Zu Besuch in Ecuador

Im Januar dieses Jahres war es endlich so weit: Zwei unserer Kollegen, Stefan Ullrich und Dennis Diener aus den Abteilungen Qualitätssicherung und Einkauf, waren auf Dienstreise in Südamerika und haben die Gelegenheit genutzt und einen Tag mit unseren Patenkinder in Ecuador verbracht.

Seit Januar 2017 unterstützt FRoSTA mit Hilfe des Kinderhilfswerks „Plan International“ die Entwicklung in Ecuador, einem Land in dem unser Brokkoli angebaut wird. Gemeinsam mit Plan wollen wir die sozioökonomischen Bedingungen vor Ort verbessern und unterstützen daher das Projekt „Einkommen für Jugendliche und ihre Familien“.

Die schulische Laufbahn in Ecuador verläuft bei weitem nicht so wie wir es aus Deutschland und Europa kennen. Trotz allgemeiner Schulpflicht, bricht jedes dritte Mädchen die Schule mit dem zwölften Lebensjahr ab. Gründe dafür sind zum Beispiel frühe Schwangerschaften, ihre benötige Unterstützung im Haushalt und die generelle Benachteiligung von Mädchen, speziell in der Schule. Auch körperliche Gewalt oder nicht akzeptable Annährungen sind trauriger Alltag. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung betreffen heute mehr als 50 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Region. Es fehlt an Bildungsangeboten und alternativen Einkommensquellen. Vor allem Mädchen und junge Frauen sind gefährdet, aufgrund ihrer sozio-ökonomischen Benachteiligung in einen Kreislauf der Armut zu geraten.

Um diesen Problemen entgegen zu wirken, fördern das Projekt „Einkommen für Jugendliche und ihre Familien“. Mit diesem Projekt wollen wir Jugendliche in der Region Latacunga, Provinz Cotopaxi, und vor allem junge Frauen, dabei unterstützen, sich nachhaltige Einkommensquellen zu erschließen, mit denen sie ihren Lebensunterhalt sichern können. 200 Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren, darunter 120 Mädchen, nehmen dafür an Workshops teil, in denen sie finanzielle und unternehmerische Kenntnisse erwerben. Sie stärken dabei ihr Selbstbewusstsein und das Verständnis für ihre Rechte. Darüber hinaus setzen sie sich mit traditionellen Rollenzuweisungen und Machtverhältnissen auseinander. Außer den Jugendlichen profitieren rund 200 erwachsene  Familienmitglieder (60 Prozent Frauen) von den Projektaktivitäten sowie indirekt weitere 800 Personen aus den Gemeinden.

Unsere Kollegen berichteten, dass sie mit einer überwältigenden Gastfreundlichkeit empfangen worden sind und manche Mädchen so selbstbewusst waren, dass sie sich trauten vor allen Anwesenden zu singen und sogar versuchten ein Gespräch auf Englisch anzufangen. In Eigenregie haben die Kinder dann unseren Kollegen ihre Workshop-Arbeit präsentiert.

Herr Ullrich und Herr Diener kamen auch nicht mit leeren Händen: Sie brachten Fußbälle, Basketbälle und Gemeinschaftsspiele für die Kinder mit. Das Highlight waren aber Mützen, die innerhalb weniger Minuten vergriffen waren.

Die meisten unserer Patenkinder sind noch zu jung, um einen der Workshops zu besuchen. Daher haben die beiden Kollegen auch zwei unserer dreizehn Patenkinder besucht: Irma und Naydelin, die Patenkinder der Produktentwicklung und des Supply Chain Managements.

Der einzige Weg zum Haus von Irmas Familie führte über eine große Lehmtreppe. Als sie das einfache Steinhaus ohne Putz erreichten, wurden die Kollegen bereits von der ecuadorianischen Großfamilie erwartet. Von außen sah es so aus, als ob es sich um ein Einraumhaus handelt mit einer Toilette, die sich in einem separaten Gebäude wenige Meter vom Haus entfernt befand. Da der Besuch am Wochenende stattfand, konnte auch der Familienvater vor Ort sein, der unter der Woche in der Stadt arbeitet. Irmas Paten machten sich sogar die Mühe, einen Rucksack voll mit nützlichen Sachen vorzubereiten, wie zum Beispiel Stiften oder Spielen, die dann von Stefan Ullrich und Dennis Diener überreicht worden sind.

Auch Naydelin wurden am Besuchstag Geschenke übergeben, über die sie sich sehr gefreut hatte.

Danach hatten die beiden Kollegen noch ein Interview beim lokalen Fernsehsender TV MIC, in dem sie nach den Erfahrungen mit Plan und ihren Eindrücken befragt worden sind.

Dann neigte sich dieser erfahrungsreiche Tag auch schon dem Ende zu. Das Fazit der beiden: „Wenn man vor Ort ist, bekommt man ein gutes Gefühl, wie groß die Herausforderungen sind. Besonders in den ländlichen und katholisch geprägten Gegenden, mit all ihren Traditionen und den Zwängen und Ritualen die sich allein aus den Familien heraus ergeben. Plan International verfolgt hier einen guten Ansatz und fördert die jungen Menschen in ihrer Entwicklung. Ein Schulabschluss ist eine gute Basis für ein selbstbestimmteres Leben mit einem gewissen Mindestmaß an Wohlstand und Zugang zu ärztlicher Versorgung. Der Anfang ist gemacht und man kann sich nur wünschen, dass noch mehr Menschen Organisationen wie Plan unterstützen.“

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Melina Goldhammer (Azubi)

Melina Goldhammer (Azubi)

Seit 2017 bin ich duale Studentin bei der FRoSTA AG.

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