Was kann man noch bedenkenlos essen?

„Wer sich nicht hinters Licht führen lassen will, sollte sich das vom Hamburger Abendblatt und dem Hamburgischen Anwaltsverein (HAV) veranstaltete Bürgerforum zum Thema Lebensmittelrecht nicht entgehen lassen.“, heißt es in einem Artikel aus der heutigen Ausgabe des Hamburger Abendblatts.

Wie es scheint, ist dies eine sehr interessante Veranstaltung … und das Thema passt optimal zum FRoSTA Reinheitsgebot. Schließlich schreiben wir groß drauf, was drin ist. Jede Zutat wird aufgeführt, es wird nichts verschwiegen. Bei FRoSTA kommen nur beste Zutaten zum Einsatz. Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, Stabilisatoren, Farbstoffe, usw. kommen nicht in die Tüte.

Also können unsere Mitarbeiter ruhigen Gewissens diese Veranstaltung besuchen. Wir brauchen uns ja nicht zu verstecken … 😉 Einige von uns werden hoffentlich dabei sein.

Informationen zur Veranstaltung entnehmen Sie bitte direkt dem Artikel.

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Doerte Grotheer

Doerte Grotheer

Assistentin des Geschäftsführers

9 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Bezeichnend, dass der Waschmittelkonzern, der in „Lebensmittel“ macht, sich am lautesten wehrt gegen das Portal.
    Schließlich werden bei ihm die (wenigen guten) Zutaten so lange gestreckt, bis sie vor Schmerzen schreien und dann mit Chemie und Tricks und tollen Werbelügen aufgefüllt.

    (Ich hoffe, das war jetzt neutral genug formuliert, dass niemand Ihnen ans Bein pinkeln kann – wer sich mit der Thematik befasst, weiß ohnehin, wen ich meine …)

  • Es ist sicherlich zu begrüßen, das der Kunde endlich lang ersehnte Informationen zu den genauen Inhaltstoffen der Produkte erhält.
    Die Frage ist nur: Wie vertrauenswürdig sind die Angaben die direkt vom Hersteller kommen für den Konsumenten letztlich?!

    Eine Neue Umfrage (Quelle: „Rundschau“ 11/2011, S. 12) zeigt, dass Hersteller und die Industrie in Sachen vertrauenswürdiger Informationen auf Platz 14 und 15 liegen (die Politik nimmt mit Rang 18. den letzten Platz ein). Ohne unabhängige Kontrolle der vom Produzenten gemachten Angaben durchaus verständlich, oder wie sehen Sie das?!

    [Anm. d. Admin: „Nickname“ geändert wegen Verstoßes gegen die Blogregeln. Da die Website thematisch sehr passend ist, bleibt sie natürlich verlinkt.]

    • Das wichtigste ist aus aus unserer Sicht ersteinmal, daß sich die Gesetze ändern. 
      Heute müssen zum Beispiel Zusatzstoffe ohne „technologische Wirkung im Endprodukt“ nicht deklariert werden. Ein Aroma, das nicht aus der Frucht oder Zutat stammt nach der es schmeckt darf „natürliches Aroma“ genannt werden, solange es aus einem Naturprodukt gewonnen wird (also zB aus Zedernholz). Es ist völlig legal, auf die Vorderseite der Verpackung einen großen Sticker anzubringen auf dem steht „Ohne den Zusatzstoff Geschmacksverstärker“ und auf der Zutatenliste Hefeextrakte, Aromen oder „Trockenmilcherzeugnisse“ aufzulisten.
      All das ist rechtlich gesehen völlig in Ordnung, und doch führt es dazu, daß sich viele Verbraucher getäuscht fühlen und das Vertrauen in die Lebensmittel verlieren. Eine verbraucherfreundlichere Gestaltung des Deklarationsrechtes wäre also der erste, dringend notwendige Schritt in Richtung mehr Verbrauchervertrauen. 
      Falsche Angaben und damit Verstöße gegen das Lebensmittelrecht werden sich dagegen insbesondere große Firmen und Marken kaum leisten können. 
      Wir haben 3 Vorschläge für eine Änderung des Lebensmittelrechtes gemacht und bereist 2009 an Frau Aigner übergeben:
      1. Alle Lebensmittel die zugesetzte Aromen (egal ob natürlich, künstlich, naturidentisch) enthalten müssen in der Verkehrbezeichnung den Zusatz „aromatisiert“ angeben.
      2. Alles was drin ist muß auch draufstehen. Das gilt auch für Zusätze, die keine „technologische Wirkung im Endprodukt“ mehr haben. Also Enzyme, technische Hilfsstoffe ect.
      3. Werden Zutaten eingesetzt, die wie Zusatzstoffe wirken (Bespiel Hefeextrakt, Rosmarinextrakt, Gemüseextrakt, Trockenmilcherzeugnis) muß die Funktion mit aufs Etikett. Also zum Beispiel: „Geschmacksverstärker: Hefeextrakt“, „Konservierungsmittel:  Rosmarinextrakt“).
      Das wäre aus unserer Sicht ein großer Schritt in mehr Transparenz und mehr Verbrauchervertrauen!

      • Gute Vorschläge. Ich bin dabei! Wo muss ich unterschreiben?

        Aber die Politik wird sich wohl kaum so verbraucherfreundlich verhalten. Die (Lebensmittel-)Industrielobby ist dazu viel zu stark. Damit wären wir beim Vertrauen in die Politik gelandet. Für wen wird eigentlich diese Politik gemacht? Jedenfalls nicht für die Mehrheit des Volkes (sprich: Verbraucher).

        Dabei geht ja im ersten Schritt nur um klare Deklarationen. Erst danach würde sich zeigen, ob die Verbraucher auch wirklich am Thema Zustatzstoffe interessiert sind (sprich: Entsprechend kaufen). Im Moment können sie ja aber nicht einmal das (von FRoSTA abgesehen).

        • Die Lösung des Problems liegt somit auf der Hand:

          Wenn schon die Gesetzgebung nicht in Richtung mehr Transparenz geht, ergibt sich für diejenigen Produzenten, die sich dadurch differenzieren wollen ein großer Wettbewerbsvorteil und eine große Chance selbst proaktiv zu werden.

          Mit absolut ehrlicher und von einer unabhängigen Stelle geprüfter Transparenz hinsichtlich der Inhaltsstoffe, Verarbeitung, etc. ergibt sich DIE Chance sich vom Rest abzuheben.

          Transparenz ist DAS Differenzierungsmerkmal der Zukunft – und wer als erstes damit anfängt (unabhängig von Gesetzen) alle Prozessschritte für den Konsumenten offenzulegen, wird eine große Vorreiterrolle einnehmen.

        • Aber das ist ja gerade das Problem: Alle Hersteller können mit blumigen Worten ungestraft behaupten, in ihren Produkte würden keine Zusatzstoffe verwendet. Viele dieser Stoffe müssen ja nicht einmal deklariert werden oder können unter anderem Namen laufen. Solange man die Hersteller nicht per Gesetzt zwingt, wirklich *alle* Inhaltsstoffe offenzulegen, hat es der ehrliche Produzent ziemlich schwer. Er muß sehr umständlich erklären, warum sein Produkt anders ist, als das der Konkurrenz. Denn aus den Deklarationen erschließt sich das ja nicht.

  • Auch wenn viele Produzenten es womöglich nicht als notwendig empfinden Produkte ohne schädliche Zusatzstoffe auf den Markt zu bringen, kann letztlich jeder Betrieb für sich selbst gewisse Standards setzen und verfolgen.

    Diese Mehrwerte wollen natürlich auch ausführlich an den Konsumenten weitergetragen werden. Marketingaktivitäten setzt ohnehin fast jeder produzierende Betrieb um, da würde sich evtl. ein Schwerpunkt hin zu Transparenz bewähren. Um dem Konsumenten auch möglichst viel Vertrauen zu vermitteln, wird sich eine Verifizierung der Angaben der Produzenten am Ende bezahlt machen.

    [ Anm. d. Admin: Ich hatte doch bereits beim letzten Posting darauf hingewiesen, dass die Verlinkung des Slogans nicht mit den Blogregeln konform geht. Bitte daran halten! Danke. ]

    • Das Problem ist aber, dass fast alle Produzenten behaupten, sie würden „irgendwas in Richtung weniger Zusatzstoffe machen“. Das führt zu einer Flut von mehr oder weniger leeren Worthülsen, die sich gar nicht genau hinterfragen lassen. Wo soll denn da das Vertrauen herkommen? Welcher Konsument hat schon Lust, für jedes Produkt jedes Herstellers akribische Nachforschungen anzustellen? Man sieht es ja schon an FRoSTA, wo es schon schwierig ist, den kompletten Verzicht auf Zusatzstoffe zu vermitteln. In dem ganzen Werbebrei geht das für die meisten einfach unter. Wie soll denn ein Hersteller erst den teilweisen Verzicht auf Zusatzstoffe vermitteln?

      Letztlich geht es nur so wie bei Bio: Es müssen sich Verbände bilden (möglichst nur einer), deren Mitglieder sich zu einem strikten Verzicht auf Zusatzstoffe verpflichten (so wie die Anbauverbände es im Bio-Bereich tun). Dann kann man mit dieser Mitgliedschaft werben. Das könnte dann auch Grundlage eines Gesetzes werden. Aber wie ich die Politiker und die Lobbyisten kenne, würden sie ein solches Gesetz – genau wie im Bio-Bereich – wieder soweit verwässern, dass man damit auch nicht mehr viel anfangen kann.

  • Die Informationsflut die auf den Konsumenten trifft ist wahrlich kaum zu durchblicken. Ebenso schwierig ist es inzwischen sich bei jeglichen Zertifizierungen und Gütesiegeln zurechtzufinden. Oft wissen Konsumenten gar nichts über die dort gepflegten Standards und Hintergründe. Auch angekündigte Kontrollen der Zertifizierungsstellen tragen wahrscheinlich nicht unbedingt zum Vertrauen der Konsumenten bei.

    Solange die Gesetzgebung die reichlich bekannten Lücken in der Lebensmittelkennzeichung nicht schliesst, muss der Handel in Kooperation mit den Produzenten Systeme finden, um EHRLICH und 100%ig transparenz zu werden. Der Clou und die wahrscheinlich größte Schwierigkeit hierbei ist, dem Konsumenten so einfach und schnell wie möglich diesen Informationskanal zugänglich zu machen. Mittlerweile gibt es aber bereits weitreichende Ideen, dem Konsumenten diesen Mehrwert einfach und günstig weiterzugeben. [Video entfernt.]

    [ Anm. d. Admin: Liebe Mitarbeiterin von der Infood GmbH, ich denke wir haben Ihnen im FRoSTA Blog jetzt genügend Gelegenheit zum Bekanntmachen ihrer interessanten Plattform „Lebensmittel-Transparenz gegeben. Bitte bei weiteren Kommentaren keine weitere Selbstdarstellung / Allgemeinplätze posten, sondern wenn dann Teilnahme an der Diskussion des jeweiligen Themas. Ich zitiere dazu gerne noch einmal aus unseren Blogregeln: „6. Wir diskutieren gerne themennah.“ –> http://www.frostablog.de/bloginfo/regeln Vielen Dank für Ihr Verständnis.]

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