FRoSTA ersetzt Spinat durch Brennessel

Im Zuge der großen Ernährungswende mit verstärktem Blick auf Nachhaltigkeit inklusive Schonung von Boden und sonstigen Ressourcen mit Vorzug regionaler Pflanzen hat FRoSTA sich entschlossen, von nun an auf den Einsatz von Spinat in seinen Fertiggerichten zu verzichten zu Gunsten der Brennessel, die unproblematisch wächst, hohe Erträge bringt und unseren heimischen Faltern und Schmetterlingen Futter und Wohnort bietet.

Nein, stimmt nicht. Wenn Ihr das aber nun so in der Tageszeitung lesen würdet, liebe „FRoSTAner“, welche Gefühle und Gedanken nehmen dann Besitz von Eurem Bauch und Hirn ein?
Großartig? Völliger Nonsens? Absolut am Zahn der Zeit, topaktuelles Thema? IIIIhgitt, Brennessel????

Eine Anfrage im Verbraucherservice von Frau Brinkmann aus Rinteln, die die Brennessel mit ihrem Potential in den Fokus der Öffentlichkeit rücken möchte, konfrontierte mich exakt mit diesem Vorschlag. Ich gestehe, es stellten sich bei mir spontan diffuse Sympathien ein….

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Andrea van Bezouwen (Intranet)

Andrea van Bezouwen (Intranet)

Ich bin seit 2006 bei FRoSTA und kümmere mich, nach drei interessanten Stationen, nun als Intranet Koordinatorin um die interne Kommunikation der gesamten FRoSTA AG. Im Verbraucherservice findet man mich, je nach Projekt, auch noch hin und wieder.
Ich liebe Essen und Lebensmittel. Als Veganerin habe ich im FRoSTA Sortiment nun immer mehr Auswahl und freue mich riesig über diese Entwicklung, koche aber trotzdem am liebsten selbst...

41 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Ich hab mich spontan gefragt, was an Spinat schlecht ist. Gegen Brennessel im Essen hätte ich nicht grundsätzlich etwas; ich weiß, das man sie essen kann, habe sie aber nicht probiert, soweit ich mich erinnere.

    • Ja, ich glaube, die wenigsten haben Brennessel echt probiert, wissen aber, dass sie als „Wildgemüse“ durchaus essbar und gesund ist…..
      Natürlich ist an Spinat nichts schlecht. Aber ist Brennessel vielleicht NOCH besser?!?

    • Spinat ist super lecker. Es geht bei meiner Anregung unsere Lebensmittel mit essbaren Wildpflanzen anzureichern, nicht darum ein Nahrungsmittel gegen ein anderes auszuspielen, sondern um mehr Vielfalt in unserer Nahrung.
      Und es wäre doch cool, wenn jeder der sie mal probieren möchte, sich nicht erst auf die Suche nach unbelasteten Brennnesseln machen müsste, sondern wenn vertrauenswürdige Unternehmen wie Frosta das für uns tun würden!

    • Genau! Meine Mutter (76 Jahre ab heute! Happy Birthday, Mom!) erzählte mir übrigens letzte Woche, in der „schlechten Zeit“ hätte Brennessel, zumindestens die frischen, zarten Triebe, gar nicht so selten auf ihrem Speiseplan gestanden…

  • Spinat durch Brennessel zu ersetzen finde ich Quatsch, aber in einer Gemüsemischung, a la „Altdeutsche Küche“, kann ich mir das sehr gut vorstellen.

      • Schwierige Frage – da müsste man mal recherchieren, was man für Rezepte hat. Einfach „altdeutsche“ Produkte in eine Mischung packen, ergibt ja noch keine gute Basis für Rezepte. Lasst euch doch mal die Brennessel-Rezepte von der Frau aus Rinteln schicken 🙂

        • Brennnesseln sind unglaublich vielfältig verwendbar. Als Grundlage können im Prinzip dieselben Rezepte dienen wie für Spinat, Mangold und ähnliche Gemüse, es gibt aber auch süße Rezepte. Am besten probiert ihr´s erstmal mit eurem Lieblingsspinatrezept!
          Meine persönliche Spezialerfindung für die Brennnessel ist die Doppelnutzung. Die kam zum ersten Mal zum Einsatz, als ich mit knurrendem Magen nachhause kam und mich im Kühlschrank nur noch ´ne Scheibe Gouda und im Brotkasten nicht gerade das allerfrischste Brot angrinste:
          Erstmal setze ich Teewasser auf, dann gehe ich in meinen Garten, ziehe mir Handschuhe an und streife von meinen Brennnesseln alles ab, was sich ohne Widerstand abstreifen lässt, bis ich eine ordentliche Handvoll zusammen habe. Wieder im Haus angekommen, kocht das Wasser, damit übergieße ich die frischen Triebe (unbedingt darauf achten, dass alles unter Wasser ist, alles was aus dem Wasser hervorlugt wird braun!). Nach 5 Minuten gieße ich den Tee in meine Tasse und genieße den ersten Schluck Tee (übrigens genial mit ´ner Priese Anis). Die Wartezeit habe ich genutzt: Brot abgeschnitten, Pfanne mit Antihaftbeschichtung aus den Tiefen des Küchenschrankes hervorgeholt, Käsescheibe(n) hineingelegt. Nun wird der Herd eingeschaltet, die mittlerweile brennfreien, gritzegrünen und gegarten Nesseln werden klein gehackt und auf dem Käse verteilt. Zum Schluss lege ich die Brotscheiben drauf und lasse alles 5 Minuten bei mittlerer Hitze schmurgeln. Wenn der Käse eine Kruste gebildet hat, kann man das Ganze leicht umdrehen. Ist das gelungen, schalte ich den Herd aus und warte noch 1-2 Minütchen bis auch das Brot aufgeknuspert ist. – Fertig ist mein Käse-Brennnessel-Krüstchen!

  • dann lieber kleine viereckige Packungen tiefgefrorene Blatt-Brennessel anbieten, nicht zerkleinert, sondern wie Blattspinat. Hauptsache die Pflanze hält das auch durch – waschen, (blanchieren), schockfrosten..

    Manchmal ist es vielleicht auch gut, wenn man der erste ist. Dann ein paar tolle Ernährungstexte drauf, FRoSTA-Logo und ab in die Tiefkühltruhe. Kann mir vorstellen daß das für Gesprächsstoff und Aufmerksamkeit sorgt 😉

  • Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass Brennessel noch besser schmecken können als der hervorragende Blattspinat. Den hätte ich gerne als Gemüse separat. Aber dafür reicht anscheinend die vorhandene Menge nicht, oder?

  • Nachdem wir soeben aus Holland leckeren brandnetel-kaas mitgebracht haben – warum nicht? Ich pflücke auch im Frühling frischen Löwenzahn in meinem Garten. Es gibt viel mehr essbares im „Unkraut“ als man denkt. Früher wussten das die Leute noch.
    Es gibt doch so einen Versender, der vergessene Gemüse- und Salatsorten verkauft (Samen davon, meine ich). Besser als Industrie-Einheitsfraß à la Fixtüten mit Chemie …

    • Richtig. Und bei mir zu Hause muss im Frühjahr immer der Giersch dran glauben: Kurz blanchiert, dann in Öl und Zwiebeln (und Knoblauch) weichgedünstet schmeckt er wirklich gut. Samen brauche ich mir davon allerdings nicht schicken zu lassen, der wächst überall und mehr, als mir lieb ist…

  • Ja, bei mir auch … ich sollte ihn vielleicht auch mal in die Pfanne hauen. Vielleicht kriegt er dann einen Schreck und wächst nicht mehr.

  • Mein Vater hat früher im Garten immer die Brennesseln geschnitten und dann gab es Brennessel-Spinat. Jung mussten sie sein, sonst wird die Brennessel zu holzig und schmeckt einfach nicht mehr.

    Ich habe seit Ewigkeiten keine Brennessel mehr gegessen, und ja, der Gedanke ist auch irgendwie befremdlich. Aber gesund soll sie ja sein.

    Was ich mich viel eher frage: Nehmen wir mal an es gäbe tatsächlich einen Bedarf für Brennesseln – könnten die überhaupt in größeren Mengen angepflanzt werden? Wahrscheinlich eignet sich die Pflanze überhaupt nicht für die heutige (semi-)industrielle Agrarwirtschaft..

      • Zunächst zum gesundheitlichen Wert :
        Die Brennnessel ist in der Tat super gesund. Wenn man die Inhaltsstoffe von Spinat und Brennnesseln miteinander vergleicht, wird klar, dass die Brennnessel nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sogar überlegen ist. Bis auf das Kalium, von dem Spinat etwa ein Drittel mehr enthält, weist die Nessel höhere Mineralstoffgehalte auf, beim Phosphor das Doppelte, beim Magnesium gut ein Siebtel mehr, beim Calcium gut das Vierfache und der Eisengehalt liegt knapp beim Doppelten. Der Vitamin C Gehalt liegt beim frischen Spinat bei 52 mg pro 100 g essbarem Anteil, bei der Brennnessel entsprechend bei 333. Der Provitamin-A-(Carotin-)Gehalt µg Retinoläquivalenten pro 100 g essbaren Anteils ist ebenfalls bei der Brennnessel etwas höher und schließlich der Reineiweißgehalt bei dem sie weit mehr als das Doppelte aufweist (vgl. Franke 1987: S. 8-11). Dazu kommen die wertvollen sekundären pflanzlichen Inhaltstoffe, die erst in jüngster Zeit in den Fokus der Wissenschaftler gerieten.

        Nun zum Anbau:
        Die Brennnessel wurde in Notzeiten immer gerne genutzt. Beispielsweise wurde sie im 2. Weltkrieg großflächig als Faserpflanze angebaut (ihre Faser ist übrigens die einzige unter den pflanzlichen Fasern, die wärmt, bzw. kühlt, wenn man sie aufraut!) Interessanterweise wurde sie jedoch nie, zumindest nicht dokumentiert, zu Nahrungszwecken feldmäßig angebaut und somit nur von eingeweihten Privatpersonen verzehrt.
        Sie wächst naturgemäß in Massenbeständen. Dort wo sie sich wohl fühlt, so wie in meinem Garten, wo ich sie aus Rücksicht auf meine Nachbarn fast 20 Jahre mechanisch (ausbuddeln, ausreißen, …) bekämpft habe, wächst sie vitaler denn je. Offiziell kann so ein Feld 10-15 Jahre lang beerntet werden, bevor die Stauden erschöpft sind, dabei sind mehrere Ernten pro Vegetationsperiode möglich. Brennnesseln wachsen auch auf feuchten Böden, so das Flächen nicht wie sonst trockengelegt werden müssen, auf diese Weise könnten ganzjährige, naturnahe, landwirtschaftliche Flächen entstehen. Solche Brennnesselfelder entlasten überdüngte Böden und mindern vor allem in Hanglagen die Erosion. Es wäre kein Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln nötig, da die Nesseln „sehr konkurrenzstark gegenüber anderen Pflanzen sind und pilzliche Erkrankungen nicht vorliegen“ (Waskow, F. 1995: S.148).

  • Ich hasse Spinat!! Brennnessel hab ich noch nie probiert. Da es dem Spinat aber viel zu ähnlich sieht interessiert es mich auch nicht so besonders. Ich werde also wohl kein Käufer des neuen Produkts 🙂

    [ Anm. d. Admin: Link entfernt. Bitte Blogregeln beachten! ]

    • An Brennnesseln ist alles, was nicht ausgehärtet ist, essbar, von den Wurzeln (Zuckermaisgeschmack) bis zu den Samen (nussiger Geschmack). Die Samen sind übrigens bei Pferdehändlern berühmt für ihre aphrodisierende Wirkung. Man kann daraus einen prima Brennnesselsamenkaviar herstellen. Vielleicht änderst du deine Meinung ja irgendwann!

      • Ergänzend dazu: Brennesseltee schmeckt…naja. Er ist immerhin nicht giftig.

        Trotzdem würde mich ein Gericht mit Brennesseln echt interessieren. Probieren würd ich’s auf jeden Fall.

        • Kaffee, Tee, grüner Tee usw. schmeckt … na ja !!! Meist bestimmen andere Motive, was wir konsumieren, nur selten ein angenehmer Geschmack. Außerdem ist Geschmack relativ, er verändert sich mit jeder Geschmackskomponente, die hinzugefügt wird.

  • Ich finde die Idee super! Wenn ihr ein vegetarisches Gericht mit Brennnesseln entwickeln solltet, wäre ich einer der ersten Käufer. Versprochen 🙂

  • @ Birgit Brinkmann: Naja, so komplett würd‘ ich das nicht unterschreiben. Bei den Sachen, die ich esse oder trinke bestimmt zu 90 % der Geschmack. Der Rest sind Sachen, die ich nicht kenne und ausprobieren will, weil Name/Zutaten/Beschreibung toll klingen oder ich keine Ahnung habe, was es ist (Ging mir letztens mit einem Gorgonzola-Kürbis so).

    Aber klar, Geschmack ist für jeden anders – ich mag Kaffee (als Kind schon den Geruch), kann aber nicht nachvollziehen, wie man Root Beer mögen kann (Schmeckt wie Badezusatz „Fichtennadel“). Es gibt nichts besseres als Miesmuscheln und nichts widerlicheres als Austern (so was glibbriges!).

    Daß der Geschmack relativ ist und durch die Beigaben beeinflusst wird, stimmt logischerweise auch. Aber die Grundkomponente ist eben extrem wichtig. Fügt man 100g Artischokenherzen 1kg Salz zu, dann ist das grauenvoll( das gibt’s übrigens echt, leider letztens gegessen) obwohl das Grundprodukt per se toll ist. Und da ich einer der wenigen Menschen bin, die Ruccola gar nicht leiden können, stören mich seine minimalen Anteile sogar im Gartensalat von McDonalds, obwohl bei denen in der Regel alles so abgestimmt ist, daß es zumindest niemandem aufstößt und die einzelnen Komponenten nicht mehr erkennbar sind.

  • Die Verwertung von Brennnesseln sollte für Frosta weniger ein Ersatz von Spinat sein, vielmehr eine Ergänzung darstellen. Zahlreiche andere Beispiele wie bspw. Bärlauch zeigen, dass auch Wildpflanzen den Weg auf den Teller – und zwar nicht nur für Selbstsammler, sondern inzwischen auch über Wochenmarkt, z.T. sogar Supermarkt ! – finden. Die Gastronomie und z.B. das Bäckerhandwerk haben längst verstanden die Verwendung von Bärlauch in Ihren Gerichten/Produkten als besonderes Saisongemüse zu vermarkten. Der Verbraucher ist durchaus gewillt, diese zu probieren und ggf. für diese saisonale „Besonderheit“ etwas tiefer in den Geldbeutel zu greifen. Tendenz an Angebot und Nachfrage sowie der Vielfalt steigend.

    Der Anbau der Brennnessel dürfte wohl kaum Probleme darstellen, da sie recht anspruchslos sind, sich nach der Ernte gut regenerieren (z.T. mehrmalige Ernte) und sich neben der Versamung durch Wurzelausläufer hervorragend vermehren.
    Einen Agrarindustrielle Ernte halte ich dagegen für schwieriger, da
    1 ein Anbau in Monokultur schwierig sein dürfte (mechanische Bodenbearbeitung ist aufgrund der Wurzelausläufer kaum möglich, ein selektives Herbizid müsste noch erfunden werden und widerspricht eigentlich dem Grundgedanken der „großen Ernährungswende mit verstärktem Blick auf Nachhaltigkeit inklusive Schonung von Boden und sonstigen Ressourcen“ von Frosta) und
    2 die Brennnessel von zahlreichen Arten als Lebensraum und Ernährungsgrundlage genutzt wird, neben den Faltern u.a. von Läusen, was wiederum entsprechende Eingriffe erfordern würde (s.o.).

    Verwendungsmöglichkeiten als Tee, in Suppen, Gemüse oder Beigabe z.B. in Gebäck, Käse, Nudelteigwaren etc. gäbe es jedenfalls reichlich, siehe Anregungen von Frau Brinkmann und div. Rezeptideen. Ich selbst nutze sie z.B. fein zerrieben auch als getrocknetes Kraut (Blätter) zum Würzen von z.B. Gemüse- und Kartoffelgerichten.

  • Hallo!

    Mein Kommentar kommt vielleicht etwas spät, aber doch.
    Wie schon erwähnt, sind Brennesseln eigentlich noch gesünder als Spinat. Meiner Meinung nach schmecken sie auch noch viel besser!
    Daher spiele ich mit dem Gedanken ein Feld voll damit anzubauen und zu vermarkten.
    Gibt es da eine Möglichkeit sie genauso tiefgekühlt zu verkaufen wie Spinat?

  • Ich würde Brennessel statt Spinat toll finden. Momentan esse ich recht viel davon, weil es gegen meine Rückenschmerzen hilft, und im Garten als kostenloses Unkraut herum steht.Wildkräuter sind total im Trend, warum dann eigentlich nicht….

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