Von handgearbeiteten Eiern in China

„Food-Design Panschen erlaubt. Wie unsere Nahrung ihre Unschuld verliert“ heißt das neue Buch von Udo Pollmer und Monika Niehaus. Vor einiger Zeit vorgemerkt bei amazon lag es heute in meinem Briefkasten. Ein Buch über die unzähligen kleinen und großen Tricksereien, die heute in der Lebensmittelindustrie weit verbreitet sind. Mit zum Teil haarsträubenden Geschichten von denen man hofft, daß sie nicht wahr sind, zum Beispiel darüber, daß in China bereits „Eier nicht in Huhn- sondern Handarbeit hergestellt“ werden können und dies auch geschieht.

Auf Seite 39 und 40 wird dann- unter der Überschrift „Es geht auch anders:zwei positive Beispiele“- FRoSTA erwähnt:

„Vorbildlich war auch das Verhalten der Tiefkühlfirma Frosta, die bei ihren Fertiggerichten auf Zusatzstoffe weitgehend verzichtet………Der Verzicht auf Zusatzstoffe war im Falle von Frosta ein Experiment mit offenem Ausgang. Damals war die gesamte Fachwelt überzeugt, dass es nicht möglich sei, geschmacklich ansprechende Fertiggerichte ohne eine breite Palette an Zusatzstoffen und Aromen herzustellen. Umso größer war die Überraschung, als das Ergebnis vielfach sogar besser als erhofft ausfiel. Natürlich sind solche Produkte teurer, weil der Verzicht auf Aromen, Farbstoffe und vor allem Geschmacksverstärker dazu zwingt, anständige Mengen in haushaltsüblicher Menge einzusetzen. Wenn es nach Fleisch schmecken soll, muß eben Fleisch hinein, und für den Safranreis genügen nicht preiswerte Aromen, sondern es braucht echten Safran, und der ist teuer. Es bleibt jedem selbst überlassen, wie er den Preis bewertet. Aber wer statt Fleisch lieber Glutamat bezahlt, bekommt schlicht etwas früher wieder Appetit – z.B. auf eine Tüte Chips.“
Udo Pollmer/Monica Niehaus
Food-Design Panschen erlaubt

Ich finde, das hat Udo Pollmer sehr schön beschrieben!

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Friederike Ahlers (Öffentlichkeitsarbeit)

Friederike Ahlers (Öffentlichkeitsarbeit)

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7 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Also, was den Appetit angeht, da muss man so ehrlich sein, ist es gehupft wie gesprungen, was man kauft. Die Mengen in den Frostatüten sind ja nicht gerade üppig, ich hab jedenfalls nach dem Verzehr von Frostaprodukten nicht weniger schnell wieder Hunger, als es bei Konkurrenzprodukten der Fall ist.

    Geschmacklich hingegen stimmt es schon, die Frostaprodukte schmecken auch mir besser und mein Magen freut sich auch-aber satt werden muss ich ja auch. Es ist ja auch nicht in allen Gerichten Safran enthalten, ein bischen mehr in die Tüten kann doch nicht so schwierig sein? 🙂

  • @Björn Harste:

    Ich dachte erst, das mit den Eiern sei ein Witz. Beschrieben wird der Prozeß bei Udo Pollmer auf der letzten Seite seines neuen Buches in dem Kapitel „Die hohe Schule des Panschens“. Pollmer schreibt, daß handgemachten Eier wegen der im Vergleich zu den Lebenshaltungskosten eines Huhnes so niedrigen Lohnkosten in China „spottbillig“ seien. Er beschreibt auch detailliert das „Rezept“,; so fängt es an:

    „Man nehme:
    Natriumalginat plus Wasser und rühre 1,5 Stunden, bis die Masse zu erstarren beginnt; gebe Gelatine hinzu, rühre erneut und warte 10 Stunden, bis alle Luftblasen entwichen sind…..“

    und endet so:

    “ Schließlich umhülle man das „Ei“ mit einer „Schale“ aus einer Mischung aus geschmolzenem Parrafin mit Gips und lasse alles gut abkühlen und trocknen“.
    Pollmer/Niehaus Food Design Panschen erlaubt, S.217

    Dieses Kunst-Ei sieht, so Pollmer, dann täuschend echt aus und läßt sich sogar braten wie ein Spiegelei!

    Viel Spaß!!

  • Das mit den handgemachten Eiern hört sich extrem spannend (und skurril bis erschreckend) an! Daher möchte ich gerne nochmals nachhaken:
    Besteht die Möglichkeit, das komplette Eier-Kapitel hier im Netz zugänglich zu machen oder einen Scan zu mailen? Oder mögliche Literaturquellen (Text oder Photos) zu diesem Verfahren anzugeben?
    Das würde mich einerseits aus wissenschaftlicher Sicht interessieren und würde andererseits eine Realitätsprüfung erleichtern, ob es sich hier nicht eher um eine „urban legend“ handelt, die sich einfach verdammt gut anhört…
    Vielen Dank, Alex

  • Hallo!
    Vorweg: was der Herr Pollmer schreibt, mit Fleisch statt Glutamat, das ist auch meine Meinung.
    Ich würde nun gerne wissen, ob man Geschmacksverstärker als Kundentäuschung bezeichnen könnte. Rechtlich nicht, das steht ja fest, aber so rein vom sog. gesunden Menschenverstand her.
    So ähnlich wie blauer Farbstoff in Blaubeeryoghurt oder Mundgefühlverbesserer (Stabilisatoren) in fettfreien Milchmischgetränken. Oder Aromastoffe. OK, akzeptiert: in Gummibären oder anderen Bonbons, man ist ja nicht kleinlich. Aber wenn eine Bananenmilch von Müller oder Nordmilch unter 1% Banane und mehr Aromen und Pektine o.ä. enthält, fühle ich mich als Kunde gefoppt (die Masse der Kunden nicht, die wollen Bananengeschmack, ob als Banane vom Baum oder als Tetrahydrofuranolactatdioxinester-etc-Derivat von Symrise, aber das ist ein anderes Thema).
    Ich kauf manchmal Gefro-Produkte, das ist eine Reformkost-Firma in Süddeutschland. Auf ihren Produkten betonen sie u.a. „Cholesterinfrei, salzfrei, ohne tierische Fette, etc“. Aber Geschmacksverstärker ist überall drin. Auf Anfrage schrieben sie mir, Glutamat und Derivate seien harmlos. Das glaube ich gerne, ich esse auch Chips, ich bin kein Purist oder Bio-Fanatiker, aber warum wird überhaupt ein Geschmacksverstärker eingesetzt? Haben die Gefro-Produkte nicht genug Eigengeschmack? Oder sind es die billigen Rohstoffe und eine maschinelle Verarbeitung, die den natürlichen Geschmack platt machen?
    Kann da jemand was zu sagen?
    Mit Grüßen von Robert Steinmetz

  • Hallo Robert,

    das mit Gefro hat mich auch schon gewundert, warum die einen auf Reformkost machen und gleichzeitig Glutamat verwenden…
    Denke mal, dass es die Produktion verbilligt, weil man weniger von den natürlichen Rohstoffen braucht. Da es aus dem Biobereich aber genügend schmackhafte Gemüsebrühen ohne das Zeugs gibt, denke ich mal nicht, dass es grundsätzlich an der maschinellen Verarbeitung liegt.

    Gruß,
    Christoph

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