Wo kommt eigentlich unser Fisch her?

Nachdem vor einigen Wochen unser Werksleiter Bernd Heise über die Produktion von Fischstäbchen berichtet hat, habe ich mir gedacht, dass es nun vielleicht interessant wäre, etwas über die Rohware Fisch und seine unterschiedlichen Ursprünge zu berichten.

Wie bei allen Frosta-Artikeln setzen wir auch für unsere Fischprodukte nur ausgesuchte Rohwaren ein, die unserer FRoSTA-Philosophie entsprechen.

Schon seit dem Jahre 2003, als andere Produzenten in der Öffentlichkeit viel darüber sprachen, aber nicht realisierten, verwenden wir, wo immer es möglich ist MSC-zertifizierte Fischrohware.

Eine dieser zertifizierten Fischrohwaren, die für einen Teil unserer Produktion eingesetzt wird, ist der Alaska Pollock, auch bekannt unter den Namen Alaska-Seelachs.
Für die, die es genau wissen wollen, sein wissenschaftlicher Name ist „Theragra chalcogramma“.

Nur die Stämme im amerikanischen Teil der Behringsee und im Golf von Alaska sind MSC-zertifiziert und nur dort beziehen wir den Alaska Pollock für unsere Marke FRoSTA.

ALASKA: Ein Gebiet mit 47.300 Meilen Küstenlandschaft, dies ist mehr als die anderen 49 Staaten Amerikas zusammen haben.

Alaska hat 795.000 Quadrat Meilen Kontinentalschelf, dies macht ca. 70 % der gesamten USA aus.

Die 200-Meilen Zone Alaskas macht ca. 28 % der gesamten USA aus.

In diesem kalten klaren Wasser Alaskas gibt es neben dem Alaska Pollock weitere große Bestände an Weißfisch. Der Begriff „Weißfisch“ ist ein Synonym für „Grundfisch“ oder „Bodenfisch“. Der Name hat seinen Ursprung in der Tatsache, dass diese Spezies am oder in der Nähe des Bodens lebt.

Alaska Pollock ist die größte Spezies in der dortigen Gegend:

Rund 60 % der dortigen Biomasse in der Behringsee und ca.20 % im Golf von Alaska und in den Aleuten.

Der ausgewachsene Alaska Pollock lebt in einer Tiefe von 70 – 300 Metern. Die Laichzeit liegt zwischen Ende Februar und Anfang Mai.

Zum Fang von Alaska-Seelachs benötigt man zunächst erfahrene Kapitäne und Mannschaften, die ihr Geschäft oft über Jahrzehnte kennen. Moderne Fangschiffe sind 20 – 60 Meter lang und mit neuster Fangtechnik, sowie moderner Navigations- und Ortungstechnik (Echolot) ausgerüstet.

Der Alaska Pollock wird mit sogenannten „Midwater Trawls“ gefangen. Das sind Schleppernetze, die von Zeit zur Zeit den Boden berühren, aber die schweren Scherbretter, die das Netz offen halten, nicht.

Die Fischerei ist nur in strikt begrenzten Gebieten erlaubt und es gibt strenge Auflagen bezüglich des Beifangs (Heilbutt, Krabben).

Es kommt nicht selten vor, dass ein Fanggebiet für Alaska Pollock geschlossen wird, weil die erlaubte Beifangmenge abgefischt wurde. Die Maschenweiten der Netze sind vorgeschrieben und werden kontrolliert.

Wenn das gefüllte Netz die Oberfläche erreicht, gibt es zwei Möglichkeiten:

Hat das Fangschiff Fischverarbeitungsmaschinen und Gefrieranlagen an Board installiert, erfolgt die Verarbeitung gleich auf dem Schiff.
Ist das Fangschiff lediglich in der Lage den Fisch zu fangen, erfolgt die Verarbeitung in einer Landfabrik.

In diesem Fall nehmen die Schiffe den Fisch an Board und kühlen diesen in sogenannten Kühlwassertanks. Diese Methode hält den Fisch in guter Qualität bis zur Verarbeitung in den nahegelegenen Landfabriken. Wir legen großen Wert darauf, dass dieser Fisch innerhalb von 36 Stunden and die Landfabrik geliefert und dort sofort verarbeitet wird.

Da es für uns aus zeitlichen Gründen schwierig ist, auf einem Fang- und Verarbeitungsschiff mitzufahren, haben wir wiederholt verschiedene Landfabriken besichtigt.

In diesen Fabriken wird der Fisch entweder zu Einzelfilets oder zu Blockware verarbeitet.

Zur Anschauung haben wir einige Bilder unseres letzten Besuches in Akutan beigefügt.

BILDER:

Bild 01:
Alaska

Bild 02:
Der Landbetrieb des besuchten Lieferanten liegt auf der Insel Akutan.
Akutan ist ein Teil der Aleuten.

Bild 03:
Nach Akutan kommt man per Schiff oder mit dem Flugzeug und wir haben uns für das Flugzeug entschieden. Ein Abenteuer! Abflug ab Dutch Harbour, Baujahr der Maschine 1943. Angespannt und voller Neugier warten wir auf den Start.

Bild 04:
Hier ein Blick auf die „hoch moderne Technik“ der Maschine.

Bild 05:
Der Kapitän bei den Startvorbereitungen. Gleich geht es los!

Bild 07:
Wir haben es geschafft! Wir sind oben!

Bild 08:
Der Anflug auf Akutan beginnt.

Bild 09:
Das Flugzeug kann natürlich im Wasser landen, schwimmt auf die Insel zu und rollt dann über eine Schräge auf die Insel zu.

Bild 10:
Geschafft! Wir sind auf Akutan angekommen. Man kann uns ansehen, dass wir glücklich sind, den Abenteuranflug überstanden zu haben.

Bild 11:
In der Fabrik: Alaska Pollock kommt vom Schiff auf die Fabrik.

Bild 12:
Mit Hilfe dieser Anlage wird der Fisch geköpft, gehäutet und filetiert.

Bild 13:
Auf dieser QS- Station wird der Fisch noch einmal auf Gräten untersucht.

Bild 14:
Untersuchung auf Nemathoden, Gräten und Hautresten.

Bild 15:
Produktion von IQF-Filet (IQF-individuell quick frozen)

Mit Kühltransportschiffen gelangt die Rohware nach Europa, wo sie dann weiterverarbeitet wird. Dieses hat unser Bernd Heise ausführlich beschrieben und hier schließt sich nun wieder der Kreis.

So, das war nun ein erster Bericht über Rohware Fisch. Ich hoffe, dass meine Ausführungen nicht allzu trocken waren und vielleicht hat es ja den einen oder anderen interessiert.

Natürlich setzen wir auch noch weitere Fischrohwaren für unsere Marke FRoSTA ein, z. B. Seelachs, Schrimps, Hoki, Wildlachs, Tintenfisch, Tilapia etc.

Wenn auch hier Interesse besteht, etwas über Fang und Ursprung zu erfahren, wäre ich für ein entsprechendes Feedback dankbar.

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Hans-Joachim Hugo

Hans-Joachim Hugo

16 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Interessant wäre zu wissen, wie es in Bezug auf Fleisch steht. Welche Qualitätsmerkmale werden dort erstrebt. Fleisch ist ja prinzipiell noch kritische als Fisch. Jedenfalls bei den ganzen „Haltungssünden“. Hat man bei Frosta schon mal über Bio-Fleisch nachgedacht?

  • Toller Bericht! Ich dachte bisher immer, Fischstäbchen schwimmen im Meer und gehören zu einer Unterart der Seepferdchen.

  • Ich finde den obigen Bericht sehr interessant und keineswegs „trocken“.

    Solche Berichte lese ich immer gerne im Frosta Blog, v.a. wenn sie so zahlreich bebildert sind; da kann man sich auch als Konsument und Leser einfach ein eigenes Bild machen.
    Die Marke „Frosta“ wirkt greifbarer, menschlicher und ich als Konsument fühle mich informierter, als wenn ich nur ein Firmen-Logo und die Zutatenliste ansehen kann.

    Darum ein uneingeschränktes „Weiter so!“ zu solchen „Wo kommt eigentlich unser xyz her?“-Blogeinträgen!

    Egal ob Schrimps, Hoki, Wildlachs, Tintenfisch, Tilapia oder die von „Sebastian Werner“ geforderten Fleischarten – ich werde weitere Berichte mit Freude lesen!

  • Super interessant, dieser Bericht war sehr kurzweilig. Vielen Dank dafür!

    Weiteres Interesse besteht sicherlich an Fleisch und Gemüse. Gibt’s da auch mal einen solchen anschaulichen Bericht?

  • Die Info und die Möglichkeit der Kommentare finde ich super. Auch mich würden weitere Infos interssieren. Auch für die Kunden von Frosta sind die Berichte bestimmt interessant. Der Blog müsste nur weiter kommuniziert werden.

  • Ich fande euren bericht sher ansprechend und sher intersant es wurde sehr ausfürlich beschrieben
    es war gut das vile bilder gezeigt wurden ich habe mich sehr nahe gefült mich fastzeniren so welche berichte und ich fand ihren besonders gut .Müsste ich eine punktzal von eins bis zehn geben würde ich zu den zhen noch zwazig hinzufügen.

    PS:ich hoffe ihr werded nocn viel erfolg haben

  • Der Bericht ist gut bebildert, mehr aber nicht. Warum schreibt ihr nicht, dass man für das MSC Siegel ein große Summe Geld zahlen muss um die eingetragene Handelsmarke ™ benutzen zu können?
    Ich würde mir mehr Kritik wünschen.
    Lucy

  • Kritik? An wem denn? An der gemeinnützigen Organisation Marine Stewardship Council (MSC)? Dafür, dass man für die Nutzung ihres Emblems eine Nutzungsgebühr zahlen muss? Oder an uns, dass wir dieses Siegel nutzen?

  • Frosta, ein super Artikel, toll! 🙂
    Gern würde ich auch mehr über Tilapia-Fisch erfahren, wie Fanggebiete, was ist das überhaupt für ein Fisch, die beste Zubereitung vielleicht auch noch..?

    Danke erst einmal 🙂

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