Aromen

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Letzte Woche war ich bei einer Veranstaltung von der Verbraucherschutz- und Justizministerin in München, Beate Merk.

Es ging allgemein darum Lebensmittel verständlicher zu deklarieren. Ich war überrascht wie gut die Ministerin im Detail informiert war. In meiner Präsentation war dieses „Aroma Chart“ das interessanteste für die Zuhörer. Es war für viele überraschend, dass Aromen eignentlich nur eingesetzt werden um Lebensmittel billiger zu machen. Grundsätzlich ist das ja vielleicht nicht unbedingt schlecht, allerdings sollte man es dann besser und klarer deklarieren müssen. Der Begriff „natürliches Aroma“ der mit der eigentlichen Frucht oder Zutat nichts zu tun hat ist schon sehr verwirrend. Hier hatten wir darüber schon mal geschrieben.

Gut war dazu auch der Beitrag vom ehemaligen Minister Eberhard Sinner.

Lustig war am Ende die Diskussion zwischen der Ministerin und einem Cola-Vertreter:

Ministerin Merk: Was machen Sie denn nun um auf der Cola Flasche den Zuckergehalt klarer auszuweisen?

Cola Vertreter: Seit über 10 Jahren sind wir Sponsor der Olympischen Spiele….

Ministerin Merk: Das war jetzt nicht meine Frage.

Cola Vertreter: Aber wir fördern die Bewegung ganz bewusst und unterstützen viele Sportveranstaltungen weltweit.

Ministerin Merk: Jetzt fühle ich mich von Ihnen wirklich veralbert….

Auf jeden Fall insgesamt eine gute interessante Veranstaltung die zeigt, dass sich auch die Politiker mehr mit Lebensmitteln befassen. Hoffentlich nicht nur bis zur Wahl am Sonntag!!

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Felix Ahlers (Vorstand)

Felix Ahlers (Vorstand)

Seit 1999 arbeite ich bei FRoSTA und bin derzeit Vorstandsvorsitzender im Hamburger Büro.
Im Sommer spiele ich Tennis und Kitesurfe gerne! Und natürlich koche ich sehr gerne und manchmal bin ich mit dabei, wenn unsere Produktentwicklung an neuen Rezepten arbeitet...

13 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Was ich bei der Aufstellung der Kosten besonders bemerkenswert finde:

    Gehen wir von einem kleinen Joghurt zu 150 g aus, so lassen sich aus 100 kg Joghurt knapp 667 einzelne Joghurts herstellen. Rechnet man jetzt den Mehrpreis für die Verwendung von echten Himbeeren (31,44 Euro) auf den einzelnen Joghurt um, so ergeben sich Mehrkosten von 4,7 Cent pro Joghurt, gerundet also gerade mal 5 Cent pro Joghurt. Hier sollte man sich fragen, ob einem die Verwendung echter Himbeeren nicht diesen winzigen Aufpreis wert ist. Wer hier immer noch meint, sparen zu müssen, der soll die Chemie halt essen!

    Nicht eingerechnet habe ich natürlich eventuelle Preissteigerungen bei der Ausgangsware Himbeeren, sollte durch ein Umdenken der Industrie die Nachfrage nach echten Himbeeren tatsächlich drastisch ansteigen. Ist ja auch eines der Lieblingsargumente der Industrie, dass es gar nicht genug Erdbeeren gäbe, um alle Erdbeerjoghurts dieser Welt hinreichend zu aromatisieren. Frage: stimmt das eigentlich??

    Viele Grüße,
    Betrand

    PS: ich achte darauf, Lebensmittel zu kaufen, die zusatzstofffrei sind, es fällt aber oft wahnsinnig schwer. Es spielt auch keine Rolle, ob man beim Discounter oder teure Marken im Supermarkt einkauft, selbst bei „Tante Emma“ oder im Feinkostladen ist man vor der Chemie im Essen nicht sicher. Ein vergleichsweise teurer Fond aus dem Feinkostladen hat oft trotzdem Aroma in der Zutatenliste und selbst Produkte, die nach EU-Bioverordnung hergestellt sind, können noch „natürliche“ Aromastoffe enthalten (und tun dies leider auch oft!). Mit viel Geduld findet man dann doch Produkte, die nur das enthalten was reingehört. Beispiel: ein italienischer, luftgetrockneter Schinken, Zutaten laut Aufdruck: Schweinefleisch, Salz und fertig. 🙂 Gekauft übrigens beim Discounter!!

  • @Betrand: Das stimmt, man muss genau hinsehen und der Preis ist leider nicht unbedingt ein Zeichen für bessere Qualität. Gerade beim Joghurt gibt es inzwischen viele gute Handelsmarken absolut ohne Aromen. Ich kaufe privat immer „Oma´s Joghurt“ ohne Aroma!

  • Interessant wäre mal eine Liste zu haben, wo Lebensmittel aufgelistet sind welche absolut verträglich sind. Also eine Reinheitsgebot-Liste. 😀

    Denke eine A4 Seite wird nur zu 3/4 gefüllt.

  • Um „auf Nummer sicher“ zu gehen ist es wahrscheinlich ohnehin das beste sich einen Naturjogurt und frische Früchte zu kaufen und selber zu mixen.
    So gut ich es finden würde, dass dem Verbraucher mehr Transparenz in Sachen Zusatzstoffe geboten wird, so finde ich auch, dass es Grenzen gibt (an dem Punkt, wo der Verstand einsetzt).
    Ich persönlich möchte keinen Hinweis auf der Cola vorfinden, die großflächig davor warnt, wieviel Zucker enthalten ist.
    Dass Cola und Schokolade zuckerhaltig- und Butter fett ist müsste ja jedem bekannt sein. Nach meiner Meinung wird es erst dann wichtig, wenn es nicht auf den ersten Blick erkennbar ist oder vorgekaukelt wird, dass das Lebensmittel sehr gesund ist während sehr viel Zucker enthalten ist (z.B. Fruchtzwerge).

  • Um die Idee von Anja aufzugreifen: gibt es eine Webseite, auf der Kaufempfehlungen für Produkte gegeben werden, die ohne Zusatzstoffe hergestellt werden und vor allem auch, wo man diese kaufen kann?

    Danke und viele Grüße,
    Bertrand

    PS: Die Frosta-Produkte sind mir natürlich bereits bekannt. 😉

  • Wieso? Weshalb? Warum? – Wer nicht fragt, bleibt dumm……

    Himbeere / © pixelio.de
    Warum darf man in der Arktis eigentlich keine rosaroten Sonnenbrillen tragen? Weil man sonst die Eisbären mit Himbeeren verwechselt. Ich gebe zu, so niedergeschrieben verblasst die Pointe ein wenig. Aber sie soll nur den Einst…

  • Finde es auch schlimm, dass man nicht richtig informiert wird auf den Verpackungen, vielleicht wird ja die neue Regierung die Gesetzte verbessern. Oder wird das ganze Thema sowieso in der EU Regierung entschieden?

  • Ich muss Inge voll zustimmen – ein weiterer großer Aufkleber „3 MILLIONEN KCAL“ o.ä. auf einer Verpackung ist nicht notwendig – aber die für mich eigentlich zum Standard gehörende Tabelle mit Zucker, Fett etc. in g/100g muss verpflichtet werden.

    Bei (Coca) Cola kann dies m.E. jeder selbst lesen – bei z.B. einigen Salzgebäckprodukten oder Ritter Sport dagegen nicht, was eine absolute Unverschämtheit ist.

  • Gewagt, gewagt! Muss gestehen, dass ich diesen Blog hier zwar vor ewigen Zeiten schon mal kurz besucht habe, dass ich aber als überzeugte Öko bisher einem Blog eines derart bekannten, konventionellen „Tiefkühlfutterherstellers“ generell extrem misstrauisch gegenüberstand.

    Doch ich muss sagen – mir gefällt sehr, was ich hier inzwischen alles zu lesen bekomme! Keine der sonst üblichen Selbstbeweihräucherungen, sondern harte Fakten und die Überzeugung, im Gegensatz zur Konkurrenz wirklich nichts zu verbergen zu haben. Wow!

    Ich bin zwar nach wie vor überzeugter Selbstkocher aus frischen Zutaten und mir kommt nicht mal ne TK-Pizza „für Notfälle“ oder ähnliches ins Haus – allerdings bin ich jetzt schon am überlegen, ob ich nicht einfach mal eines Eurer Gerichte probieren muss. Respekt – meine Überzeugung derart ins Wanken zu bringen, hat seit fast drei Jahren keine einzige konventionelle Marke mehr geschafft.

    Macht weiter so! Und wenn Ihr jetzt noch konsequent Bio-Zutaten verarbeitet und diese auch noch aus möglichst regionaler Herstellung sind, dann muss wohl nicht nur ich Bioladen-Stammkunde mal nachdenken…

    Mahlzeit!
    ;o)

  • lukuhlus: Die „Frage“ in deinem letzten Absatz hättest du dir mit etwas weiterer Lektüre dieses Blogs auch selbst beantworten können.
    Bei FRoSTA steht die Fabrik quasi direkt neben dem Feld.

  • Cranberry – Damit das Aroma auch die richtige Konsistenz hat. 🙂

    Gestern lief in der Sendung WAS! (RBB) ein interessanter Beitrag zur „Multifrucht Cranberry“. (Himbeere kann sie übrigens auch sein.)

    Wer sie, wie ich, bisher noch nicht kannte, kann sich den Beitrag hier nochmal ansehen

    [Anm. d. Admin: Link wurde neu formatiert, damit es besser lesbar / nutzbar ist.]

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