Wildlachs oder Zuchtlachs?

Gerade lese ich einen interessanten Artikel in der Herald Tribune über Zuchtlachs. Geschrieben wurde der Artikel von Andrea Kavanagh, Leiterin der Pure Salmon Campaign in Washington.

Lachs ist ja der erste Fisch der im großen Stil gezüchtet wird (über 1.500.000 Tonnen Zuchtlachs werden pro Jahr „produziert“). Dabei gibt es 3 Probleme:

1. Lachse essen andere Fische. Gefüttert werden sie mit Sardinen und Makrelen (für 1 Kg Zuchtlachs braucht man 5 kg Futterfische). Das ist natürlich nicht besonders effizient und die Bestände von Sardinen und Makrelen sinken.
2. Alleine in Kanada werden jährlich 10.000 Tonnen ungegessene Futterfische in die Meere gespült.
3. Lachse werden oft mit Farbstoffen gefüttert damit das Fleisch später schön rot aussieht.

Der größte weltweite Züchter von Lachs, Pan Fish, wurde deshalb auf der letzten Aktionärsversammlung in Oslo von den Aktivisten der Pure Salmon Campaign angesprochen. Nach einigen Diskussionen haben die Eigentümer von Pan Fish entschieden diese Probleme zu bekämpfen und haben eine „Foundation for sustainable and safe salmon farming“ gegründet.

Finde ich wirklich mutig von Pan Fish, denn es wird sicher schwer sein die Dinge deutlich zu verbessern und trotzdem als Firma zu überleben. Allerdings scheint es z.B. möglich zu sein, Lachs mit Soja zu füttern.

Naja, wir werden das Thema verfolgen. Bis dahin setzen wir weiterhin nur MSC zertifizierten Wildlachs ein.

Übrigens ist der Wildlachs auch wesentlich fettärmer. Deshalb darf er auf keinen Fall zulange gegart werden, sonst schmeckt er trocken (französische Köche nennen es „rosé à l´arete“ = „rosa an der Gräte“. An der Gräte soll das Fleisch noch gerade eben roh sein).

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Felix Ahlers (Vorstand)

Felix Ahlers (Vorstand)

Seit 1999 arbeite ich bei FRoSTA und bin derzeit Vorstandsvorsitzender im Hamburger Büro.
Im Sommer spiele ich Tennis und Kitesurfe gerne! Und natürlich koche ich sehr gerne und manchmal bin ich mit dabei, wenn unsere Produktentwicklung an neuen Rezepten arbeitet...

3 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • …die Tatsache, daß in intl. Gewässern Fangflotten Futterfische fangen, die dann eben den Senegalesen oder sonstwelchen armen drittwelt-küstenfischern eben nicht ins netz oder an den Haken gehen – ist das wirkliche Problem.

    Die Lösung für Aquafarming heisst Wels oder eben Catfish. Die fressen Cornflakes und taste like chicken.

    Obendrein verseuchen entkommen genoptimierte Zuchtlachse die Wildlachse mit ihren Genen.

    In Skandinavien wird es schon bald keine verschidenen Arten geben.

    – Smartassregierung.

  • Und die im freien Meer lebenden Lachse? Die werden sich doch sicher auch von anderen Fischen ernähren.
    Sind es dort dann weniger als durchschnittlich 5 Kilo Futterfische?

  • @ Susanne: Interessante Frage. Aber ich denke, dass die Natur es etwas besser regelt. Das Problem ist ja, dass man oft zuviel Futter gibt und dadurch riesen Mengen Futterfisch sinnlos wieder in die Meere gespült werden.

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