chiller con carne

Bei meinem Besuch in London vor einigen Tagen habe ich mir auch ein paar Lebensmittelläden angesehen. Auffällig ist, dass diese Läden in der Innenstadt sich dort in der Tat fast ausschließlich auf dass Beschränken, was sie sind, nämlich Lebensmittelläden. Waschpulver, Toilettenpapier oder gar MP3-Spieler, die in good old Germany zu den Lebensmittelketten dazu gehören wie die Überraschung zum Ei, sind dort meist nicht zu finden.

Der Anteil an gekühlten Lebensmitteln (doch, doch, es gibt auch eine deutsche Bezeichnung für „Chilled Food“!) ist im Vergleich mit Deutschland um ein Vielfaches größer. In einem Marks & Spencer-Laden habe ich den Anteil der Kühltheken auf ca. 40% der Ladenfläche geschätzt. Viel an vorgefertigten belegten Broten (die unvermeidlichen Sandwichs), Salate, aber auch sehr viele Fleisch-, Fisch-, Gemüse-Fertiggerichte aller Art werden dort in Kühlregalen feilgeboten. Erbsen zum Beispiel, die es hier in Deutschland meist nur frisch auf dem Wochenmarkt in Schoten oder im Supermarkt in Gläsern / Dosen oder tiefgekühlt gibt, findet man dort im Kühlbereich.

Die Nachricht, dass sich sehr viele Lebensmittel viel besser halten, auch zum Beispiel die enthaltenen Vitamine, wenn sie tiefgekühlt sind, scheint dort noch nicht so bekannt zu sein. Der Anteil an tiefgekühlten Produkten ist nämlich dagegen erheblich niedriger als hierzulande. Im diesem einen schon erwähnten Marks & Spencer-Laden habe ich trotz intensiver Suche überhaupt keine gefunden. (In anderen Läden der Kette schon). Allerdings steht auf vielen Produkten aus dem Kühlregal, dass sie zum Einfrieren geeignet sind. Da scheint es vielleicht doch einen kleinen Trend zum Einfrieren zu geben. Wobei Tiefkühlprofis wie wir von FRoSTA (… super Eigenlob, gell!? …) das für viele Lebensmittel viel schonender hinbekommen als eine normale Hausfrau mann Hausperson, weil die Produkte zum Beispiel viel schneller heruntergekühlt werden können und Eiskristallbildung vermieden werden kann.

Was auch auffiel waren die Tüten mit Kartoffelchips. Während in bundesdeutschen Läden Größen von 125 – 175 Gramm normal sind und die Familienpackung meist ein Schattendasein fristet, ist dort die auch in kleinen Läden die 600 Gramm-Tüte immer gegenwärtig. Aber das nur nebenbei.

Zurück zu richtigen Lebensmitteln: Ein schon aus Deutschland bekannter Marktteilnehmer, nämlich Lidl, setzt im Gegensatz zu den eingeborenen Lebensmittelketten auf ein ähnliches Konzept wie in der Heimat was die Anteilsverteilung zwischen gekühlten, tiefgekühlten und den sonstigen Lebensmitteln angeht. Auch die nicht essbaren Angebote sind dort genauso vertreten. Sogar die Fliesen sind glaube ich die gleichen wie hier. Kulturexport mal anders. 😉

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Frank Ehlerding (Controlling)

Frank Ehlerding (Controlling)

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11 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • die Sandwiches in den meisten Läden in Londen sollte man echt nicht anfassen, ABER wenn man schon in London ist dann ab zu Pret a Manger, die haben dasselbe Konzept wie Frosta, nur für Sandwiches 😉 Keine Zusatzstoffe und alles wird andauernd frisch zubereitet, absolut super und lecker. Hilft mir in London desöfteren über die Mittagspause. Einen Laden findet man ca. alle 50m, dürfte also nicht zu übersehen sein.

  • Aha, heißt das, ich kann demnächst in London endlich wieder Frosta essen? Mein Eindruck ist übrigens nicht, dass es weniger tiefgekühlte Sachen gibt. Bei ASDA oder Sainsbury gibt es das gängeweise… Gerade und vor allem Fertiggerichte. Ich kenne Leute, die ernähren sich von nichts anderem.

    Aber es gibt eben auch mehr frische Sachen wie bei M&S. Die Leute gehen mittags zu M&S und kaufen sich Sandwichs und einen abgepackten Salat und Früchte. Das ist etwas, was ich vermissen würde, wenn ich nach Deutschland zurück ginge – dass man schnell und einfach an frischen (ok abgepackt frischen) Salat kommt.

  • @ Christiane

    FRoSTA gibt es in England leider noch nicht. Muss aber ja nicht für alle Zukunft so bleiben.

    Salate gibt es hier in Deutschland auch immer mehr abgepackt zu kaufen. Ich sehe das vor allem in einigen Edeka-Märkten. Sandwichs kann man hier auch schon vorkonfiguriert bekommen. Allerdings bei weitem nicht in dem Ausmaß wie im U.K. Habe ich bisher auch noch nicht probiert.

  • Nee – sehe das wie Christiane. Im falschen Laden gewesen. Bei M&S gibt´s viel Take-Away. In normalen Supermärkten wie Tesco, Asda, etc. sind riesige Kühltheken vorhanden. Ganz wie in ol Germany :))

  • Stimme Christiane zu, in den entsprechenden Läden gibts mehr als genug tiefgekühlte Sachen. So leckere (und vor allem günstige!) Sandwiches wie in London habe ich allerdings in Deutschland noch nicht gefunden. Liegt vielleicht auch daran, dass man in Deutschland auch problemlos auch andere „Nahrungsquellen“ nutzen kann…wenn ich da an so manches Restaurant in London denke, wird mir ganz anders.

    Aber das ist natürlich Geschmackssache – und über den lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.

    FRoSTA in England wäre aber auch eine schöne Sache.

  • Hehe Fish & Chips haben sie sicher auch gekühlt in der Truhe ?!?
    Es kommt denke ich mal auch darauf an, wie vielfälltig die Ernährung einer Nation ist?

    Am besten finde ich Nahrungsmittel, die nicht Genmanipuliert sind, wenn ich mir anschaue was der Konzern Monsanto so treibt und wie er Versucht die Nahrung der Welt zu Kontrollieren.

    Liebe Grüße Jakob

    [Anm. d. Admin: URL wegen penetranter Eigenwerbung gelöscht.]

  • Das hängt natürlich imer davon ab, wo man zum Einkaufen geht. In der City von London, wo die Dichte der dort lebenden Menschen sehr gering ist, dienen die Lebensmittelläden vor allem dazu, den in der City beschäftigten Menschen und den Touristen eine Anlaufstelle zu geben, wo sie ihren Lunch besorgen können bzw. wo sie auf dem Heimweg noch schnell ein Dinner abgreifen können.

    Daher auch der hohe Anteil an Convenience Produkten, die kann man im Laden mitnehmen, in der Büroküche in die Mikrowelle hauen und hat ein vollwertiges Essen. Oder man geht wirklich zu Pret a Manger, deren Sandwiches sind wirklich legendär.

  • Da in London schnell viel Geld verdient werden muß, sind gesunde Lebensmittel Mangelware. Die Zeit die für Essen bleibt ist mehr als gering. Von den Ladenmieten einmal abgesehen. Aber vor allem spielt da der niedrige Anspruch der Engländer die allergrößte Rolle.

  • Schrecklich, der Gedanke plötzlich an einem anderen Ort zu sein, an dem es z.B. andere Dinge im Supermarkt gibt (z.B. spezielle teifgekühlte Reisgerichte oder bestimmte Tiefkühlpizzen). Das beste ist, man reist einfach nicht. Ernsthaft. Ist doch viel schöner an einem einzigen Ort zu bleiben, wo man u.a. die Leute, Geschäfte und Fahrwege schon Ewigkeiten kennt.

    [Anm d. Admin: Werbelink entfernt.]

  • @heintze
    Kein Problem, gegarte Speisen können ca. 1-2 Tage im Kühlschrank bei normalen Temperaturen von 4-7 Grad aufbewahrt werden. Bei Gerichten mit Spinat sollte man vorsichtig sein. Unter der Voraussetzung einer guten Küchenhygiene kann man eigentlich auch Spinat wieder aufwärmen. Kindern und geschwächten Menschen kann man den Verzehr von Gerichten mit wiederaufgewärmtem Spinat nicht empfehlen.

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