Essen nie mehr falsch gewürzt!

Tomatensaft? Das einzige, was den vielen Leuten dazu einfällt, ist: Bäh! Das mag aber auch daran liegen, dass sie das Zeug noch nie im Flugzeug probiert habe. Dort ist dieses Getränk nämlich ein Renner. Warum das so ist, scheint wie ein Rätsel. Da muss schon die Wissenschaft herhalten.

Und die liefert auch prompt die Erklärung. Bekannter Weise isst die Nase ja mit. Aromen werden mehr durch das Riechen als durch das reine Schmecken wahrgenommen. Durch den niedrigen Druck in der Kabine riecht man aber nicht mehr so gut. Bei bestimmten Aromen muss die Konzentration bei niedrigem Druck deshalb 10mal so hoch sein, bis sie gleich wahrgenommen werden. Salz wird bis zu 30% schlechter wahrgenommen als am Boden. Man hat also zwischen Erde und Orbit ein völlig anderes Geschmackserlebnis. Und so schmeckt auch das bittere Aroma des Tomatensafts im Flugzeug weniger muffig, dafür viel fruchtiger.

Um diesen Mangel bei der Wahrnehmung auszugleichen, müssen die Mahlzeiten, die im Flugzeug serviert werden, stärker gewürzt werden. Das führt mich allerdings zu einer ganz anderen Schlussfolgerung. So gab es bei FRoSTA immer mal wieder Beschwerden von Verbrauchern, dass ihnen das eine oder andere Gericht zu scharf sei. Aufgrund der Häufigkeit der Beschwerden hat unser Marketing entschieden, dass zum Beispiel die scharfe Variante unserer Steakhouse Pfanne wieder gegen die milde Variante zurück getauscht wird.

Doch mit ein bisschen Überlegung kann man auch zu der Überzeugung kommen, dass das gar nicht nötig wäre. Viel besser wäre es, wenn man stattdessen auf der Verpackung den Hinweis gebracht hätte, dass Leute, die es nicht so scharf mögen, die Steakhouse Pfanne einfach im Flugzeug genießen können. Da drückt man dann eben mal beim Einsteigen in den Airbus dem Steward oder der Stewardess den Beutel FRoSTA in die Hand mit der freundlichen Aufforderung: „Können sie mir das bitte mal warm machen!“ Allerdings muss man hinterher auch die neidischen Blicke der Sitznachbarn ertragen können. Sinnvoll wäre vielleicht auch eine Aktion gewesen, dass man bei Abnahmen von 500 Beuteln Steakhouse Pfanne einen Gutschein für einen Kurzstreckenflug von FRoSTA bekommt. Ja, gutes Marketing kann so einfach sein.

Umgekehrt hätten diejenigen, denen FRoSTA zu lasch ist und immer nachwürzen, ebenfalls darauf verzichten können. Sie brauchen sich in ihre Küche oder ihr Esszimmer nur eine Druckammer einzubauen. Gerne auch etwas größer, falls mal Gäste kommen. Dann stellt man die Kammer auf leichten Überdruck und schon entfällt beim Essen das lästige Nachwürzen. Und der Vorteil ist: Sobald es zu scharf wird, braucht man nur mal ein wenig Luft abzulassen …

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Frank Ehlerding (Controlling)

Frank Ehlerding (Controlling)

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6 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Eine interessante Idee, aber Schärfe ist kein Geschmack, sondern ein Schmerzreiz. 🙂

    Und dem dürfte der unterschiedliche Druck gar nichts ausmachen.

  • Ich bin nicht nur bekennender FRoSTA-Fan, sondern auch Tomatensaft-in-Normalathmosphäre-Trinker. Denn auch wen es vielleicht schlechte geben mag, so kenne ich mehrere gute Marken, weder bitter noch muffig.
    @FRoSTA: vielleicht wäre das ein Produktbereich: Gemüsesäfte mit Reinheitsgebot oder/und Bio-Siegel. Könnte auch der Türöffner in den Bio-Fachhandel werden…

  • Daher ist das Essen im Supermarkt also nur so lasch, obwohl da immer „Scharf“, „3/3 Chilis“ etc. draufsteht, weil sich irgendwelche Leute beschweren.

    Dann kauft es doch einfach nicht, wenn es euch zu scharf ist -.-

  • Es ist ja schön, wenn auf die Anmerkungen der Verbraucher eingegangen wird. Aber gerade bei gut gewürzten Gerichten wundert es mich immer wieder, wieso denn jemand, der scheinbar keinerlei Gewürz oder Schärfe in seinem Essen mag – denn so scharf war die Steakhouse-Pfanne ja nun wirklich nicht – sie denn überhaupt kauft, wenn doch sogar schon „Jetzt scharf gewürzt“ auf der Packung steht.

    Da gibt es mal ein Gericht, das nicht nachgewürzt werden muss und das deutlich auf die schärfere Gewürzmischung hinweist, und die Kunden haben nichts besseres zu tun, als das Gericht zu kaufen und zu schreiben, dass es zu scharf sei ?

    Meiner Meinung nach liegen bei der Rezeptur der Steakhouse-Pfanne ganz andere Dinge im Argen.

    Lange Zeit – schon vor der scharfen Variante – war das mein Lieblingsgericht von Frosta. Es waren viele große, leckere Kartoffelecken enthalten, die man schön auf die Seiten drehen und anbraten konnte. Die kleinen Hackbällchen waren schon immer gut gewürzt und von der Anzahl her auch gerade noch so ausreichend.

    Seit sich die Rezeptur geändert hat, habe ich leider keinen einzigen Beutel mehr ergattern können, der auch nur entfernt an die Zusammensetzung der vorherigen Variante herankam. Stattdessen sind in den Beuteln, die ich in der letzten Zeit erwischt habe, seltsamerweise nur noch wenige Kartoffelecken, die zum Teil so klein sind, dass man sie zum Braten gar nicht richtig auf die Seite drehen kann. Dafür sind seit der Rezeptumstellung scheinbar viel mehr rote Bohnen enthalten, die das Gericht insgesamt recht trocken machen.

    Ich weiß ja nicht, ob das so gedacht ist, oder ob da beim Abfüllen irgend etwas schiefgelaufen ist. Allerdings habe ich immer mal wieder einen Beutel gekauft, um zu testen, ob ich vielleicht einfach nur Pech hatte. Und immer wieder das gleiche Ergebnis: Viele rote Bohnen und wenige Kartoffelecken, die ich mit der Lupe suchen muss. Im Schnitt sind es auch meist weniger Hacksteaklets als früher.

    Also wenn Ihr das Rezept sowieso wieder ändert, könntet Ihr vielleicht auch darauf mal Euer Augenmerk legen. Es wäre schön, wenn die Steakhouse-Pfanne wieder so gut würde, wie sie früher mal war.

    • Warum das wohl auch von Leuten gekauft wurde, die sonst nix scharfes essen, kann ich dir sagen: Weil viele Hersteller (vielleicht auch wegen dem Privatfernsehen) auf die „Schaaaaarf!“ – Masche eingestiegen sind. Alles ist (war) plötzlich scharf. Auch wenn es das überhaupt nicht ist. Irgendwann ist einem Marketing-Genie auch eingefallen das man den Leuten ja erzählen kann, das Paprika auch scharf sind. Seitdem gibts „Hot Paprika Chips“ usw. und die Verbraucher nehmen das halt anstandslos hin. Sieht ja auch ganz scharf aus, so eine aufgemalte rote Paprika-Schote.

      (Ich bin beileibe kein großer Fan von ultra-scharfen Gerichten, aber dennoch fällt mir diese inflationäre und oft falsche „Scharf-Kennzeichnung“ auf).

      [Anm. d. Admin: Website gelöscht, da Ihr „Branchenverzeichnis“ gegen die Blogregeln verstößt.]

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