Erneuter Besuch in Ecuador

Seit mehr als drei Jahren unterstützt FRoSTA gemeinsam mit Plan International das Projekt „Einkommen für Jugendliche und ihre Familien“. Dabei sind wir, die Auszubildenden der FRoSTA AG, Botschafter für unser Plan Projekt und betreuen die Kommunikation mit unseren 14 Patenkindern in Ecuador.

Im Februar dieses Jahres ging es ein erneutes Mal für unseren Kollegen Dennis Diener aus dem Einkauf nach Ecuador. Bei Dennis Dieners Besuch konnte er sich einen Überblick über die Fortschritte zu dem gemeinsamen Projekt verschaffen. Zu seinem Besuch habe ich unseren Kollegen interviewt und möchte nun gerne darüber berichten.

Gemeinsam mit der Kinderrechtsorganisation besuchte unser Kollege in einem zweitägigen Programm drei der aufgebauten Unternehmen, eine Berufsschule und eines unserer Patenkinder. Abschließend wurde ein „soft skills“-Workshop durchgeführt, an dem er selbst mit teilnehmen konnte.

Zunächst ging es zu einer Berufsschule in der Provinz Cotopaxi. Es fand ein gemeinsames Meeting mit der Schule und Plan statt und anschließend konnte Dennis Diener sich einen Überblick über die Räumlichkeiten verschaffen. An der Berufsschule werden ausschließlich technische Berufe gelehrt. Dabei setzen sich die Schülerinnen und Schüler zu 2/3 aus Jungen und zu 1/3 aus Mädchen zusammen. An Schulen wie diesen wird die Arbeit und Unterstützung durch Plan sehr wertgeschätzt.

Anschließend ging es in eine von Plan zur Verfügung gestellten Räumlichkeit, um unser Patenkind Naydelin zu besuchen. Bereits vor zwei Jahren hatte unser Kollege Naydelin treffen können. Zu der Zeit durften die Patenkinder noch Zuhause besucht werden. Dies ist heute nicht mehr möglich. Das regelt die Kinderschutzrichtlinie von Plan. Für die Familien ist es oft nicht einfach, wenn sie zuhause besucht werden und ihre Lebensverhältnisse Fremden offenbaren müssen. Außerdem möchte die Kinderrechtsorganisation so verhindern, dass Kinder in Situationen kommen, die für sie unangenehm sind.   „Heute ist Naydelin 14 Jahre alt und zeigt tolle Entwicklungen“ sagt Dennis Diener. „Sie ist viel selbstbewusster geworden und hat feste Vorstellung, wie ihre Zukunft aussehen soll und weiß schon jetzt, dass sie später einmal Ärztin werden möchte.“ Auch über die mitgebrachten Geschenke aus Deutschland hat sich Naydelin sehr gefreut.

Als Nächste wurden drei der aufgebauten Geschäftsideen besucht. Es arbeiten im Durchschnitt jeweils 7-10 Jugendlichen dort zusammen. Die Jugendlichen schätzen es sehr, die Chance zu haben, ein Unternehmen aufbauen zu können und eine solche Verantwortung zu tragen.

Zwei der aufgebauten Unternehmen sind Bäckereien jeweils in kleinen Orten in der Provinz von Cotopaxi. Die Jugendlichen kommen nach der Schule direkt zur Bäckerei und beginnen zu backen. Dabei haben beide Bäckereien die Geschäftsidee anders umgesetzt. Neben Brot bietet eine der Bäckereien auch Käse und Milch an, um den Kunden mehr bieten zu können. Im Durchschnitt backen die Jugendlichen ca. 105 Brote pro Tag. Es gibt dabei keine direkte Aufgabeneinteilung, denn jeder kann alles und so wird sich gegenseitig geholfen. Das verdiente Geld zahlen die Jugendlichen auf der Bank ein, um es zu sparen. In der zweiten Bäckerei werden auf Anfrage auch Desserts, Kuchen und Torten angeboten. Anders als bei der ersten besuchten Bäckerei gibt es einen sogenannten „Chef“ der den Jugendlichen alles beibringt. Beide Bäckereien besitzen einen festen Kundenstamm und die Brote können entweder abgeholt oder sogar geliefert werden. Gerade bei älteren Kunden kommt die Möglichkeit eine Lieferung sehr gut an.
Des Weiteren stand der Besuch einer Hühnerfarm an. Junge Küken wurden gekauft, um sie anschließend großzuziehen. „Dabei lernten die Jugendlichen, gemeinsam als Team zu arbeiten und Absprachen zu vereinbaren“ erläutert Dennis Diener. „Die Hühner werden vermarktet und die Jugendlichen müssen entscheiden, für welchen Preis sie das Huhn verkaufen wollen. So werden das Handeln und das strategische Denken gefördert. Ein zweites Projekt für die Hühnerfarm ist bereits geplant.“

Am nächsten Tag ging es zu einem „soft skills“-Workshop. Dieser Workshop findet alle zwei Monate regelmäßig, mit ca. 40-50 Jugendlichen, in der Berufsschule statt. Hier lernen die Jugendlichen die Herausforderungen eines Unternehmens kennen und thematisieren dieses mit verschiedenen Schulungen und Gruppenaufgaben. Vor allem geht es aber auch um die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Kommunikation miteinander.
Abgerundet wurde der Tag mit einem gemeinsamen Mittagessen und Dennis Diener konnte sich mit den Jugendlichen austauschen und noch viele tolle Eindrücke sammeln.

„Diese erneute Reise nach Ecuador war sehr beeindruckend“, zieht Dennis Diener sein Fazit. “Ich wurde von allen sehr herzlich und freundlich aufgenommen. Besonders die Mädchen waren sehr selbstbewusst und haben viel über sich und die Projekte erzählt. In den zwei Jahren ist sehr viel passiert und alle theoretischen Vorstellungen konnten sehr gut umgesetzt werden, da es nun nach vielen Schulungen, feste Teams gibt, die an dem Projekt arbeiten.

Der regelmäßige Kontakt zu Plan International und zu den Patenkindern ist sehr wertvoll und ich würde gerne noch einmal nach Ecuador reisen, um weitere Fortschritte unterstützen zu können und mir fortlaufend einen Einblick verschaffen.“

Das gemeinsame Projekt unterstützen zu dürfen ist auch für uns Azubis eine tolle Erfahrung. Es ist schön, dass wir dieses Projekt vor allem selbst mit in die Hand nehmen können . Ich finde es klasse, dass FRoSTA sich durch viele verschiedene Projekte sozial engagiert und dadurch auch die Menschen vor Ort unterstützt. Das Projekt hat mich sogar privat animiert, ein eigenes Patenkind von Plan International zu unterstützen.

Über den Autor Zeige alle Beiträge Website des Autors

Elena Wöhlken (Auszubildende)

Elena Wöhlken (Auszubildende)

Seit August 2019 mache ich meine Ausbildung zur Industriekauffrau bei der FRoSTA AG.

4 KommentareSchreibe einen Kommentar

  • Tolles Projekt! Die Beteiligten können sicher viele Erfahrungen für ihr weiteres Leben daraus ziehen – das ist auch der Grund für uns immer wieder verschiedene Länder zu bereisen!

  • Tatsächlich, das war ein sehr aufschlussreicher Bericht! Normalerweise bin ich der Meinung, dass Unternehmen bei ihrem Kerngeschäft bleiben sollten, aber in diesem Fall habe ich Respekt vor dem Engagement der Auszubildenden und von Frosta. Danke, dass wir das hier im Blog lesen können.

  • Wow… bin begeistert. Das gemeinsame Projekt war sicher für alle teilnehmenden Azubis eine unvergessliche Erfahrung.

    (Anm. d. Admin: Website gelöscht, bitte Blogregeln beachten)

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Bitte alle Pflichtfelder (*) ausfüllen.

HINWEIS: Bitte vor dem Absenden eines Kommentares die Datenschutzbestimmungen sowie unsere Blog-Regeln zur Kenntnis nehmen. Vielen Dank!