Tales from the Crypt

Die Mystery-Story – Exklusiv im FRoSTA-Blog

Es war schon spät. Langsam brach die Nacht herein in FRoSTA-City. Ich war müde von der Arbeit und packte meine Sachen. Feierabend. Endlich. Die letzten Kollegen waren schon vor über einer Stunde gegangen und so wähnte ich mich allein auf der Etage. Ich schloss die Tür meines Büros und machte mich auf den Weg Richtung Ausgang. Da plötzlich bemerkte ich ein leises aber dennoch unüberhörbares Wimmern. Es kam aus einem der anderen Büros. Irritiert bleib ich stehen, stieß ein wenig unsicher die Tür auf und schaute mich um.
„Hallo? Ist da jemand?“
Das Büro war leer. Was sollte ich davon halten. Ich dachte schon, ich hätte mich getäuscht und wäre Opfer meiner voranschreitenden Müdigkeit geworden, als auf einmal ein Jammern aus einem der Büroschränke kam: „Ich will zu Mama!“
Langsam öffnete ich den Schrank und traute meinen Augen kaum, als ich den Herrn im gestandenen Mannesalter dort zusammengekauert sitzen sah wie ein Häufchen Elend. Mit großen verheulten Augen starrte er mich an.
„Wir sind alle verloren!“, rief er mit angsterfüllter Stimme und wenn man ihn ansah, wusste man, dass er es ernst meinte.
„Was ist denn los?“, fragte ich ahnungslos. „Sie sind doch ein großer starker Abteilungsleiter! Da versteckt man sich doch nicht im Schrank. Bibbernd hielt er den Bleistift in den Händen, so als ob er sich krampfhaft daran festhalten würde, während er verschämt den Blick senkte. „Na los, kommen sie schon, mir können sie es doch sagen.“ Nach einer Weile löste sich eine Hand vom Bleistift und schnellte kurz in Richtung des Fensters, so als ob er mir etwas zeigen wollte, um sich dann sogleich wieder am Bleistift festzukrallen, der unter dem Druck der Angst bereits in 2 Teile zerbrochen war. „Was ist denn mit dem Fenster? Soll ich es aufmachen?“ „Nein! Nein!“, schrie er panisch. Schneller als ich reagieren konnte, ließ er den Bleistift fallen, packte mich am Arm und hielt mich mit aller Kraft fest. „Verstehen sie denn nicht!?“ Nein, ich verstand nicht, doch langsam beschlich auch mich ein ganz ungutes Gefühl.

Mit seinen zitternden Händen zog er mich zu sich heran und flüsterte mir düster die unheilvolle Nachricht ins Ohr: „Er ist wieder da! Sie wissen schon wer…“ Gerade zu flehend starrte er mich an und nun wusste ich, was er meinte: Käpt’n Iglo is back Verdammt! Konnte das wahr sein? Seit sechs Wochen war er nicht mehr aufgetaucht und alle hatten gehofft, der Fischstäbchen-Pate hätte sich schon längst auf sein Altenteil irgendwo in Patagonien zurückgezogen und würde in Ruhe SchleFis züchten.

Ich wagte einen verstohlenen Blick aus dem Fenster. Und tatsächlich. Er war zurück! Käpitän Olgi prangerte wieder auf der Breitseite des Kühlhauses der Kollegen von der anderen Straßenseite. Das könnte bedeuten, dass die Lieferzeit von Beamer-Ersatzteilen ungefähr 6 Wochen beträgt … Egal, jetzt musste ich mich um den Kollegen kümmern. „Hören sie, das ist nur ein Bild!“, versuchte ich ihn zu beruhigen „Das ist nicht der echte Kapitän. Der kann Ihnen gar nichts tun.“ „Meinen sie?“ „Glauben sie mir, der ist in Wirklichkeit ganz harmlos.“ „Sind sie sicher?“ „Ganz sicher.“ „Vielleicht haben sie recht.“ Langsam löste er die Umklammerung meines Armes. „Vielleicht … vielleicht habe ich mir wirklich nur selber Angst gemacht.“ „Schön, dass sie das einsehen. Dann können wir ja jetzt gehen.“ Er zögerte etwas. „Nein, ich glaube, ich bleibe noch einen Augenblick hier. Ich … ich komme später nach …“ „Na schön“, sagte ich. „Dann wünsche ich noch einen schönen Abend.“ Müde ging ich nach Hause.

Epilog:
Am nächsten Tag, gerade als es draußen hell wurde, kam eine Kollegin zu mir und berichtete von einer merkwürdigen Begebenheit. Sie sei soeben an dem Büro eines Kollegen vorbei gegangen, wobei sie Geräusche hörte. Doch in seinem Büro war niemand. Nur aus dem Schrank drang ein Wimmern, das so klang, als ob jemand leise „Amazing Grace“ singen würde …

Searching image: Find the Cryptkeeper …


Offenbar hat man gemerkt, dass die Bäume langsam im Weg stehen, hat das Logo kleiner gemacht und weiter nach oben angestrahlt.

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Frank Ehlerding (Controlling)

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