Anarchy in the U.K. – Gesetze außer Kraft gesetzt?

Ich hatte hier vor Kurzem schon über meine persönlichen Erfahrungen im Lebensmittelhandel in London berichtet. Eine Geschichte, die ich dazu noch mal ergänzen wollte, ist die Sache mit dem Schlage stehen.

Der Regelfall beim Einkaufen ist ja, dass man bei mehreren offenen Kassen auch jeweils eine Schlange dahinter hat, an die man sich anstellen kann. In London hatte ich nun einen Marks & Spencer-Laden entdeckt, bei dem es nur noch eine Schlange gab, obwohl mehrere Kassen offen waren. Sobald eine Kasse frei war, sprang eine elektronisch Anzeige um und zeigte die Nummer der freien Kasse. Der erste Kunde in der Schlange konnte nun zum Bezahlen gehen.

warteschlange.JPG

In Deutschland kenne ich das gerade mal von den Schalten bei uns auf der Post. Dann allerdings ohne elektronische Tafel. Aber im Supermärkten habe ich das hier bisher noch nicht gesehn.

Diese Geschichte wirkt auf den ersten Blick harmlos. Doch bei genauerer Betrachtung tun sich Abgründe auf, denn bekanntlich besagt Murphys Gesetz (in einfacher Form):

„Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“

Bezogen auf den Einkauf im Supermarkt ergibt sich aus Murphys Gesetz zwangsläufig folgendes Postulat:

Wenn man die Wahl zwischen zwei gleich langen Warteschlangen hat, nimmt man immer die, an der man zum Schluss länger steht.

Da es nun aber nur noch eine Warteschlange in dem Laden gibt, gibt es scheinbar auch keine Warteschlange, die schneller vorankommt. Was nun? Wurde dieses eherne Gesetz einfach mir nichts dir nichts umgangen? Befindet man sich beim Einkauf vielleicht sogar mit einem Bein in der Illegalität?

Nach einem heftigen inneren dialektischen Diskurs mit mir selbst kam mir aber am Ende die entscheidenden Erkenntnis:

Nein, ganz im Gegenteil, Murphys Gesetz wird durch dieses Konzept mehr denn je bestätigt, denn dadurch, dass alle in einer Warteschlange stehen, kann man nun auch vollkommen sicher sein, dass man auf jeden Fall in der langsamsten Reihe steht!

Außerdem kann man natürlich auch bei großzügiger Gesetzesauslegung davon ausgehen, dass man, wenn man im Laden nebenan gekauft hätte, oder aber zu einer beliebigen anderen Zeit in diesen Laden gekommen wäre, schneller voran gekommen wäre. 😉

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Frank Ehlerding (Controlling)

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Controlling

9 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Hat zwar nix mit dem Beitrag zu tun. Aber passt schon:

    Gestern abend auf 3Sat: „unterwegs nach woanders“.

    Herrlich satirische Reisedoku über Bremerhaven. Ich habs zwar nicht 100% mitbekommen, aber ich glaube auch Frosta wurde in einem Halbsatz erwähnt… „hier ist die Tiefkühlindustrie und auch Fro..“ sagt ein Darsteller, bevor ihm ein anderer ins Wort fällt.

    Sehr zum Schmunzeln diese Doku, jedoch kommt Euer Städtchen nicht wirklich gut bei weg, wirkt eher alles ziemlich verschlafen. Macht ja aber nix, könnt Ihr Euch auch weiterhin ohne grosse Ablenkungen voll auf Eure Produkte konzentrieren 😉

  • Diese System gefält mir. Wenn eine Kasse frei ist und eine elektronisch Anzeige zeigt die Nummer der freien Kasse, natürlich gehe der erste Kunde in der Schlange zum Bezahlen. Es ist sehr bequem. Warum nicht?!

  • Aber ab wann gilt eine Kasse als frei? Kann man erst in dem Moment, in dem der vorherige Kunde bezahlt hat und verschwunden ist damit beginnen, seine Waren auf das Förderband zu legen? Dann nämlich würde man nicht nur in der langsamsten Schlange im Supermarkt stehen, sondern in der langsamsten Schlange überhaupt …

  • Es handelte sich um einen kleinen reinen Lebensmittelmarkt in der Innenstadt, in dem es keine Einkaufswagen, sondern nur Körbe gab. Also keine großen Mengen, die man aufs Band legen müsste.

  • Das System ist echt klasse, garde am Wochenedne sind die Kaufhäuser immer so voll, ich dneke da wäre so ein System wirklich gut. Ich denke so kann man viel Zeit sparen. Und nerven ^^
    [Anm. d. Admin: Werbelink entfernt.]

  • Das Postulat zu Murphy habe ich am FR auf eindrucksvolle Weise am Müncher Flughafen (Sicherheitskontrolle) selbst bestätigt: meine Schlange kam am langsamten voran. (Belegt durch den objektiven Fortschritt, den „Referenzpersonen“ in meiner und anderen Schlangen machten.)

    Als ich daraufhin in eine „schneller“ Schlange wechselte, wurde diese auf einmal langsamer!

    Aaargh…

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