Preise wie zu Großvaters Zeiten: FRoSTA für nur 29 Cent!

Ja, Sie haben richtig gelesen: Nur 29 Cent!

So, nun habe ich doch sicher erst mal Aufmerksamkeit erregt, oder? Und wie lange predige ich schon unserem Marketing, wir sollten versuchen, mal mit einer kreativen Preisgestaltung die Blicke der Verbraucher auf uns zu ziehen. Dazu brauchen wir nur das Paradebeispiel für erfolgreiche Preisverschleierunggestaltung, nämlich die der Billigflieger, auf FRoSTA zu übertragen. Nichts einfacher als das.

An der Truhe soll natürlich der saugünstige Lockvogelangebotspreis von 29 Cent prangen. So wären wir trotz unseres Reinheitsgebotes und der damit verbundenen höheren Material und Produktionskosten erheblich günstiger als alle Konkurrenz auf dem Markt.

Sicher kann jeder nachvollziehen, dass man zum Beispiel einen 500g-Beutel Paella in der heutigen Zeit nicht ernsthaft zu solch einem Preis produzieren kann. Ich gehe also davon aus, dass es niemanden überraschen wird, wenn an der Ladenkasse neben dem Angebotspreis noch der ein oder andere Zuschlag erhoben wird.

Bei der Paella würde es zum Beispiel schon damit anfangen, dass es sich bei ihr quasi um ein europäisches Kulturgut handelt. Dafür muss FRoSTA natürlich den Kulturgutzuschlag von 25 Cent erheben.

Damit auch wirklich jeder in der Lage ist, die FRoSTA-Produkte ordnungsgemäß zuzubereiten, wird von uns auf der Verpackung eine Zubereitungsempfehlung gedruckt. Das erhöht den Preis noch mal um 40 Cent. Theoretisch könnten wir auch je zwei verschiedene Sorten in die Truhe legen: eine ohne Anleitung und Zuschlag, für diejenigen, die es auch ohne können und für die Unkundigen dann mit Anleitung und Aufpreis. Doch FRoSTA ist eine soziale Firma und hier würde natürlich das Solidaritätsprinzip gelten, ähnlich wie bei Krankenkassen zahlt jeder seinen Beitrag.

Dazu kommt natürlich auch der Verpackungszuschlag. Schließlich ist es für die meisten Verbraucher ein riesiger Servicegewinn, dass FRoSTA seine Produkte nicht einfach lose in die Truhe schüttet. Insbesondere wenn mehrere Sorten dort liegen. Der Verpackungszuschlag scheint mit 95 Cent auf den ersten Blick ein wenig hoch gegriffen. Das relativiert sich aber schnell, wenn klar ist, dass dieser Wert auch den Fotozuschlag für das schöne Bild (inkl. Beitrag für die Künstlersozialkasse des Fotografen [müssen wir wirklich zahlen!] und den Farbzuschlag (wer will sein FRoSTA schon aus einer schwarzweißen Verpackung?) enthält.

Der Tiefkühl-Zuschlag von 1,20 Euro ist ja bekanntermaßen sowieso obligatorisch. Kommen wir also schon gleich zum letzten Zuschlag, der aber nur in Ausnahmefällen greift. Dann nämlich, wenn ein Verbraucher einmal weniger als eine 2-Schicht-Tagesproduktion kauft, müssen wir leider einen Mindermengenzuschlag von 2,50 Euro erheben. Gut, damit wären wir am Ende bei einem Preis, der deutlich höher wäre als der normale bisherige Ladenpreis, aber wer wird schon so knauserig sein?

Leider will die EU-Kommission nun diese wunderbare künstlerische Freiheit für die Verwirklichung einer verbraucherfreundlichen gerechten Preispolitik stark einschränken und damit den kreativen Köpfen dieser Welt die Freude am (Wirschafts-)Leben nehmen. Aber ich hoffe, das gilt doch nur für diese Billigflieger und nicht für uns von FRoSTA, oder?

Und alle diejenigen, die sich noch nicht so ganz mit meinem Vorschlag anfreunden können, mögen bitte darauf achten, in welche Kategorie ich meinen Beitrag eingeordnet habe … 😉

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Frank Ehlerding (Controlling)

Frank Ehlerding (Controlling)

Controlling

9 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Wenn es ohne Zubereitungsempfehlung, in schwarz-weiß und etwas weniger Mindermenge (also 750g/Beutel *hust*) preisgünstiger wäre, würde ich sofort kaufen…
    Kaufe ja sogar schon bei Verzicht auf Reinheitsgebot und Marke FRoSTA drauf, solange es von der FRoSTA-AG stammt *kicher*

  • @frank ehlerding

    wissen sie, was mich ein bisschen melancholisch stimmt? dass sie den letzten satz plus emoticons anhängen mussten. dabei kann ich mich erinnern, welchen wirbel es einst um die „monitor“-schlussglossen gab. wo nicht gerade feinsinnigste ironie und satire bitter ernst genommen wurden – und das von einem publikum, das ja gerade nicht so was wie gzsz guckte. aber trotzdem: vorsicht satire! an ausflüge ins launige pappen zu müssen, das deprimiert mich.

    und, kleine randnotiz, eine ;-)-rubrik „ein bisschen spaß muss sein“ zu nennen, das erinnert mich – pardon – an die rubriken in reader´s digest (was es immer noch gibt, wie ich jüngst in einer bahnhofsbuchhandlung staunend zur kenntnis nahm. ich habe die hefte, die uns vom opa aufgenötigt wurde, aber damals schon verachtet). dabei sind sie doch sonst so genau beim beschreiben der inhaltsstoffe.

    ahoi, luises tante

  • Super Idee.

    Es fehlt noch die Anschlussgebühr von 99,– Euro, die aber entfällt wenn man ihre Produkte bis zum 31.03 (oder 31.06., 31.09 oder 31.12) kauft. Natürlich müssen sie dieses Superangebot wegen der grossen Nachfrage dann immer weiter um jeweils 3 Monate verlängern.

    Aus dieser Richtung könntet Ihr sowieso noch einiges lernen. Frosta nach Hause geliefert im „Mampfa-“ Spar Abo. Nur 2,99 pro Tag. Jederzeit kündbar mit „Stop Mampfa“.

    Oder warum nicht auch mal eine Playstation 3 für 1,– Euro bei gleichzeitiger Abnahme von fünftausend 0,1 kg Packungen Bami Goreng zu je 4,99?

    Ach, ich seh gerade… 900gr Packungen nächste Woche bei Real für 3,99 plus Gewinnspiel Kalifornien Reise? Kein Witz, oder? 😉

  • selten so gelacht!

    Vor allem bei der Vorstellung, den Inhalt in die Truhe zu schütten. Dann könntet Ihr aber schon um 10 cts. ermäßigen, wenn man sein eigenes Tupperdöschen mitbringt, gerecht ist gerecht!
    Nicht zu vergessen der Happy Hour-Rabatt, wenn man zwischen 19 und 20 Uhr einkauft.

  • Das fligen wird meiner Auffassung nach sowieo immer günstiger. Und wenn man früh bucht können auch bereits wirkliche Schnäppchen erworben werden. Positive Preisgestaltung: je günstiger desto besser^^

    [Anm. d. Admin.: Keyword und URL gelöscht. Das FRoSTA-Blog ist kein Platz für Suchmaschinen-Optimierer, die durch das Hinterlassen von Kommentaren versuchen ihre Webprojekte nach vorne zu bringen. Vielen Dank für Ihr Verständnis!]

  • Solange ihr nicht so kreativ werdet wie die Mobilfunk-Provider bin ich schon zufrieden … ansonsten fallen Euch so sachen wie die „Air-Time“ ein , also jede Minute in der Frosta-Produkte ungegessen auf dem Teller liegen fällt eine Gebühr an … oder ihr berechnet nach „Traffic“ , so heissen: jeder vom Supermarkt nach Hause gefahrene Kilometer wird nachträglich berechnet, wenn Frosta Produkt im Kofferraum liegen … vergisst man ausladen, wirds besonders teuer 😉

  • Für Lebensmittel, die Zusatzstoffe enthalten, sollte es kräftige Preisaufschläge geben: Für die Zusatzkosten selber, aber auch für das resultierende höhere Krankheitsrisiko!
    [Anm. d. Admin: Wie schon so oft an anderer Stelle hier im Blog gesagt: Bitte keine „Keywords“ als Nickname. Oder heißt der Schreiber hier „Marathon“ ? Sicher nicht. Darum Zwangsumbenennung in den Inhaber der vorgestellten Webseite. Vielen Dank für Ihr Verständnis!]

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