… noch ganz frisch?!

Tja, so ist das im Leben. Da meint man, man hat als Controller bei FRoSTA alles Wichtige erreicht, nämlich insbesondere den Kollegen vom Marketing beizubringen, dass im (Wirtschafts-)Leben eben nicht nur bunte Bilder und flotte Werbesprüche zählen, sondern auch knallharte Fakten und unbestechliche, auf den Grund der Tatsachen gehende Analysen, wie sie die wichtigste Abteilung im Unternehmen, nämlich wir vom Controlling, mit immer wieder unglaublicher Präzision und bestechendem Scharfsinn liefern, doch dann kommt alles anders. Ein neuer „Chef vom Ganzen“ kommt von der Firma Beiersdorf, um die Geschicke der Marke FRoSTA zukünftig zu leiten. Und schon nach der Ankündigung kommt bei uns die Befürchtung: Müssen wir wieder jetzt von vorne anfangen?

Unser Vorschlag, dem neuen Marketing-Mann an der Spitze erst einmal ein 5jähriges Praktikum im Controlling angedeihen zu lassen, damit nichts schief geht und um ihm erst mal nur die wichtigsten Grundbegriffe des Controlling nahe zu bringen, wurden leider ignoriert. 😉

Doch, zugegeben, auch das Marketing-Business ist hartes Brot. Während man im Controlling erfolgreiche Konzepte für eine Firma in vielen Fällen auch mit wenigen Anpassungen auf andere Firmen übertragen kann, gilt das für ein erfolgreiches Marketing nur bedingt.

Die Urform des Controllers ist die Petze. Wollen wir also mal ein wenig petzen gehen, was die Industrie so treibt. Hier eines der universell einsetzbaren Beispiele für Marketing am Produkt:
pict2905b.JPG

Man bekommt also im Vorteilspack zum 10er-Karton Katzenfutter 2 Beutel (gratis) dazu. Der Haken ist allerdings: Ich habe noch nie ein 10er Pack von diesem Produkt gesehen. Es sind IMMER 12 Beutel im Karton. Dieses geniale Konzept kann man für fast jedes Produkt übernehmen: „Der neue VW Golf jetzt im Vorteilspack mit 4 Rädern inklusive.“ Super. Ich bin deshalb dafür, dass wir auf unsere Standardgröße-Beutel mit 500g zukünftig „Vorteilspack 200g + 300 g“ drauf schreiben. Marketing kann so einfach sein.

Doch schnell hat die Beliebigkeit auch ihre Grenzen. So habe ich auf der Verpackung eines Haarpflegemittels (aus welchem Hause war das doch gleich …?) einen Aufkleber mit dem Aufdruck

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„frisch vom Friseur Gefühl“

gelesen.

Gut, das klingt jetzt zwar wie das Ergebnis einer Abschlussarbeit der Schul-Freitzeit-AG „Marketing“ zum Thema „Haarsträubende Werbeaussagen“ am Lothar Matthäus-Gymnasium in Herzogenaurach, doch zum einen gehen auch viele nach gut gemeinten Experimenten vom Friseur mit einem entsetzten

„so kann ich mich ja nirgendwo mehr blicken lassen Gefühl“

nach Hause und vor allem, nachdem ich ein wenig über den Sinn des Lebens und dieses Spruchs nachgedacht habe, wurde mir siedendheiß klar:

Vorsicht! Bitte nicht vorschnell nachmachen!

Würden zum Beispiel Hersteller von Toilettenpapier oder Hämorrhoidensalbe für ihre Produkte daraufhin das

„frisch vom Proktologen Gefühl“

proklamieren, wäre das NICHT Absatz fördernd! Nein! 😉

Trotzdem von hier aus Bremerhaven noch mal ein herzliches Willkommen nach Hamburg und viel Spaß und Erfolg mit FRoSTA!

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Frank Ehlerding (Controlling)

Frank Ehlerding (Controlling)

Controlling

8 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • …möchte nur mal kurz mitteilen, dass ich als gebürtige Herzogenauracherin defintiv verbrieft sagen kann, dass das Gymnasium dort:
    1) gar keinen Namen hat (was zugegebermaßen langweilig ist) und
    2) LM dort sicherlich niemals die Schulbank gedrückt hat.

    So!

    Zur Diskussion Marketing vs. Controlling möchte ich mich nicht äußern, da ich nicht objektiv bin (da selbst im Marketing) 😉

  • Es gibt so Kommentare, da kann man vorher Wetten drauf abschließen, dass sie kommen. 🙂

    Irgend jemand trifft es in einer Satire aber immer. (Sorry!) Und ich habe ja auch nicht gesagt, dass er dort oder überhaupt zur Schule gegangen ist. Er hat aber in Herzogenaurach seine unbestritten großartige Fußballkarriere begonnen. Da kann man doch auch mal ein Gymnasium (wenn es sowieso keinen Namen hat) nach ihm benennen, oder? 🙂

    Ich bin in Bremerhaven auch auf der Humboldtschule gewesen. Weder Alexander noch Wilhelm von Humboldt sind aber in Bremerhaven zur Schule gegangen, da Bremerhaven erst viele Jahre nach deren Geburt gegründet wurde.

  • Dacht ich mir, dass du das dachtest 😉
    Und das mit der Fussi-Karriere stimmt dafür natürlich umso mehr.

    Was die Benennung des Gymnasiums angeht, würden die meisten Einwohner aber wohl eher das Dassler-Gymnasium (nach den Gründern von Puma und adidas) oder das Schaeffler-Gymnasium (gut – ist seit der Finanzkriese zu Recht aus dem Rennen) vorziehen.

    Auch wenn die Kombination von „Loddar“ und „Günasion“ natürlich sehr amüsant wäre 🙂

  • Wie immer ein guter Beitrag 🙂 Würd gern mal den Versuch sehen, wenn mit frisch vom Proktologen geworben wird. Die Aufmerksamkeit hätte man sicher sehr schnell erzielt. Der Effekt wäre zwar nicht so toll, aber lustig auf jeden Fall. Über den Einsatz der Führungsspitze als Praktikant im Controlling, könntet Ihr sogar ne Serie im Blog starten. Tagebuch eines Praktikanten…

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