und in eine große sich drehende Trommel befördert. Dort wird solange auf das Kraut „eingeschlagen“ bis die Erbsen herauskullern.

Bild 2 Erbsenanlieferung

Hier sieht man frisch geerntete Erbsen direkt vom Feld angekommen. Das ist höchsten 1 Stunde her. Weiter geht es mit einer Wasch und Reinigungsanlage für Erbsen, wir wollen ja wirklich nur die Erbsen haben und keine Blätter oder Schotenteile.

Bild 3 Hagelfeld

Durch Hagel am 17.06.2006 „plattgemachtes“ Erbsenfeld. Ein Jammer, die Ernte ist futsch.

Bild 4 Hagelschoten

Vom Hagelkörnern getroffene Erbsenschote. Da möchte ich nicht auf dem Feld gestanden haben als der Hagel herunter kam.

Soviel fürs erste Mal von der Gemüseproduktion aus Lommatzsch – das Landschaftsgebiet hier heißt übrigens „Lommatzscher Pflege“ und ist nicht weit von der Porzellanstadt Meißen entfernt.

Über den Autor Zeige alle Beiträge Website des Autors

Gert Fischer

Gert Fischer

5 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Hallo, der Hagel scheint ja ganz schön was angerichtet zu haben. Dennoch noch ein Tip von mir zu den Fotos, insbesondere bei den Schoten im letzten Bild: Besser etwas näher heran gehen beim nächsten Mal. Wenn ich ehrlich bin, kann ich nämlich auf dem Bild fast nichts erkennen außer grünes Gestrüpp 🙁

  • Hallo! Vielen Dank für den Bericht! Mir ist immer viel wohler beim Essen, wenn ich weiß wo es her kommt und wie es produziert wird. Und Fotos sind immer gut, da hat der Shopblogger recht. 🙂 Hoffentlich sind noch genügend Erbsen trotz des Hagels übrig geblieben.
    Viele Grüße!

  • Wenn ich bedenke, wie mühselig ich im Garten meiner Großeltern die Erbsen finden und aus der Schote herausfummeln musste, so muss ich die Erntemaschinen loben.
    Geklopft werden sie also, ohne dass Erbspüree herauskommt? Toll!
    Wer selbst mal Erbsen mit der Hand geerntet hat und weiß, wie lange es dauert, einen Eimer zu füllen, wird die Maschinen zu schätzen wissen.
    Danke für den lehrreichen Beitrag – jetzt gibt es bei mir Erbsen aus der Büchse, den Erbsenfond mit Mehlschwitze angedickt!
    Hmmmm!

Jetzt Kommentar schreiben und mitdiskutieren

Bitte vor dem Kommentieren unsere Blog-Regeln zur Kenntnis nehmen.